Neues Buch schildert das Kriegsende im Flotwedel

Auf einer Karte zeichnet Hendrik Altmann das Panzergefecht vom 15. April 1945 zwischen Lachendorf und Ahnsbeck nach. Der Durchbruchversuch der deutschen Kampfgruppe (blau) wurde damals von den in Ahnsbeck stehenden Amerikanern (rot) verhindert. Die Karte ist in seinem Buch über die letzte Kriegstage zu finden. Foto: Hendrik Altmann

Auch im Landkreis Celle kam es in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs noch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Das neue Buch von Hendrik Altmann folgt nun den Wegen der 84. US-Division sowie der „Kampfgruppe Wiking“ und beschreibt anhand von Berichten, Karten und Landschaftsspuren deren Zusammentreffen bei Wienhausen und Ahnsbeck.

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OFFENSEN. Vieles aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs liegt bis heute im Dunkel der Geschichte. Mit seinem neuen Buch über die lokalen Verhältnisse in den letzten Kriegstagen im April 1945 sorgt der aus Offensen stammende Hendrik Altmann nun für etwas mehr Licht in dieser Dunkelheit.

Er betreibt seit 2010 den Internetblog found-places.blogspot.de, wo er sich historischen Themen mit lokalem Bezug widmet. Altmann ist auch zertifizierter Sondengänger, das heißt er unterstützt die archäologische Forschung durch seine Suche nach Relikten im Boden. Dabei stieß er in der Nähe seines Heimatdorfes am Waldrand auf amerikanische Patronenhülsen und er fand sogar einige stark verrostete Panzerfäuste, die offenbar von deutschen Soldaten am Bahnhof Offensen vergraben worden waren.

Hendrik Altmann forschte weiter und konzentrierte seine Recherchen auf die bewegte Zeit der letzten Kriegstage im April 1945. Der Krieg war zu dieser Zeit militärisch längst entschieden. Vielerorts kam es allerdings noch zu kleineren Gefechten. Zahlreiche Brücken sprengte der „Volkssturm“ noch in den letzten Tagen des Krieges, um den unaufhaltsamen Vormarsch der Alliierten zumindest zu verlangsamen. Einzelne Dörfer wurden verteidigt, wie es die deutsche Propaganda forderte, doch brachte es nur zusätzliches Leid.

Bei den Gefechten kamen auf beiden Seiten zahlreiche Menschen ums Leben. Wegen der ungeordneten Verhältnisse und der Dynamik der Ereignisse blieben die Geschehnisse aber meist undokumentiert. Diese Lücke versucht Hendrik Altmann mit seinem neuen Buch zu schließen. Er wertete dazu unterschiedlichste Quellen aus. Durch die Gegenüberstellung deutscher und amerikanischer Berichte schafft er interessante Einblicke in die bewegende Zeit vor 70 Jahren.

Besonders aufschlussreich sind dabei die vom Autoren gefundenen Spuren in der Landschaft, anhand derer die damaligen Gefechte heute noch mehr oder weniger greifbar werden. Das Buch führt dem Leser vor Augen, wie nah der Krieg einst gewesen ist und dass seine Spuren und Folgen ganze Generationen überdauern.

Altmanns Buch über die letzten Kriegstage im Flotwedel erscheint wie ein „Papier gewordener Blog“. Anschaulich vermittelt er die zusammengetragenen Fakten mit Fotos, Dokumenten und Kartenmaterial. Der Autor weist darauf hin, dass es noch immer offene Fragen gibt, zu deren Diskussion er mit der Buchveröffentlichung anregen möchte. Neue Erkenntnisse möchte er in einer Neuauflage berücksichtigen. Das ist begrüßenswert. Bei der Gelegenheit kann auch eine der Schwächen des neuen Buches verbessert werden – der beachtlichen Fleißarbeit hätte ein abschließendes Korrektorat gut getan. Trotz dieser Einschränkung ist es aber allen Geschichtsinteressierten zu empfehlen.

Das Buch „Die letzten Kriegstage – Kampfhandlungen im Flotwedel und angrenzenden Ortschaften 10. bis 20. April 1945“ wird im Eigenverlag herausgegeben, hat 178 Seiten und kostet 31,50 Euro. Gekauft werden kann es direkt beim Autoren (E-Mail: found-places@live.de), im Dorfspion Online-Shop (www.dorfspion.de) oder bei Edeka Müller in Wienhausen.

Am Freitag, 16. Oktober, wird das Buch „Die letzten Kriegstage – Kampfhandlungen im Flotwedel und angrenzenden Ortschaften 10. bis 20. April 1945“ öffentlich vorgestellt. Im Dorfgemeinschaftshaus von Offensen/Schwachhausen, Spitzweg 1, 29342 Offensen, referiert der Autor Hendrik Altmann ab 19 Uhr über ausgewählte Inhalte seines neuen Buches. Begleitet werden seine Ausführungen durch einen anschaulichen Vortrag. Der Eintritt ist kostenlos.

Florian Friedrich Autor: Florian Friedrich, am 12.10.2015 um 20:27 Uhr
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Buchvorstellung

Am Freitag, 16. Oktober, wird das Buch „Die letzten Kriegstage – Kampfhandlungen im Flotwedel und angrenzenden Ortschaften 10. bis 20. April 1945“ öffentlich vorgestellt. Im Dorfgemeinschaftshaus von Offensen/Schwachhausen, Spitzweg 1, 29342 Offensen, referiert der Autor Hendrik Altmann ab 19 Uhr über ausgewählte Inhalte seines neuen Buches. Begleitet werden seine Ausführungen durch einen anschaulichen Vortrag. Der Eintritt ist kostenlos.

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