Sinnloser Tod in den letzten Kriegstagen in Queloh

Grab von Alfred Galla in Queloh Foto: Joachim Gries

Vor 70 Jahren wurde in Queloh Alfred Galla von den Frauen des kleinen Dorfs neben der Straße beerdigt. Zwei Tage hatte der 37 Jahre alte Obergefreite tot auf der Straße gelegen, seiner Stiefel beraubt. Dann wickelten ihn die Queloher in eine Decke, gruben ein Grab aus und setzten ihn bei, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, wo ihn die tödlichen Schüsse getroffen hatten.

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QUELOH. Galla wurde nach dem Krieg nicht umgebetet, das Grab wurde eingezäunt, in den 1950er Jahren wurde ein Stein gesetzt, der die Lebensdaten des Soldaten nennt. Und von Beginn an kümmern sich die Einwohner von Queloh um die Pflege des Grabs. Zum Geburtstag und zum Todestag steht neben dem Stein ein gerahmtes Foto, das Galla in Wehrmacht-Uniform zeigt. Dann brennen auf dem Grab auch ewige Lichter, denn Galla war katholisch.

Angehörige des Gefallenen kamen nach der Erinnerung von Wolfram Ehrhardt, der das Forsthaus gegenüber bewohnt, bis vor etwa zehn Jahren nach Queloh. Eine Tochter aus Villingen-Schwenningen stellte ihm das Foto ihres Vaters zur Verfügung. Heute sind es vor allem Harald Gerlach und Katrin Bauer, die das Grab pflegen. Bauer nimmt sich dieser Aufgabe bereits in der dritten Generation an, wie ihre Großmutter und ihre Mutter.

"Er ist so sinnlos gestorben wie nur was. Denn hier war der Krieg fast vorbei", sagt Ehrhardt. Galla war nach seinen Informationen in Oldendorf einquartiert und war mit zwei Kameraden in einem Kübelwagen in Richtung Marinesperrzeugamt Starkshorn aufgebrochen, um dort Lebensmittel abzuholen. Als der Wagen in Höhe des Forsthauses durch die Rechtskurve in Richtung Eschede fuhr, wurde er vom Panzer eines britischen Spähtrupps unter Feuer genommen.

Galla starb an Ort und Stelle, seine beiden Kameraden gerieten in britische Gefangenschaft. Ehrhardt hat an dem Grab neben der Landesstraße auch schon Engländer getroffen, die dort im Gebet verharrten. Er vermutet, dass auch sie um die Geschichte des einsamen Toten wussten.

Joachim Gries Autor: Joachim Gries, am 14.04.2015 um 19:29 Uhr
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