32: Celler Pesthütte von 1628 stand noch bis ins Jahr 1959 hinein

Vor der Pesthütte stehen auf diesem Bild etwa um das Jahr 1930 herum Tante und Onkel von Wilhelm Ohlms, Henni und Wilhelm Fette (geboren 1883 und 1876), hinten deren Tochter Klara (geboren 1905) mit deren Kindern. Foto: Sammlung Wilhelm Ohlms

Einer der interessantesten Celler Zeitzeugen lebt heute in Lüneburg. Von dort verfolgt der mittlerweile 92-jährige Wilhelm Ohlms sehr interessiert das Geschehen in seiner Heimatstadt und vor allem die Serie „Alte Fotos erzählen“.

CELLE. Einer der interessantesten Celler Zeitzeugen lebt heute in Lüneburg. Von dort verfolgt der mittlerweile 92-jährige Wilhelm Ohlms sehr interessiert das Geschehen in seiner Heimatstadt und vor allem die Serie „Alte Fotos erzählen“. Aus seiner Sammlung stammt die unten zu sehende Aufnahme, die um das Jahr 1930 herum entstanden sein muss. Es zeigt Ohlms’ Verwandtschaft vor der Pesthütte an der nach ihr benannten Hüttenstraße. Der 85-jährige Hermann Timme erinnert sich dabei daran, dass dieses 1959 abgerissene Fachwerkgebäude schwarz getüncht war und weder über einen Strom- noch über einen Wasseranschluss verfügte. Die Zeitzeugen sind sich nicht einig, was die Anzahl der Wohneinheiten angeht: Die Angaben schwanken zwischen vier bis sechs Häusern. Im strengen Sinne soll es sich aber nur um ein Haus gehandelt haben, das nach und nach erweitert worden ist.

Wie Ulrich Knopf (Jahrgang 1946) aus eigener Anschauung weiß, stand dieses Pesthaus in etwa zwischen den heutigen Straßen Hermann-Löns-weg und Wilhelm-Kricheldorff-Straße. Die Hüttenstraße war nur auf den ersten Metern von der Petersburgstraße aus befestigt, anschließend nur ein Sandweg wie die Teichstraße, die auf der anderen Seite der OHE-Bahnstrecke verläuft. An dieser lagen übrigens vier Häuser in der Nähe der Petersburgstraße und sein 1999 gekauftes und 1951 hinter einem Holzhaus errichtetes Einfamilienhaus, das heute postalisch zur Harburger Heerstraße gehört, erläutert Knopf.

Nach RWLE Möller („Straßen in Celle“) war die Pesthütte 1628 ein primitives Krankenhaus für Pestkranke. Die Quarantänestation war mit einem Pfleger (dem „Pestilenzmann“) und einem Totengräber besetzt, den man häufig brauchte.

Wer Näheres zur Pesthütte weiß, kann sich ab Montag bei der CZ unter s (05141) 990110 melden oder an
a.babel@cellesche-zeitung.de mailen.(ab)

Andreas Babel Autor: Andreas Babel, am 07.05.2015 um 15:31 Uhr
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