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Neue Technik liefert ab 2017 Strom von der Aller bei Hornbostel

Sie vollzogen am Samstag am Allerwehr bei Hornbostel den symbolischen ersten Spatenstich für das Hochleistungswasserrad (von links): Thomas Rumpf vom Wasserwirtschaftsamt Verden, Heinz Jörg Fuhrmann, Salzgitter AG, Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann, Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann, Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic und Uwe Beckmeyer, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.  Foto: Benjamin Westhoff

Eine Forschungswasserkraftanlage am Allerwehr zwischen Hornbostel und Bannetze soll ab 2017 nicht nur Strom liefern, sondern Wissenschaftlern und Konstrukteuren Erkenntnisse vermitteln, wie die Hochleistungstechnologie unter praktischen Bedingungen funktioniert und weiterentwickelt werden kann.

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HORNBOSTEL. Schon im kommenden Jahr soll sich am Allerwehr zwischen Hornbostel und Bannetze das weltweit größte Stahlwasserrad drehen und Strom für 1000 Haushalte liefern. Nachdem die Vorarbeiten bereits im Oktober 2015 angelaufen waren, erfolgte am Samstag die offizielle Baustelleneröffnung. Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik griffen symbolisch zum Spaten und brachten damit die Forschungswasserkraftanlage auf den Weg, über die seit 2009 diskutiert wird.

Das Hochleistungswasserrad aus Stahl soll eine Breite von zwölf und einen Durchmesser von elf Metern haben. Bei einer Nennleistung von 500 Kilowatt soll es pro Jahr 2,5 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Das Schluckvermögen des Wasserrads pro Sekunde beträgt 60 Kubikmeter. „So viel, wie in eine große Garage passt“, beschrieb Professor Jürgen Hesselbach, Präsident der Technischen Universität (TU) Braunschweig, die Wassermenge, die das Rad dreht.

An der TU wurden mit der Entwicklung der Stahl-Hochleistungswasserradtechnologie die Grundlagen geschaffen, um bisher nicht nutzbare Wasserkraftpotenziale bei niedrigen Fallhöhen und großen Durchflussmengen nutzen zu können. Mit der Salzgitter AG, die gemeinsam mit der TU Braunschweig die Pilotanlage am Allerwehr baut, wird über Hochleistungswasserräder mit bis zum drei Megawatt Leistung nachgedacht. Sie haben ein Schluckvermögen bis zu 100 Kubikmetern pro Sekunde und damit das knapp 17-fache der größten klassischen Wasserräder. Etwa 6000 Staustufen in Deutschland eignen sich laut Hesselbach für den Einsatz der neuen Technologie.

Von einem uneingeschränkt positiven und perspektivreichen Projekt sprach Professor Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG. Die Erprobung bei Hornbostel sowie an einem weiteren Standort mit größerer Fallhöhe könne Voraussetzung für eine Kleinserie sein. Fuhrmann sah eine Revitalisierung der Wasserkraft in Deutschland. Uwe Beckmeyer, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der seinen Minister Sigmar Gabriel in Hornbostel vertrat, erwartet für die neue Technologie Exportmöglichkeiten in alle Welt. Die Kosten für das Projekt betragen gut elf Millionen Euro, die von Bund und Land gemeinsam zu 50 Prozent gefördert werden.

Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann erhofft sich von dem Projekt auch eine Nachnutzung des Schleusenwärterhauses, das seit Jahren leersteht. Es liegt allerdings auf der Bannetzer Seite noch hinter der Schleuse. Wie sein Wietzer Kollege Wolfgang Klußmann, sah Oelmann die Wasserkraftanlage als touristischen Hotspot und sagte. „Hier kann etwas Großes geschaffen werden.“

Joachim Gries Autor: Joachim Gries, am 25.01.2016 um 08:26 Uhr
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