Briten üben weiter in Bergen

    Eine Übung auf dem Truppenübungplatz in Bergen. Für die Szenarien wird deutlich mehr Platz benötigt als früher. Foto: Tore Harmening

Die britischen Truppen wollen offenbar auch nach dem Abzug in Bergen weiter trainieren. In der Kommandantur, die zu Beginn des Jahres umstrukturiert wird, könnte dafür ein Verbindungsoffizier seine Arbeit aufnehmen.

BERGEN. Die Landschaft der Truppenübungsplätze ist im Wandel und das wird auch vor dem Truppenübungsplatz in Bergen nicht Halt machen. Zum einen wird in der kommenden Woche die Kommandostruktur offiziell neu geordnet, zum anderen die Lagersituation rund um den Platz neu gedacht.

„Wir reduzieren die Zahl der Übungsplätze von 18 auf 12", sagte Oberst Jörg Wiederhold, bisher Kommandant des Truppenübungsplatzes. Diese zwölf Plätze stellen aus seiner Sicht das „operative Minimum" dar, um die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und der Nato-Truppen zu erhalten.

Offenbar werden auch die britischen Streitkräfte nach ihrem Abzug im kommenden Jahr weiter in Bergen üben. Wie Wiederhold sagte, beabsichtigen die Briten künftig eine Art Verbindungsoffizier, im Fachjargon "Point of Contact", in der neuen Kommandantur unterzubringen, um mit der noch in Deutschland verbleibenden 20. Brigade, aber auch anderen Truppenteilen hier zu üben. Zudem wurde Übungszeit für die kommenden Jahre eingekauft. „Ich werte das als ein Signal, dass sie den Platz weiter nutzen wollen und hätte mich gefreut, wenn es schon früher gekommen wäre", sagte Wiederhold.

Bergen wäre auch ohne die Briten gut ausgelastet, allerdings üben dort trotz der Reduzierung der Plätze nicht unbedingt mehr Soldaten. „Die neuen Übungsszenarien brauchen deutlich mehr Raum als früher."

Die Truppenlager, die um den Platz herum sind, werden nach dem gegenwärtigen Stand nicht mehr alle benötigt. Um die 5000 Mann übende Truppe und etwas mehr als 700 Soldaten und Zivilangestellte unterzubringen, die für den Betrieb des Platzes zuständig sind, hatte Wiederhold schon im vergangenen Jahr vorgeschlagen, das Lager Oerbke im Osten zu schließen. Das soll laut dem Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) jetzt auch passieren.

„Dort müsste sehr viel in die Infrastruktur investiert werden, in Bergen finden wir hingegen sehr gute Bedingungen vor", so Wiederhold. Das Camp Ostenholz soll nach seinen Plänen erhalten bleiben, weil sonst die Anfahrtswege zu lang würden. „Diese Ideen beziehen sich rein auf die jetzt vorliegenden Zahlen. Alle möglichen weiteren Stationierungen, die jetzt hinzukommen, sind hier noch nicht berücksichtigt und derzeit liegt auch noch keine abschließende Entscheidung vor", betont Wiederhold.

Der bisherige Kommandant des Truppenübungsplatzes wird am 21. Januar in einem Aufstellungsappell offiziell von seiner jetzigen Aufgabe entbunden und Kommandeur des Bereiches Truppenübungsplatzkommandantur Nord.

Ihm unterstehen dann neben Bergen und Munster noch Nordhorn und Putlos an der Ostsee sowie der Vertreter auf dem Übungsplatz in Senne, der überwiegend von den britischen Streitkräften genutzt wird. Er wird dann zuständig für das Controlling der Arbeit vor Ort, die Koordinierung der Plätze und den Ausbau der Infrastruktur. Die Plätze selber bekommen alle wieder einen Kommandanten im Range eines Oberstleutnants. Sie kümmern sich um den operativen Ablauf. „So gibt es vor Ort wieder überall einen Ansprechpartner", sagte Wiederhold.

Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 12.01.2015 um 22:43 Uhr
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