Lobetal-Mitarbeiter: "Schlag ins Gesicht der Beschäftigten"

Foto: Peter Müller (Archiv)

Die gemeinsame Mitarbeiter-Vertretung der Beschäftigten der Lobetalarbeit befürchtet "den größten Angriff auf die Arbeitsbedingungen, die es in der Diakonie je gegeben hat", heißt es in einem offenen Brief. Der Lobetal-Vorstand will die Themen zuerst intern besprechen.

BILDER »
Weitere Bilder finden Sie in der Bildergalerie

WIETZENBRUCH. Eine Stunde länger in der Woche arbeiten, keine Kinderzulage mehr, eine gekürzte Jahressonderzahlung, ein Eigenanteil an der Zusatzversorgung, in der Altenhilfe eine gestrichene Pflegezulage und abgesenkte Tabellen für die Kollegen in Ostdeutschland. Diese Verschlechterungen und einiges mehr bezeichnet die gemeinsame Mitarbeitervertretung der Lobetalarbeit in einem offenen Brief als den "größten Angriff auf die Arbeitsbedingungen, den es in der Diakonie je gegeben hat." Hintergrund sind die Verhandlungen in der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland. Die Absender des Briefes haben ausgerechnet, dass sich aus den strukturellen Veränderungen, die von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen wurden, insgesamt ein Minus von mehr als 20 Prozent ergebe.

"Während in der Öffentlichkeit darüber diskutiert wird, wie dem Pflegenotstand wirksam begegnet werden kann, und während der Sozial- und der Erziehungsdienst im Öffentlichen Dienst und bei der Caritas vor Kurzem aufgewertet worden sind, fordern ausgerechnet die Arbeitgeber, die vorgeben, aus christlichen Motiven heraus ihre Einrichtungen zu betreiben, Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Diakonie." Die Forderungen der Arbeitgeber seien ein "Schlag ins Gesicht der Beschäftigen und durch nichts zu rechtfertigen. "Der gern behaupteten 'Billigkonkurrenz' der privaten Anbieter kann man dadurch nicht begegnen, selbst zum 'Billigheimer' zu werden.

Lobetal-Pressesprecher Markus Weyel erläutert den „Dritten Weg“ zur Gestaltung der Dienstverhältnisse: „Danach wird in einer Arbeitsrechtlichen Kommission, die paritätisch aus Dienstgebern und -nehmern besetzt ist, über Arbeitsrechtsregelungen gemeinsam entschieden." Dieses Verfahren sei ein "kirchlich angemessener Weg", bei dem sich Mitarbeitende und Dienstgeber partnerschaftlich einigen müssen, weil keine Seite die andere überstimmen kann. In dieser Kommission werde die Lobetalarbeit durch die Dienstgeberseite vertreten, sei dort aber selbst nicht präsent. "Die im offenen Brief der Mitarbeitervertretung angesprochenen Punkte sind also von der Lobetalarbeit nicht unmittelbar zu beeinflussen und werden von daher auch nicht öffentlich kommentiert", betont Weyel. Das von der Mitarbeitervertretung in den Raum gestellte Minus von mehr als 20 Prozent sei pauschal so nicht haltbar, zumal für die aktuell Beschäftigten Bestandsschutz bestehe.

Lobetal-Vorstand Carsten Bräumer ergänzt, dass es einen ständigen Austausch zwischen der Mitarbeitervertretung und dem Vorstand gebe. „Dort wäre der richtige Ort für eine Diskussion gewesen“, sagt Bräumer enttäuscht. „Das, was wir bezahlen, und unsere Arbeitsbedingungen sind im Branchenvergleich überdurchschnittlich gut. Das ist eine besondere Qualität der Arbeitsvertragsrichtlinien und stellt eine besondere Wertschätzung gegenüber der Mitarbeiterschaft dar. Warum das vonseiten der Vertretung anders dargestellt wird, können wir absolut nicht verstehen.“ Dem Lobetal-Leiter ist aber weiter der offene Austausch mit der Mitarbeitervertretung wichtig: „Nichtsdestotrotz werde ich an dem in Lobetal gepflegten Weg festhalten, offene Fragen und Kritik in einem gemeinsamen Gespräch zu erörtern.“

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 08.07.2016 um 20:11 Uhr
Druckansicht

LESER-FEEDBACK »
Keine Kommentare vorhanden
WEITERE THEMEN »

Sahra Wagenknecht kocht bei «Grill den Profi»

Köln (dpa) - Die Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht kommt in die Kochshow «Grill den Profi». In der Vox-Sendung seien schon Weltmeister, Olympiasieger und Gäste aus dem Hochadel am Herd zu sehen gewesen, aber noch nie eine aktive Bundespolitikerin, teilte der Sender am Mittwoch mit. ...mehr

Älteste Feuerwehr der Gemeinde Südheide feiert Jubiläum

Mit Musik untermalt steigen die Wasserfontänen im Örtzepark in Hermannsburg leuchtend empor. So startete die Freiwillige Feuerwehr Hermannsburg am vergangenen Wochenende in ihr 125-jähriges Jubiläum. Sie ist damit die älteste Feuerwehr der Gemeinde Südheide und zählt zu den ältesten Wehren im… ...mehr

