Flugbetrieb über Celle wird zunehmen

Überblick verschafft: Im Rahmen der Lärmschutzkommission gingen auch Celler Ortsbürgermeisterinnen wie Gudrun Jahnke (vorn) oder Iris Fiss mit den Heeresfliegern in die Luft. Foto: nicht zugewiesen

Der Flugbetrieb auf dem Wietzenbrucher Fliegerhorst wird zunehmen. Es könnte sogar sein, dass die Celler Heeresflieger 2014 für kurze Zeit der größte fliegende Verband der Bundeswehr sind, hieß es jetzt im Rahmen der Lärmschutzkommission.

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WIETZENBRUCH. „Wat den einen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall“ - mit diesem Zitat von Fritz Reuter charakterisierte Oberstleutnant Hermann Grube, Leiter des Heeresfliegerausbildungszentrums C in Wietzenbruch, im Rahmen der Lärmschutzkommission vor Politikern aus dem Celler Land den Umstand, dass der Standort Celle von dem Umstand profitiere, dass die neuen Hubschrauber vom Typ NH-90 und „Tiger“ verspätet an die Truppe ausgeliefert würden. Die dadurch entstandene Lücke schließe derzeit der betagte Helikopter vom Typ BO-105, so Grube. Wietzenbruch werde letztes Refugium der BO sei, die eigentlich schon längst hätte ausgemustert sein sollen: „Jetzt kommen alle BO-105 der Bundeswehr hierher nach Celle.“ Entweder würden sie für den Flugbetrieb genutzt, als Ersatzteillager „kannibalisiert“ oder für den Verkauf fertig gemacht.

25 Hubschrauber seien 2012 in der Immelmann-Kaserne stationiert gewesen, so Grube. Diese Zahl werde sich 2013 verdoppeln und 2014 auf 60 anwachsen. Gleichzeitig werde die Zahl der Flugstunden von 3750 im vergangenen Jahr über 4500 in 2013 auf 5000 im Jahr 2014 ansteigen. Grube: „Es könnte sein, dass wir 2014 für kurze Zeit der größte fliegende Verband der Bundeswehr sind.“ Unklar sei, ob 2015 neue Hubschrauber einträfen oder ob es „neue Ideen“ zum fliegerischen Auftrag gebe, so der Standortälteste. Geplant seien derzeit für 2015 rund 6200 Flugstunden. Eine Zahl, die sich im Jahr 2016 auf 3000 verringern sollte.

Die Zahl der Starts und Landungen in Wietzenbruch werden bis auf weiteres nicht mehr auf denn Stand von 2010 erreichen, so Grube. 2010 gab es 37.176 Starts und Landungen, 2011 waren es 29.267, 2012 waren es 29.323 und in diesem Jahr bisher 9357, so dass davon auszugehen sei, dass es 2013 rund 35.000 Starts und Landungen würden: „Das ist eine Belastung und ein Anstieg - aber es waren schon mal mehr.“

Auf die Frage des Celler FDP-Ratsherrn Joachim Falkenhagen, ob sich noch immer Bürger über Fluglärm beschwerten, antwortete Grube, dass es „praktisch keine“ Beschwerden mehr gebe, seitdem 2010 die letzten „Teppichklopfer“ vom Typ Bell UH-1D Celle verlassen hätten. Westercelles Ortsbürger Reinhold Wilhelms (SPD) bestätigte dies: „Ich habe ebenfalls schon lange nichts mehr gehört.“

Auch um die Ohren der Celler zu schonen, habe man den Nachtflugbetrieb auf das erste und vierte Jahresquartal konzentriert, erläuterte Grube. Die aktuelle Nachtflugperiode werde am 25. April enden. Ab 19. September starteten dann wieder Hubschrauber in die Dunkelheit. „Fliegen dürften wir dann bis 2.30 Uhr“, sagte Grube: „Aber aus Rücksicht auf die Bürger fliegen wir nur bis Mitternacht.“
Michael Ende Autor: Michael Ende, am 24.04.2013 um 09:34 Uhr
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