Ansprechpartner für Klein Hehlen gesucht

Im Musikerviertel in Klein Hehlen gibt es noch Berührungsängste zwischen Anwohnern und den Flüchtlingsfamilien. Foto: Thomas Brandt

Über Weihnachten sind Flüchtlingsfamilien in die alten Britenhäuser im Musikerviertel gezogen. Nachbarn fragen sich, an wen sie sich wenden können, damit Schnee geräumt und Müll getrennt wird. Anwohner wenden sich mit ihren Sorgen häufig an Ortsbürgermeister Klaus Didschies.

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KLEIN HEHLEN. Rolf Cantow ist ratlos. Er fragt sich, ob die Stadtverwaltung mit der aktuellen Flüchtlingswelle überlastet sei. Telefonisch konnte er im Neuen Rathaus und in der Zentralen Anlaufstelle niemanden erreichen, um zu erfahren, wer seinen neuen Nachbarn vermitteln könne, dass sie die Wege fegen müssen, wenn es schneit. Über Weihnachten sind einige Flüchtlingsfamilien in seine Straße im Musikerviertel gezogen. Gerne wüsste Cantow genau, wie viele es sind und wie sie sich in die Nachbarschaft integrieren sollen. Von der Informationsveranstaltung mit Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) kurz vor Weihnachten hatte er sich mehr erhofft. Damit die syrischen Familien keinen unliebsamen Besuch bekommen, sagte Mende nicht, wie viele Flüchtlinge genau in welche Straße ziehen. Er versicherte, dass die rund 140 Neuankömmlinge sozialverträglich in Klein Hehlen und in der Heese verteilt würden.

Doch genau daran zweifeln viele Anwohner, sagt Klein Hehlens Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU). Er wisse auch nicht mehr zum Thema, bestätigt aber, dass sich im Moment viele bei ihm melden würden, um zu fragen, wer die Sorgen und Hilfsangebote der Nachbarn koordinieren werde. Einige hätten Probleme gehabt, bei der Verwaltung durchzukommen.

Nicht überall sei es so einfach wie in dem Projekt von Hanna Rossman vom Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen, sagt Didschies. Hierbei leben fünf syrische Flüchtlingsfamilien in einem Wohnhaus, Nachbarn kommen vorbei und helfen beim Einleben im Raum Petersburgstraße. "Das räumliche Miteinander geschieht aber im Musikerviertel deutlich näher, deswegen ist das Interesse in alle Richtungen ausgeprägter."

Stadtsprecher Wolfgang Fischer sagt zu den Bedenken der Anwohner: "Wichtig ist, dass wir noch immer eine dezentrale Unterbringung gewährleisten können, dass wir keine Sporthallen für Flüchtlinge reservieren müssen, dass wir auch durch die Partnerschaft mit der Polizei unseren Bürgern weitgehende Sicherheit garantieren können und dass wir die Menschen in der Stadt zum Beispiel mit unserem Bürgerdialog mitnehmen. Dort können alle Fragen offen angesprochen werden." In die angesprochene Straße im Musikerviertel seien vier Familien gezogen.

Korrekte Mülltrennung und ordnungsgemäßer Winterdienst verlangten auch der einheimischen Bevölkerung einiges ab, betont Fischer. "Ständig verdreckte Containerstandorte und wilder Müll in der Landschaft zeigen leider seit Jahren davon. Selbst innerhalb Deutschlands gibt es zum Teil völlig unterschiedliche Abfuhrsysteme."

Zur Frage der Betreuung erklärt Fischer, dass die Stadtverwaltung bereits in den Ortsteilen Hehlentor, Vorwerk, Westercelle und in der Blumlage/Altstadt präsent ist. Außerdem gebe es weitere Anlaufpunkte der Caritas an der Marienwerderallee und der Fuhrberger Landstraße. Sinnvoll seien weitere dezentrale Anlaufstellen in Klein Hehlen, der Heese und Neuenhäusen. "Gerade in Klein Hehlen und der Heese wollen wir Netzwerke aufbauen. Allerdings sind wir hier erst am Beginn unserer Bemühungen. Solange sind Ansprechpartner immer die Kollegen in der Zentralen Anlaufstelle." Man müsse sie unter ☏ (05141) 8879612 nur fragen. Seit dieser Woche seien die Mitarbeiter auch wieder besser zu erreichen, erklärt eine Kollegin am Telefon.

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 15.01.2016 um 19:40 Uhr
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