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Großfeuer zerstört Chemiefirma in Altencelle (mit Videos und Bildergalerie)

Foto: Benjamin Westhoff

Erst knallte es laut wie eine Feuerwerksbatterie, dann war eine riesige schwarze Rauchwolke über Celle und weit darüber hinaus zu sehen: Ein Feuer zerstörte am Abend das Gebäude einer Altenceller Chemiefirma. Nach Schätzungen ist von einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe auszugehen.

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ALTENCELLE. Eine riesige schwarze Rauchwolke hing am Donnerstagabend über Celle: Die Produktionshalle der Dämmtechnikfirma Bachl an der Braunschweiger Heerstraße in Altencelle brannte lichterloh. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem verheerenden Feuer im Hafen, bei dem seinerzeit die Gebäude von DLRG und Yacht-Club zerstört wurden, hieß dies erneut Großalarm für die Feuerwehr.

Es war 20.18 Uhr, als der Alarm ausgelöst wurde. Ein Mitarbeiter der Firma hatte den Brand gemeldet. Anwohner berichteten gegenüber der CZ von lautem Knallen, das sich angehört habe wie eine Feuerwerksbatterie. „Schon wenige Minuten später war von dem Gebäude nur noch das Gerippe zu sehen“, berichtet Anwohner Peter Haferkorn, der von seinem Amateurfunkmasten im Allenstedtskamp das Feuer beobachtete.

Zwanzig Mitarbeiter, die sich bei Brandausbruch auf dem Gelände aufhielten, konnten sich in Sicherheit bringen. Zudem wurden Anwohner vorsorglich per Lautsprecherdurchsage und durch Polizisten gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da sich in dem Gebäude giftiges und hochexplosives Material befindet. Zeitweise wurden die Menschen im näheren Umkreis evakuiert. Gegen 22.30 Uhr konnten sie wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

Auch der betroffene Teil der Bundesstraße 214 von der Kreuzung Burger Landstraße/Große Redder bis zur Abfahrt nach Bockelskamp war während des Brandes für den Verkehr voll gesperrt.

Um eine Ausbreitung des Brandes auf weitere Teile des Unternehmens zu verhindern wurde durch die Feuerwehr eine sogenannte Riegelstelle zu den oben genannten Silos erstellt. Teilweise wurden die Silos mit Wasser geflutet, um ein Entflammen zu verhindern. Eine weitere Riegelstellung wurde im Innen- und Außenangriff in einem an die Fertigungshalle anschließenden eingeschossigen Gebäude erstellt. Hier konnte ein Übergreifen des Brandes jedoch nicht vollständig verhindert werden.

Verletzte gab es laut Celles Polizeisprecher Guido Koch glücklicherweise nicht. Zur Ursache des Brandes, der nach ersten Ermittlungen in der sogenannten Schäumerei ausbrach und sich rasend schnell in der etwa 100 mal 50 Meter großen Halle ausbreitete, konnten Feuerwehr und Polizei am Abend noch keine Angaben machen.

Die schwarze Rauchwolke war weit über die Landkreis-Grenze hinaus zu sehen. Laut Feuerwehrsprecher Florian Persuhn war das in der Halle gelagerte Dämmmaterial sehr leicht brennbar. Dadurch habe es die gewaltige Rauchentwicklung gegeben und das Feuer sei für die Einsatzkräfte schwer zu kontrollieren gewesen.

Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdienste waren mit einem Großaufgebot von insgesamt rund 200 Kräften vor Ort. Bereits um 20.22 Uhr, also vier Minuten nach der ersten Alarmierung, war Großalarm ausgelöst worden. Die Hauptwache, die Ortsfeuerwehr Altencelle sowie weitere Wehren aus dem Umkreis waren an den Löscharbeiten beteiligt. Gegen 22 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Zu diesem Zeitpunkt stieg nur noch leichter Rauch auf.

Die starke Rauchentwicklung hatte viele Schaulustige angelockt, die mit ihren Fahrzeugen zeitweilig die Arbeit der Feuerwehr behinderten. Im Laufe des Einsatzes wurden die Fahrer von der Polizei zum Verlassen der umliegenden Straßen aufgefordert.

Technischer Defekt voraussichtlich Brandursache

Brandermittler des zuständigen Fachkommissariates der Polizei Celle haben am Freitag ihre Nachforschungen an der durch den Großbrand zerstörten Produktionshalle aufgenommen. Nach bisherigen Erkenntnisse brach das Feuer im Bereich einer Produktionsmaschine aus. Nach einer Rekonstruktion des Brandverlaufes kann von einem technischen Defekt ausgegangen werden. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen nicht vor. Die Schadenshöhe muss nach neuesten Schätzungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag nach oben korrigiert werden.
Carsten Richter Autor: Carsten Richter, am 24.07.2015 um 17:08 Uhr
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