Jetzt nun doch: Problemwolf wird getötet

Foto: Joachim Gries

Der auffällig gewordene Wolf aus dem Munsteraner Rudel mit der Kennung MT6 soll nun doch getötet werden. Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz teilte am Mittwoch mit, dass das Tier zuerst betäubt und dann eingeschläfert werden solle. Zuvor hatten sich schon die Umweltorganisation WWF Deutschland wie auch die Gesellschaft für Wölfe dafür ausgesprochen, den Wolf zu töten und nicht in ein Gehege zu bringen.

CELLE. Der auffällig gewordene Wolf aus dem Munsteraner Rudel mit der Kennung MT6 soll nun doch getötet werden. Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz teilte am Mittwoch mit, dass das Tier zuerst betäubt und dann eingeschläfert werden solle. Einen Tag zuvor hatte Kottwitz davon gesprochen, den Wolf nur im äußersten Notfall töten zu lassen. Doch sowohl die Umweltorganisation WWF Deutschland als auch die Gesellschaft für Wölfe hatten sich zuvor bereits dafür ausgesprochen, den Wolf zu töten und nicht in ein Gehege zu bringen.

„Ein Tier, das in freier Wildbahn aufgewachsen ist, in ein Gehege zu bringen, ist aus unserer Sicht Tierquälerei“, sagt WWF-Sprecher Roland Gramling. Er sieht auch ganz praktische Gründe, die es sehr schwierig machen, den Wolf einzufangen. „Um ihn zu betäuben, muss man sehr nahe herankommen. Das ist auch aus Sicherheitsgründen nicht so einfach.“ Sollte der Wolf, und sei es nur aus Zufall, einen Menschen verletzen, hätte das gravierende Auswirkungen für die gesamte Wolfspopulation in ganz Deutschland. „Die Akzeptanz der Tiere würde in so einem Falle rapide sinken.“

Der WWF weiß sich einig mit dem Freundeskreis freilebender Wölfe. Sie widersprechen in einer Mitteilung ausdrücklich einer Unterbringung in einem Gehege. „In der Vergangenheit haben solche Maßnahmen gezeigt, dass diese Wölfe sich nicht mit dieser Situation abgefunden haben und stets auszubrechen versuchten. Das Leben eines in Freiheit geboren Wolfes innerhalb eines Geheges bedeutet für diesen ein qualvolles Dasein“. Die Gesellschaft ist der Ansicht, dass „nur der Abschuss beziehungsweise das Einfangen und Einschläfern des Wolfes MT6 als Mittel zur Entnahme gewählt werden“ kann. Sie fordern allerdings auch einen DNA-Beweis vor dem Abschuss. Den gibt es aber nicht.

Im Umweltministerium kennt man diese Berichte. Die Sprecherin verwies aber darauf, dass man vor einem Abschuss zunächst alle milden Mittel ausschöpfen wolle. Derzeit ist der Hauptplan noch, dass Tier einzufangen und zunächst im Wisentgehege in Springe unterzubringen. Dort kann er aber nur ein paar Tage bleiben.

Die Sprecherin relativierte deshalb bereits die bisherigen Pläne. „Sollten wir keine dauerhaft Bleibe für den Wolf finden oder nicht nahe genug herankommen, steht auch der Abschuss als Option offen. Das wird vor Ort entschieden“, so die Sprecherin.
Wer letztlich diese Aufgabe übernimmt, darüber hüllt sich das Ministerium in Schweigen. Und das vor allem zum Schutz der Mitarbeiter. „Wir möchten nicht, dass zum Schluss jemand alleine am Pranger steht“, so die Sprecherin.

Der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann hatte sich bereits am Dienstag aus ähnlichen Gründen für einen Abschuss des Wolfes ausgesprochen. Der Wolf war in den vergangenen Tage mehrmals aufgefallen, weil er sich Menschen bis auf wenige Meter genähert hatte. Dabei verletzte er in einem Fall am Sonntag, den Hund einer Familie, die in der Nähe von Groß Hehlen bei Celle unterwegs war.

Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 28.04.2016 um 09:58 Uhr
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