DLRG verbindet Familie Kruse

Sina, Michelle, Silke und Klaus Kruse (von links) sind in den Sommermonaten häufig als Badeaufsicht am Hüttensee anzutreffen. Foto: Benjamin Westhoff (4)

Die gemeinsame Arbeit in der DLRG-Ortsgruppe Wietze verbindet Familie Kruse. Mutter Silke Kruse ist seit elf Jahren Vorsitzende der Ortsgruppe und wird bei ihrer Arbeit von Ehemann und Töchtern unterstützt.

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Dunkle Wolken, kräftiger Wind, Wellen und eine Wassertemperatur von nur 18 Grad Celsius – für Rettungsschwimmerin Sina Kruse wäre das kein Problem, in das Wasser zu springen, um anderen Schwimmern in Not zu helfen. Damit ist sie nicht alleine. Ihre ganze Familie ist seit vielen Jahren in der DLRG Wietze organisiert. Mutter Silke Kruse ist seit über 31 Jahren engagiertes Mitglied im Wietzer Ortsverein und leitet ihn als Vorsitzende. In ihrer Jugend war sie Leistungs- und Wettkampfschwimmerin. 1986 lernte sie bei einer DLRG-Veranstaltung ihren späteren Ehemann kennen. „Ich habe damals an einer Bezirksmeisterschaft in Wathlingen teilgenommen. Die Meisterschaft war ein großes Treffen der DLRG-Jugend. Ich war mit unserer Ortsgruppe da und nahm als Schwimmerin am Wettkampf teil. Irgendwann während des Wettkampfes lernte ich dann Klaus Kruse kennen. Vier Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. Bis heute sind wir ein glückliches Paar und haben zwei inzwischen erwachsene Kinder. Unsere beiden Mädels hatten wir übrigens gleich mit ihrer Geburt als DLRG-Mitglieder im Verein angemeldet“, erzählt Silke Kruse augenzwinkernd. Vor elf Jahren hat Silke Kruse Führungsaufgaben in der Ortsgruppe übernommen. Als der damalige Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Wietze verstarb, wurde händeringend ein Nachfolger gesucht. Silke Kruse zögerte nicht lange, den Vorsitz der Ortsgruppe zu übernehmen. Sie weiß, wie wichtig diese ehrenamtliche Tätigkeit ist. „Wir sorgen für Sicherheit im und am Wasser. Zu unseren Hauptaufgaben zählt, Kindern und Erwachsenen das Schwimmen beizubringen. Wir bieten darüber hinaus Schwimmweiterbildungen, Ausbildung für Rettungsschwimmer und Wettkampfsport. Dazu nutzen wir das Wietzer Hallen- und Freibad“, erklärt sie. Bei der Vereinsarbeit unterstützt sie Ehemann Klaus. Er ist der technische Einsatzleiter und kümmert sich um Einsatzfahrzeuge, Rettungsboote, Ausbildung. „Mein Herz schlägt für die DLRG“, sagt der selbstständige Tischler. „Ich setze gern mehr Zeit dafür ein, als ich Freizeit habe. Zu Hause leben wir gefühlt 365 Tage für die Ortsgruppe. Früher bin ich zum Beispiel häufig mit meinem selbst gebauten Boot gesegelt. Inzwischen liegt es seit drei Jahren trocken“, sagt er. Für Klaus Kruse bedeutet es viel, dass seine ganze Familie im Verein ist. „Das Schöne dabei ist, wir können alles gemeinsam machen – vom Training bis zu den Wettkämpfen. Dadurch verbringen wir viel gemeinsame Zeit miteinander.“ Sina ist mit 18 Jahren die Jüngste aus dem Hause Kruse. Sie ist aktiv im Jugendvorstand und hilft bei der Kinderschwimmausbildung. „Ich schwimme seit meinem sechsten Lebensjahr. Seit drei Jahren mache ich Vorstandsarbeit. Ich bin mit der DLRG groß geworden und wurde immer mehr in die Aufgaben integriert. Die Arbeit mit den Jugendlichen bereitet mir viel Freude“, sagt sie. Neben den Trainingszeiten ist sie in den Sommermonaten häufig am Badesee des Hüttenseeparks anzutreffen. Dort übernimmt sie gemeinsam mit anderen Rettungsschwimmern die Badeaufsicht. „Im Laufe der Zeit haben wir schon dem einen oder anderen Schwimmer ans Ufer geholfen oder als ausgebildete Sanitäter Verletzungen oder Blessuren versorgt.“ Trotz des hohen Aufwandes für die DLRG findet sie noch Zeit für ein zweites Hobby: Seit elf Jahren hat sie ein eigenes Islandpony. Michelle (21) heißt die ältere Kruse Tochter. Sie ist Jugendvorsitzende in der Wietzer Ortsgruppe und arbeitet parallel in der Bezirksjugendgruppe im Vorstand mit. Im Wietzer Verein nimmt sie am Rettungsdienst teil und startet bei Wettkämpfen im Einzel- und Mannschaftsschwimmen. „Seit vier Jahren schwimme ich im Landeskader für Niedersachsen. Einmal bin ich schon Landesmeisterin im Einzelwettkampf geworden“, sagt sie. Die Hälfte ihrer Freizeit investiert sie bisher in die Vereinsarbeit. Nach den Schulferien wird die frisch gebackene Abiturientin die zweijährige Fachschule für Hauswirtschaft an der Albrecht-Thaer-Schule besuchen. Wenn sie die Schule erfolgreich abschließt, wäre sie hauswirtschaftliche Betriebsleiterin. „Ich werde weiter versuchen, in der DLRG aktiv zu sein – sowohl als Schwimmerin als auch in der Jugendarbeit. Aber ich muss sehen, wie viel Zeit ich für die Ausbildung brauche“, sagt sie. Dass die ganze Familie in der DLRG ist, hat sie als Jugendliche mit gemischten Gefühlen gesehen. „Rückblickend aus heutiger Sicht finde ich das schön“, sagt sie. Für die Zukunft wünscht sich Michelle Kruse, dass die ehrenamtliche Arbeit der Wasserretter mehr gewürdigt wird. „Oft wird unsere Zeit, die wir für die Allgemeinheit investieren, nicht ausreichend von der Gemeinschaft wert geschätzt“, sagt sie.
Bernd Kohlmeier Autor: Bernd Kohlmeier, am 24.07.2015 um 09:21 Uhr
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