Wasserrad am Allerwehr Bannetze soll sich 2017 drehen

Das weltweit größte Wasserrad soll am Allerwehr zwischen Hornbostel und Bannetze entstehen. Das alte Schleusenwärterhaus (kleines Bild) soll schon bald Touristen anziehen.  Foto: Anne Friesenborg

Das weltweit größte Stahlwasserrad soll sich künftig am Allerwehr zwischen Hornbostel und Bannetze drehen und Strom für 1000 Haushalte liefern – im Januar wurde die Baustelle offiziell eröffnet. Vertreter aus Politik, Forschung und Wirtschaft griffen symbolisch zum Spaten und brachten die Forschungswasserkraftanlage auf den Weg – nur passiert ist seitdem anscheinend nichts.

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BANNETZE. „Zurzeit laufen noch die Vorarbeiten zum Engineering, die vor der eigentlichen Bautätigkeit notwendig sind“, sagt Elisabeth Hoffmann, die Leiterin Presse und Kommunikation bei der Technischen Universität (TU) Braunschweig, „die Bauarbeiten für das Stahlwasserrad am Wehrstandort Bannetze-Hornbostel sollen im Oktober beginnen. Dabei werden zunächst Spundwände gesetzt und Unterwasserbetonarbeiten ausgeführt.“

Die Montage des Stahlwasserrads ist nach Aussage von Hoffmann für den Herbst 2017 geplant. Das Hochleistungswasserrad aus Stahl soll eine Breite von zwölf und einen Durchmesser von elf Metern haben. Bei einer Nennleistung von 500 Kilowatt soll es pro Jahr 2,5 Millionen Kilowattstunden erzeugen. An der TU wurden mit der Entwicklung der Stahl-Hochleistungswasserradtechnologie die Grundlagen geschaffen, um bisher nicht nutzbare Wasserkraftpotenziale bei niedrigen Fallhöhen und großen Durchflussmengen nutzen zu können. Mit der Salzgitter AG, die gemeinsam mit der TU Braunschweig die Pilotanlage am Allerwehr baut, wird über Hochleistungswasserräder mit bis zu drei Megawatt Leistung nachgedacht. „Die Inbetriebnahme ist für Ende 2017 geplant“, sagt Hoffmann. Der eigentliche Plan, schon im kommenden Jahr 1000 Haushalte mit Strom zu versorgen, ist somit nicht realisierbar.

Währenddessen hat die Gemeinde Winsen ein Angebot für das Schleusenwärterhaus abgegeben. Die Ausschreibung läuft noch bis Mitte dieses Monats. Aufgrund der Auflagen ist aber nicht damit zu rechnen, dass es private Angebote geben wird. „Gemeinsam mit der Gemeinde Wietze wollen wir dann einen Konzeptvorschlag beim Aller-Leine-Tal einreichen und Fördermittel einwerben“, sagt Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann, „das Motto ,Energie und Tourismus‘ passt ja genau. Wir haben etwas Größeres vor.“

Zuvor hatte sich die Celler Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD) bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) dafür stark gemacht, dass das alte Schleusenwärterhaus erhalten bleibt. Die WSV wollte das Gebäude eigentlich abreißen, weil sich lange Zeit kein Interessent gefunden hatte. Nun könnte dort neben einem Informationszentrum ein Anlaufpunkt für Touristen entstehen. Schließlich führt auch der Allerradweg an der Schleuse entlang. Lühmann wünscht sich, dass dort Wanderer und Radfahrer schon bald ein Stück Kuchen essen und dazu einen Kaffee oder eine Brause trinken können. Und dabei können sie dann dem weltweit größtem Stahlwasserrad bei der Arbeit zusehen.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 09.08.2016 um 18:13 Uhr
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