147.372 Euro für Mitmenschen in Not in Celle

Die CZ-Weihnachtsaktion „Mitmenschen in Not“ hat in den vergangenen Wochen viele Menschen in Stadt und Landkreis Celle bewegt. Dies zeigt die Bilanz von aktuell 147.372 Euro, die bis Freitag auf das Spendenkonto geflossen sind – dazu kamen zahlreiche Sachspenden.

CELLE. Das Jahr 2015 hat eine beispiellose Welle der Unterstützung in Deutschland ausgelöst – vor allem das Schicksal der zahlreichen Flüchtlinge hat die Bürger bewegt und zur Hilfe motiviert. Aber auch vor unserer Haustür leiden viele Menschen unter persönlichen Schicksalsschlägen, sind auf unbürokratische Hilfe angewiesen und brauchen Verständnis und Solidarität von jenen, die ohne Not leben können. So warb die Cellesche Zeitung in den vergangenen Wochen mit ihrer traditionellen Weihnachtsaktion für „Mitmenschen in Not“ einmal mehr um Unterstützung für Bedürftige in Stadt und Landkreis Celle.

Das Ergebnis ist überwältigend: Bis zum Freitag sind 147.372 Euro auf das Spendenkonto 9910 bei der Sparkasse Celle geflossen, davon gut 98.000 Euro aus der großen Weihnachtstombola. Seit der ersten Aktion für „Mitmenschen in Not“ im Jahr 1995 wurden damit mehr als 2,25 Millionen Euro gespendet.

Über eine kleine Auswahl besonders harter Schicksalsschläge hat die CZ berichtet. Hunderte ähnlicher Fälle liegen den sozialen Einrichtungen und Ämtern vor, mit denen die CZ bei dieser Aktion kooperiert. Da ist zum Beispiel Elfriede Schmidt (alle Namen wurden von der Redaktion geändert), die ihre zwölfjährige Enkelin bei sich aufgenommen hat, weil die alleinerziehende Mutter nach einer schweren Erkrankung erst im Krankenhaus und jetzt langfristig in Reha und stationärer Therapie bleiben muss. Die beiden leben von Minirente plus Kindergeld. Der größte Wunsch des Mädchens ist ein eigenes Fahrrad, damit sie – wie ihre Freundinnen – zur Schule fahren kann.

Oder: Als alleinerziehender Vater lebt Jens Sparten seit kurzem mit seinen beiden Kindern (8 und 12 Jahre alt) in einer kleinen Zweizimmerwohnung. Sein Lohn als Saisonarbeiter ist knapp bemessen. Seine geschiedene Frau hat sich mit einem neuen Lebenspartner „aus dem Staub gemacht“ und ihm die Kinder quasi vor die Haustür gestellt. Der Vater hat jetzt erst einmal einen Raum mit einem Matratzenlager hergerichtet. Es fehlen ordentliche Bettdecken, Bettwäsche, Nachttischchen und Leselampen. Auch ein kleiner Schreibtisch für Hausaufgaben, eine Waschmaschine und ein Trockner wären von Nöten.

Bereits geholfen werden konnte Familie Ansel. Die kurdische Familie lebt seit vielen Jahren in Celle und sorgt für insgesamt zehn Kinder, von denen die beiden ältesten jetzt eine Ausbildung machen. Bildung und Ausbildung ihrer Kinder ist den Eltern sehr wichtig. Jeder Cent wird für Schulsachen und Schulbedarf zur Seite gelegt. Aus dem Spendentopf wurden Geschenkwünsche zu Weihnachten erfüllt.

Aber nicht nur in diesem Fall war es möglich, in enger Abstimmung mit Vertretern der Sozialen Dienste aus Stadt und Landkreis, der Caritas und des Diakonischen Werkes schnell und unbürokratisch zu helfen. Insgesamt mehr als 80.000 Euro wurden seit November vergangenen Jahres ausgeschüttet. Die verbliebenen Gelder und solche, die in den nächsten Tagen noch auf dem Spendenkonto bei der Sparkasse Celle, IBAN: DE38 2575 0001 0000 0099 10, eingehen, werden im Laufe des Jahres bedarfsorientiert ausgeschüttet.

Empfänger der Hilfsleistungen waren in Not geratene Einzelpersonen und Familien, über deren Schicksal die CZ in den vergangenen Wochen exemplarisch berichtet hat. Sie erhalten, um Missbrauch zu vermeiden, ihre Unterstützung in Form von Sachleistungen. Darüber hinaus kamen soziale Einrichtungen wie Bahnhofsmission, Essenszeit, Celler Tafel, Ambulante Hilfe für wohnungslose Männer und Frauen, Schwangerschaftsberatungsstellen sowie das Projekt Brückenbau, das sich um die Wiedereingliederung von Strafgefangenen ins gesellschaftliche Leben bemüht, in den Genuss einer Unterstützung.

CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber ist es ein großes Anliegen, den zahlreichen Spendern zu danken: „Dies gilt für jeden Euro, den wir weiterleiten konnten, genauso wie für die vielen Sachspenden für die Tombola oder auch direkt an Bedürftige aus der Region. Dies reichte vom Spielzeug bis zum Grabstein.“ Wieder andere halfen mit Dienstleistungen oder sammelten mit eigenen Aktionen Geld für den guten Zweck. „Ihnen allen gilt namens der Hilfsbedürftigen ein herzlicher Dank“, so Leineweber.

Doris Hennies

Doris Hennies Autor: Doris Hennies, am 08.01.2016 um 20:23 Uhr
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