Handball-Bundesliga: Abstiegskandidat SVG Celle bei Tabellenführer HC Leipzig

Der in dieser Saison immer noch sieglose SVG Celle tritt in der Handball-Bundesliga der Frauen am Mittwoch um 19.30 Uhr beim HC Leipzig an. Dabei könnten die Unterschiede vor der Partie kaum größer sein.

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CELLE. Der SVG Celle steht beim HC Leipzig vor einer schier unlösbaren Aufgabe. „In dieser Partie einen Sieg zu verlangen, wäre vermessen“, sagt Trainer Martin Kahle vor dem Duell in der Handball-Bundesliga der Frauen und meint: Im Spiel des Spitzenreiters gegen den Tabellenvorletzten geht es in erster Linie um sportliche Schadensbegrenzung. Anwurf in der Arena in Leipzig ist am Mittwoch um 19.30 Uhr.

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen vor dem Spiel nicht sein. Leipzig führt die Tabelle an und ist am vergangenen Wochenende ins Viertelfinale des Europapokals eingezogen. Celle liegt nach den sportlichen und wirtschaftlichen Schwindelanfällen der jüngsten Vergangenheit auf dem vorletzten Tabellenplatz und kämpft ums sportliche Überleben. „Das ist eine ganz andere Liga“, sagt Kahle mit Blick auf Etat und Kader des Serienmeisters völlig zu Recht. Und bei diesem Duell wird besonders deutlich, wie eng der sportliche Erfolg mit den wirtschaftlichen Voraussetzungen zusammenhängt. „Unter normalen Bedingungen ist ein Großteil der Mannschaften in der Bundesliga für uns nicht zu erreichen.“

Kahle warnt mit Blick auf den mit Nationalspielerinnen bestückten Kader der Leipziger vor zu viel Respekt. „Davon dürfen wir uns nicht blenden lassen“, sagt der Trainer, der auf den kompletten Kader zurückgreifen kann. Für das Spiel hat er sich kleinere Ziele gesetzt – unabhängig vom Ergebnis. „Wir wollen in der Abwehr und im Angriff im Training einstudierte Varianten verfestigen“, sagt Kahle. Details zu den Formationen nennt er nicht. Er sagt nur: „Wenn wir gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt spielen, wollen wir spielerisch vorbereitet sein.“ Er sagt aber auch: „Wenn bei uns alles stimmt und der Gegner uns unterschätzt, müssen wir da sein.“ Auch gegen Leipzig.

Ein ganz besonderes Spiel wird es für Maria Kiedrowski. Denn in Leipzig feierte die 27 Jahre alte Linksaußenspielerin aus Celle ihre größten Erfolge, wurde zweimal Deutscher Meister, holte den Supercup und stand im Finale um den Europapokal. „Es ist immer schön, nach Leipzig zurückzukehren“, sagt Kiedrowski. Freunde und Verwandte werden sie vor Ort gegen ihren ehemaligen Verein unterstützen, in dem sie das Handballspielen lernte und in der Bundesliga den Durchbruch schaffte.

Jetzt heißt es für sie aber Abstiegskampf statt Titelrennen. „Wir sind alle mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet“, gibt sie zu Protokoll. „Leipzig ist der klare Favorit. Aber wir wollen sie ärgern und uns Selbstvertrauen für den Rest der Saison holen“, sagt die Linksaußen. Sie ist sich sicher, dass die Mannschaft die schwierige Situation annimmt, und zuversichtlich, dass es am Ende klappt mit dem Klassenerhalt. „Wir sind motiviert und werden zurückkommen.“

Christoph Zimmer Autor: Christoph Zimmer, am 19.01.2016 um 20:02 Uhr
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