Montessori: Kein Dialog zwischen Celler Vorstand und kritischen Eltern

    Foto von Montessori-Schule Foto: Benjamin Westhoff

Der Erhalt der Celler Montessori-Schule und die Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen waren die Themen einer Versammlung, zu der eine Elterninitiative eingeladen hatte. Ein Dialog mit dem umstrittenen Vorstand und den Lehrern kam nicht zustande, sie ware nicht erschienen.

CELLE. Mit jemandem, der auf eine Einladung zum Gespräch nicht reagiert, kann man nur schwer in Dialog treten. Vor dieser Schwierigkeit stehen die Eltern, die die Celler Montessori-Schule wieder auf Kurs bringen wollen. Am Dienstag hatte eine Elterninitiative, die sich für die "Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen" an der freien Schule einsetzt, zu einer Versammlung eingeladen. Ziel: offene Fragen hinsichtlich der derzeitigen Vertrauenskrise an der Ersatzschule klären und Möglichkeiten ausloten, die Zukunft der Schule zu sichern. Problem: Der in der Kritik stehende Vorstand des Trägervereins in Person von Meyke Grabner und Frank von der Kammer sowie die Lehrer, zu denen das Vertrauensverhältnis nach den jüngsten Vorkommnissen belastet ist, sind nicht im 4G-Park in Wathlingen erschienen.

Bereits seit Monaten schwelte ein Konflikt zwischen kritischen Eltern und dem Vorstand des Trägervereins. Die Erziehungsberechtigten fühlten sich bei Entscheidungen übergangen, Nachfragen seien nicht beantwortet worden. Nachdem bekannt wurde, dass der Verein einen anderen Schulleiter an die Landesschulbehörde gemeldet hatte, als den Eltern mitgeteilt worden war, eskalierte der Streit. Der Verein kündigte fristlos die Schulverträge mit drei Eltern aus "pädagogischen Gründen", wie es seitens der Schule hieß.

Den Verlauf des Abends bewertete die Elterninitiative dennoch "positiv". "Es war sehr sachlich. Mit den beiden Vertretern der Landesschulbehörde, die gekommen waren, gab es gute Gespräche. Jeder konnte seine Fragen stellen", meinte Sylvia Fierus. So habe die Landesschulbehörde beispielsweise deutlich gemacht, dass eine klare Trennung von Trägerverein und Schulleitung gegeben sein müsse. Selbst bei einem Schulleitungskollektiv müsse eine Person als hauptverantwortlicher Ansprechpartner genannt werden. "Es war gut, zu hören, dass wir in diesem Punkt richtig liegen", so Fierus. Außerdem habe die Landesschulbehörde deutlich gemacht, dass sie die Celler Montessori-Schule erhalten wolle und daran arbeite, dass alles wieder in geordneten Bahnen laufe.

"Ich hatte das Gefühl, dass ein Dialog mit den anderen Eltern möglich ist", sagte Janine Jakubik-Flemming. Mit dem Vereinsvorstand und den Lehrern gestalte sich dies schwieriger, wie sie einräumte. Weiteres Hindernis: Immer mehr von den jüngsten Entwicklungen enttäuschte Eltern verlassen die Schule. Eine ganze Reihe soll sich bereits an der Montessori-Schule in Hannover angemeldet haben. So werde es nicht leicht, mit den an der Schule verbliebenen Eltern, von denen viele hinter dem Vorstand des Trägervereins stehen, in Kontakt zu treten. Und zu diesem sei das Vertrauensverhältnis stark erschüttert: "Mit diesem Vorstand ist ein Neuanfang an der Schule sicherlich nicht möglich", meinte Fierus.

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 05.06.2015 um 19:34 Uhr
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