Minister bereitet Abschuss des Wardböhmer Wolfes vor / Neue Ungereimtheiten

Foto: Fremdfotos/eingesandt

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) bereitet die Entnahme des Wardböhmer Wolfes vor, der offenbar die Scheu vor den Menschen verloren hat. Die Opposition gab sich mit dieser Aussage aber nicht zufrieden. Sie deckte neue Ungereimtheiten auf.

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CELLE. Neue Fakten gab es am Donnerstag durch den Celler Landtagsabgeordneten Ernst-Ingolf Angermann (CDU) zu dem Wolfsübergriff in Wardböhmen. Und sie lassen die Arbeit des Umweltministeriums nicht gut aussehen. Denn im besten Fall muss sich das Ministerium bei der Aufarbeitung des Falles Schlamperei vorwerfen lassen, wenn Angermanns Informationen stimmen.

Bei dem Vorfall, bei dem der Hund der Frau durch den Wolf verletzt wurde, hatte die Wardböhmerin Fotos gemacht. Diese, so hatte es ein Mitarbeiter des Ministeriums im Umweltausschuss gesagt, seien nicht verifizierbar, weil ihnen die Metadaten fehlen.
Dem widersprach gestern Angermann. „Ich habe mir die Fotos schicken lassen und meine Mitarbeiterin hat die Metadaten auslesen können“, sagte Angermann. Die Daten würden mit den Aussagen der Frau zu Ort und Zeitpunkt übereinstimmen, so der Abgeordnete. Damit stelle sich für ihn die Frage, ob das Ministerium überhaupt ernsthaft wissen wollte, ob es diese Metadaten gegeben hat.

In der Umweltausschusssitzung des Landtages, die am Donnerstag kurzfristig anberaumt wurde, um offene Fragen zu dem Wolf zu klären, hat er auf diese Frage noch keine befriedigende Antwort bekommen. „Wir werden am Freitag noch einmal auf diese Thematik im Landtag zurückkommen“, sagte Angermann.

Dann dürfte auch die E-Mail eine Rolle spielen, die intern an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geschickt wurde und in der das Ministerium von einer Gefährdung des Menschen ausgeht.

Wenzel selbst kündigte in der Ausschuss-Sitzung an, dass die Entnahme, also der Abschuss des Tieres, vorbereitet wird, allerdings müsse der rechtliche Rahmen eingehalten werden. Gestützt wurde der Umweltminister gestern durch Abgeordnete der Regierungsparteien. „Der Minister hat im Fachausschuss umfassend informiert und zugesichert, das auch weiterhin zu tun. Dabei hat er auch klipp und klar gesagt, dass für das in Rede stehende Tier auch Maßnahmen wie Vergrämung und Entnahme infrage kommen“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. Der Opposition warf er Budenzauber vor. „Das hilft wenig – das Thema muss ernsthaft und sachlich diskutiert werden.“

Der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen, Hans-Joachim Janßen, sah das ähnlich: „Die aktuelle Situation mit Nahbegegnungen ist bundesweit einmalig. Wir beobachten das mit Sorge. Zum Schutz des Menschen bewertet der Minister jetzt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Ich fordere daher CDU und FDP auf, endlich zur Sachlichkeit zu finden, statt weiter mit den Ängsten der Bevölkerung zu spielen und PR-Klamauk im Plenum zu veranstalten.“

Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 18.02.2016 um 18:51 Uhr
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