Zwischen Stall und Büro

Sie arbeiten Hand in Hand (von links): Altenteilerin Gertrud Penshorn, Tochter Henny Penshorn, Renate Penshorn, Sohn Cord Penshorn, Heinrich Penshorn und Auszubildender Stefan Roost. Kleine Bilder von oben: Der Garten gehört mit zum Arbeitsbereich von Renate Penshorn. Schweinemast ist der Tätigkeitsschwerpunkt, aber auch Ackerbau wird betrieben, Stefan Roost steigt vom Trecker. Foto: Lothar H. Bluhm (7)

Mit dem Schwerpunkt der Schweinemast beschäftigt sich der Familienbetrieb Penshorn GbR in Huxahl. 3000 Mastplätze stehen in den großen Ställen im Außenbereich zur Verfügung. In rund 100 Tagen nehmen die Schweine zirka 90 Kilo zu und wiegen dann 120 Kilo, bevor sie nach Lüchow-Dannenberg gefahren werden. In den 1970er Jahren wurde der Betrieb in der Schweinehaltung allmählich aufgebaut und erreichte 2014 die heutige Größe.

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HUXAHL. Die Landwirtschaft hat einen dollen Wandel hinter sich“, stellt Heinrich Penshorn (58) gleich zu Beginn des Gespräches fest. Durchgreifende Agrarreformen, Festlegung und Wegfall von Quoten, Globalisierung der Getreidepreise und die Anpassung an den Weltmarkt seien nur einige Punkte der Veränderungen, die hiesige Betriebe zu verkraften hatten und haben, sagt Penshorn. Dabei seien die Produktionskosten immer weiter gestiegen und in wellenförmigen Bewegungen sei es immer wieder zu Überproduktionen gekommen. „Und schlechte Weizen- oder Zuckerrübenernten im Ausland wirken sich auf das hiesige Preisniveau aus“, so der Landwirtschaftsmeister, der sich ständig in Seminaren und Kursen fortbildet. „Ich muss immer wieder Neues lernen und Dinge durchdenken“, beschreibt Penshorn sich selbst.

In der einklassigen Dorfschule in Diesten begann Heinrich Penshorn seine Schullaufbahn. Weitere Stationen: Realschule Hermannsburg, Landwirtschaftliche Ausbildung, zweijährige Fachschule und Meisterschule an der Albrecht-Thaer-Schule in Celle. „Zwischendurch war ich noch ein halbes Jahr in North Carolina in den USA und habe dort Erfahrungen in einer ganz anderen Landwirtschaft gesammelt. Aber das würde ich jederzeit wieder machen und das empfehle ich auch heute noch jedem.“ 1987 hat Penshorn die Meisterausbildung abgeschlossen.

Optimistischer Blick
in die Zukunft

Kein Wunder, dass auch Sohn Cord (Jahrgang 1989) in den USA Erfahrungen gesammelt hat. Seit drei Jahren ist er jetzt wieder zurück in Huxahl im elterlichen Betrieb. Nach seiner Ausbildung auf Lehrhöfen in Soltau und Diepholz hat er – wie sein Vater – die zweijährige Fachschule in Celle besucht, bevor er den Auslandsaufenthalt startete. „Cord hat einen optimistischen Blick in die Zukunft“, beschreibt ihn seine Mutter Renate. „Cord ist wild entschlossen, Landwirtschaft zu machen und weiter zu entwickeln.“

Dabei sei das mit der räumlichen Entwicklung des Betriebes nicht so einfach, denn durch die Nähe zur Oertze müssen strenge Naturschutz- und Umweltauflagen eingehalten werden. Das Heidefließgewässer wurde zu geschützten Landschaftsbestandteilen nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz erklärt.

„Wir haben eigentlich nie eine konstante Zahl von Tieren, sondern durch Zugänge und Abgänge ist immer Bewegung im Bestand“, sagt Landwirtschaftsmeister Heinrich Penshorn zu seiner Anlage in Huxahl. Erst jetzt seien wieder 250 Ferkel aus Rethem gekommen, während gerade 170 Schweine abgegeben wurden. „In QS-Qualität“, unterstreicht Penshorn. Das Tierwohl und die Tiergesundheit stehen für den Betrieb im Vordergrund. Genau so wie Tierschutzbund, Schlachtereien und Einzelhandel ihre Ansprüche propagieren. Insgesamt habe man den eigenen Betrieb so organisiert, dass während des gesamten Jahres eine einigermaßen ausgeglichene Arbeitsbelastung besteht.

Kauffrau, Bäuerin,
Tierärztin, Hausfrau

„Allerdings bindet das Büro immer mehr Arbeitskraft“, stellt Renate Penshorn fest. Sie kümmert sich um diesen Bereich der Dokumentationen, Statistiken, Subventionen, Steuern und Sparkasse. Wer das Büro nicht auf der Reihe hat, kann nicht bestehen, steht für Penshorns fest. „Ich bin eher kaufmännisch orientiert als landwirtschaftlich“, umreißt die 54-jährige Tierärztin ihren Job im Betrieb.

Bei der Landjugend in Hermannsburg hat sie ihren Mann Heinrich kennen gelernt. Nach ihrem Abitur studierte sie bis 1985 an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover und arbeitete dann als approbierte Tierärztin in Rendsburg und Eschede: „1988 haben wir geheiratet.“ Es sei durchaus ihr Traumberuf, den sie auch gern ausgeübt habe, sagt Penshorn: „Ich wollte aber auch Kinder haben und wir sind nun diesen Weg gegangen.“

Derweil steht für Tochter Henny (20) fest, dass sie Ökotrophologie studieren will. Sie wartet jetzt auf eine Zusage für einen Studienplatz: „Am liebsten in Hamburg…“

Lothar H. Blum Autor: Lothar H. Blum, am 27.08.2015 um 14:39 Uhr
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