105: Wietzerin "eröffnete" Modehaus

Sie war die Erste, die die Pforten zu dem neuen Einkaufshaus öffnet durfte. Foto: Stadtarchiv Celle

Eine Verbindung aus Jugendtagen führte dazu, dass ein kleines Mädchen aus Wietze 1953 die Erste war, die sich im neu eröffneten Modehaus von Dettmer und Müller umschauen und die Tür öffnen durfte.

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ALTSTADT. Gabriela Heuer (Jahrgang 1950) ist das Blumenmädchen von einst, das im Vordergrund eines Fotos zu erkennen war, das wir am vergangenen Samstag in der CZ veröffentlicht hatten. Erkannt hatte die Lütte deren Onkel Horst Eppers (ehemals Eppers Eilboten Blumlage). Der verständigte die Schwester von Gabriela, Monika Sedens aus Wietze, die wiederum ihre Schwester informierte.

„Ich habe heute wenig Kontakt nach Wietze und Celle und da war es witzig, wie ich darüber informiert worden bin“, sagte Heuer der CZ. Sie lebt in der Nähe von Bremen. An den Tag der Eröffnung des neuen Dettmer-und-Müller-Modehauses kann sie sich nur noch ganz schwach erinnern: „Für mich war das ein Riesenhaus mit riesigen Räumen. Ich war das erste Enkelkind meiner Großmutter Meta Lohmann (geboren 1898), die ursprünglich aus Celle stammt, und deshalb Omas Liebling. Meine Oma war wohl mit der Firmenchefin Frau Müller befreundet und die beiden haben wohl ausgekäst, dass die kleine Gabi die Tür öffnen und Blumen überreichen kann.“

Monika Sedens wüsste gerne mehr über die jungen Jahre ihrer Großmutter. In deren Nachlass hat sie Urkunden aus den 1910er und frühen 1920er Jahren gefunden, die sie als Celler Fechtmeisterin des Deutschen Kriegerbundes ausweisen. Wo und mit wem sie einst gefochten hat, weiß sie indes nicht. Eine andere Nachfahrin weiß, dass sie aus der Bernstorffstraße stammt. „Tante Meta war topfit. Die hat beim Schützenfest noch mit 80 barfuß auf den Tischen getanzt.“ Eppers weiß, dass sich Lohmann und Müller aus der Schule kannten und duzten. Unser Foto zeigt die Haupteingangstür zur Westcellertorstraße hin, weiß Eppers: „Heute ist das der Trakt mit den großen Fenstern.“ Die Wietzerin Rita von Hörsten (Jahrgang 1937) hat die Tochter von Kohlenhändler Günter Lohmann ebenfalls eindeutig auf dem Foto erkannt. In ihrer Freude hat das Blumenmädchen von einst eine E-Mail an die heutige Firmenleitung geschickt und dieser ein eigenes Gedicht beigefügt.

Auch von den Damen, die hinter der Schwingtür auf Einlass warten, sind einige erkannt worden. Während sich Hänschen Röling (Jahrgang 1940) und Wolfgang Martens (Jahrgang 1945) offenbar bei der Identifizierung irrten, belegten andere Zeitzeugen ihren Personenabgleich mit eigenen alten Aufnahmen der Betreffenden.

Edeltraut Milter (Jahrgang 1947) hat die Mutter ihres erblindeten Mannes Uwe Milter (Jahrgang 1941) erkannt. Alma Milter (Jahrgang 1913) stand ganz vorne rechts und hatte eine große Tasche in der Hand. Sie war die Frau des stadtbekannten und langjährigen Turmbläsers Walter Milter (1907 bis 1985). Die Ostenholzerin erinnert sich, dass ihre Schwiegermutter „gern dort eingekauft hat“.

Helga Pröve (Jahrgang 1932) hat ihre Mutter Therese Rotemann (1906 bis 1964)) und ihre Großmutter Therese Nordbruch aus der Masch Nummer 22 erkannt. Die Mascherin war „ziemlich bekannt“ und ist ziemlich alt geworden. „Ich war so überrascht, als mich meine beiden Lieben da aus der Zeitung heraus anguckten“, sagt Pröve. Auch Hermann Müller (Jahrgang 1936) hat Therese Nordbruch erkannt. Sie war seine Nachbarin. Die Dame, die schräg hinter der ältesten Frau auf diesem Bild steht, war Elisabeth Neuschild (1895 bis 1981), seine Tante. Seine eigene Mutter hat Müller nicht genau erkannt. Es könnte aber sein, dass die ältere Frau ganz rechts im Bild, von der man nur das halbe Gesicht sehen kann, seine Mutter Frieda Müller (1901 bis 1997) ist.

Volker Schumann (Jahrgang 1945) hat mit seiner Cousine Karin von alten Zeiten geschwärmt: „Damals war das Angebot an Stoffen als Meterware der Firma Dettmer und Müller riesig. Meine Tante, die in Peine lebte, kam regelmäßig nach Celle, um ihre Mutter zu besuchen und Stoff bei D + M einzukaufen.“ Schumann verweist darauf, dass für den Bau des Neu- und Erweiterungsbaus der Rest des Stadtwalls abgetragen wurde, das Gebäude also „zumindest teilweise auf historischem Boden steht“. Darüber berichteten wir schon in Teil 14 dieser Serie.

Andreas Babel

Andreas Babel Autor: Andreas Babel, am 07.05.2015 um 12:12 Uhr
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