88: Tabakwaren gibt es hier schon lange nicht mehr

Das Schaufenster und die Ladentür des Tabakgeschäfts in dem Haus an der Harburger Straße 32 (ehemals 23 A) sind heute zugemauert. Das erkennt man an den helleren Steinen. Foto: Joachim Gries

Das Rätsel um das „verschwundene“ Haus an der Harburger Straße 23 A war schnell gelöst. Schon 1935 hatte dieses Backsteinhaus allerdings die Nummer 32, hat der heutige Lüneburger Wilhelm Ohlms (Jahrgang 1921) in einem alten Adressbuch herausgefunden.

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HEHLENTOR. Das Rätsel um das „verschwundene“ Haus an der Harburger Straße 23 A war schnell gelöst. Schon 1935 hatte dieses Backsteinhaus allerdings die Nummer 32, hat der heutige Lüneburger Wilhelm Ohlms (Jahrgang 1921) in einem alten Adressbuch herausgefunden. Sowohl er als auch der heutige Winser Otto Taxweiler (Jahrgang 1919) können sich an dieses Tabakwarengeschäft erinnern, das genau gegenüber dem Haupteingang der heutigen Hehlentorschule (der damaligen Volksschule II) steht, wo die beiden in den 1920er und den 1930er Jahren die Schulbank gedrückt haben. Dem Celler Ansichtskartensammler und Kartografen Arnold Linke (Jahrgang 1930) verdanken wir den Hinweis auf eine Karte aus dem Jahre 1925. Auf dieser sind die Häuser noch mit der alten Nummerierung verzeichnet.

Auf dem alten Foto, das wir am vergangenen Samstag abgedruckt hatten und das vor Ohlms‘ Schulzeit (1927 bis 1935) entstanden sein muss, ist rechts ein großer Stein zu erkennen, der die Hausecke davor bewahren sollte, durch Autos ramponiert zu werden, die auf dem Basaltpflaster von der Fahrbahn ankamen. Das Schild „Schritt fahren“ bringt Ohlms mit dem Straßenbelag und der Einmündung der dortigen Hartzerstraße (früher Schulstraße) in Verbindung. Das lang gestreckte Gebäude neben dem abgebildeten existiert ebenfalls noch. Früher war dort eine Kohlenhandlung untergebracht, weiß Taxweiler.

Im Adressbuch des Jahres 1935 ist als Besitzer des Hauses Harburger Straße 32 ein Handelsvertreter Vogl aufgeführt. Im Jahr 1949 war dort unter anderem der kaufmännische Angestellte Paul Vogt verzeichnet, neben diesem die Putzfrau Olga Jakubowski, die Witwe Martha Kallmeyer, die Arbeiterin Adeline Krüger, der Lokführer August Kuhn (dieser lebte auch schon 1935 dort) und der technische Zeichner Marian Schustrow. 1935 waren noch der Lehrer im Ruhestand Främke sowie der Lehrer Kallmeyer dort wohnhaft, wissen Ohlms und Taxweiler (der die Hehlentorschule bis 1932 besuchte).

Direkt neben der Schule führte ein etwa vier Meter breiter Weg zu dem Friedhof hinter dem Gebäude. Am Anfang dieses Weges stand das einstöckige Haus, in dem eine Frau Bergmann Schreibwarenbedarf verkaufte. „Der Friedhof wurde nach dem Kriege ,entwidmet‘, und als Schulhof und Teil eines Kindergartens umgestaltet. Daran habe ich seinerzeit bei der Stadt Celle selbst noch mitgewirkt“, sagt Linke.

Andreas Babel

Andreas Babel Autor: Andreas Babel, am 07.05.2015 um 12:57 Uhr
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