Ruhrfestspiele mit Dürrenmatt-Klassiker eröffnet

Recklinghausen (dpa) - Zum Abschied von den Ruhrfestspielen hat Intendant Frank Hoffmann nochmal eine solide Inszenierung abgeliefert. ...mehr

Bernhard und Ruth Koch gestorben: Großes Engagement für Eversen

Eversen trauert um das Lehrerehepaar Ruth und Bernhard Koch, das infolge eines schweren Verkehrsunfalles am 9. April in Celle ums Leben gekommen ist. Am Mittwoch wurden die beiden beigesetzt. ...mehr

Amy Schumer spricht über gewalttätigen Ex-Freund

Los Angeles (dpa) - Die Erinnerungen an einen gewalttätigen Ex-Freund sind für US-Schauspielerin Amy Schumer (36) immer noch sehr präsent. ...mehr

Schüler lernen am Zukunftstag im Celler Fürstenhof das Kochen

Edel, luxuriös und schick: Ein Besuch des Althoff-Hotels Fürstenhof in Celle lässt einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Stilvolle Möbel säumen den Weg zur Küche. Bereits morgens herrscht dort schon emsiges Treiben. Doch nicht nur Profis verrichteten gestern dort ihr Werk. Im Rahmen des… ...mehr

Den Schulen sei dank: Celler erringen wieder mehr Sportabzeichen

Da behaupte noch einer, die Gesellschaft werde immer bewegungsfauler. Die aktuellen Zahlen des Kreissportbund (KSB) Celle besagen etwas anderes: In der Region legen immer mehr Menschen die Prüfung zum Deutschen Sportabzeichen ab. Sind es 2016 noch 2437 Sportbegeisterte gewesen, die sich die bekannten… ...mehr

CeBus sucht wieder Busfahrerinnen

„Wenn man etwas mit Menschen machen möchte, wird einem niemand als erstes Busfahrerin vorschlagen.“ Das musste auch Nicola Koch feststellen, als sie nach der Insolvenz ihrer Kneipe „Gegen den Strich“ auf der Suche nach einem neuen Job war. „Das ist kein Job, den man einfach so über die Arbeitsagentur… ...mehr

Anzeige
E-PAPER »
19.05.2018

Cellesche Zeitung

Die vollständige Ausgabe der CZ in digitaler Form mit Blätterfunktion.

» Anmelden und E-Paper lesen

» Jetzt neu registrieren

THEMENWELT »
AKTUELLES »

Rettung in der Relegation: Wolfsburg bleibt Erstligist

Kiel (dpa) - Der VfL Wolfsburg hat sich erneut in der Saisonverlängerung vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit…   ...mehr

Politik-Neuling Conte soll Italiens Regierungschef werden

Rom (dpa) - Der Politik-Neuling Giuseppe Conte soll neuer italienischer Ministerpräsident an der Spitze…   ...mehr

Harry und Meghan beginnen Ehe mit royalen Pflichten

Windsor (dpa) - Erst die Arbeit, dann die Flitterwochen: Drei Tage nach ihrer Trauung erfüllen Prinz…   ...mehr

Bamf weist in Asyl-Affäre Vertuschungsvorwurf zurück

Berlin(dpa) - In der Affäre um unzulässig ausgestellte Asylbescheide weist das Bundesflüchtlingsamt…   ...mehr

Frischer Wind für die britische Monarchie

Windsor (dpa) - Winkend fahren Prinz Harry und Meghan in einem blauglänzenden Cabrio durch die Abendsonne.…   ...mehr

Außenminister Pompeo droht Iran mit «Stachel der Sanktionen»

Washington/Teheran (dpa) - Die USA haben dem Iran angedroht, das Land wirtschaftlich auszutrocknen,…   ...mehr

Argentinien mit Stars wie Messi, Higuain und di Maria zur WM

Buenos Aires (dpa) - Angeführt von Superstar Lionel Messi und mit einigen erfahrenen Akteuren geht…   ...mehr

Im Storchen-Hauptquartier: Adebar wieder auf dem Vormarsch

Straßburg (dpa) - In diesem elsässischen Städtchen ist der Storch einfach überall. Zig Nester thronen…   ...mehr

Kelly Clarkson fordert strengere Waffengesetze

Las Vegas (dpa) - Die US-Sängerin Kelly Clarkson (36, «Since You Been Gone») hat bei den Billboard…   ...mehr

Klopp will im Finale in Kiew ein «mutiges» Liverpool

Liverpool (dpa) - Jürgen Klopp will mit dem FC Liverpool am Samstag den «bestmöglichen Saison-Abschluss»…   ...mehr
SPOT(T) »

Ab in den Garten

In der Mittagspause nehme ich mir mal Zeit, um mir die Stadt anzusehen. "Bei… ...mehr

Paradiesisch

"Schreiben Sie doch nächste Woche mal, was Ihnen in Celle auffällt, wie Sie… ...mehr

Früh nach Celle

Früh aufstehen ist toll. Vor allem um 4 Uhr. Gut, das ist natürlich ein Scherz.… ...mehr

VIDEOS »
FINDE UNS BEI FACEBOOK »
Datenschutz Kontakt AGB Impressum © Cellesche Zeitung Schweiger & Pick Verlag Pfingsten GmbH & Co. KG