Celler Badeland: Flüchtlinge belästigen zwei Elfjährige

Foto: Benjamin Westhoff

Eine Gruppe von fünf jugendlichen Flüchtlingen aus Afghanistan, die in einer Unterkunft in Mellendorf untergebracht sind, hat am späten Samstagnachmittag zwei elfjährige Mädchen im Celler Badeland sexuell belästigt. Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Wildwasserrutsche und wurde am Sonntag von der Polizei öffentlich gemacht. Die Täter erhielten Hausverbot.

CELLE. Nach Angaben der Mutter eines der Mädchen hatten die beiden gegen 17 Uhr zweimal die Rutsche benutzt. Dabei war ihnen auf der dritten Plattform die Gruppe der Jugendlichen aufgefallen. Beim dritten Mal hätten sich die Afghanen im Wasser so formiert, dass sich die Mädchen an einem von ihnen vorbeidrängen mussten. Dabei habe dieser die Elfjährigen leicht am Oberschenkel, der Hüfte und dem Gesäß berührt. Dies habe sich in stärkerer Form beim vierten Mal wiederholt. Berührungen im Intimbereich habe es nicht gegeben.

Die beiden völlig aufgelösten Mädchen seien daraufhin unter Tränen zum Schwimmmeister gegangen. Dieser habe dann zusammen mit den Elfjährigen die Jugendlichen am Ausgang der Rutsche abgepasst. Der Schwimmmeister holte die Gruppe der minderjährigen afghanischen Flüchtlinge aus dem Wasser und verständigte die Eltern der Mädchen und die Polizei. Die Beamten stellten im Beisein des Betreuers der Afghanen deren Personalien fest und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein. Die Mutter stellte Anzeige wegen sexueller Belästigung. Das Badeland erteilte den Jugendlichen umgehend Hausverbot.

Nach Auskunft von Badeland-Leiter Matthias Gaupp war dies der erste Vorfall von sexueller Belästigung von Flüchtlingen. In den vergangenen Jahren habe es bei etwa jährlich 350.000 Badegästen insgesamt nur zwei Vorfälle gegeben, an denen ein Celler und im anderen Fall ein "südländisch" aussehender Mann beteiligt gewesen seien, so Gaupp.

Die Mutter der einen Elfjährigen ist "tief getroffen. Ich frage mich, ob ich überhaupt meine Tochter noch ins Badeland gehen lassen kann. Vielleicht nur noch in Begleitung ihres älteren Bruders." Sie habe den Flüchtlingen bisher sehr offen gegenübergestanden, sagt die Cellerin. "Meine Kinder haben Spielsachen zusammengesammelt, die wir ins Flüchtlingslager gebracht haben, und wir haben noch andere Dinge gespendet." Auch beruflich hat die Frau mit Flüchtlingen zu tun. Sie sagt: "Ich weiß, dass man nicht alle über einen Kamm scheren darf, aber den Flüchtlingen muss klar sein, dass sie sich anzupassen haben, wenn sie zu uns kommen und dass Frauen hier nicht einfach so behandelt werden dürfen."

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 07.02.2016 um 18:12 Uhr
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