Celler Lars Lehnhoff freut sich auf Test in seiner Heimat

Lars Lehnhoff Foto: Lars Kaletta

Lars Lehnhoff könnte einfach seine Sporttasche nehmen, die Tür hinter sich zuziehen und zu Fuß zu seinem nächsten Spiel gehen. Für die knapp zwei Kilometer von seiner Wohnung am Bahnhof in Celle bis zur HBG-Halle würde der Handballprofi nur etwa eine halbe Stunde brauchen. Wahrscheinlich wäre er sogar etwas schneller, als der Routenplaner vorgibt. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, nach all der Zeit wieder in der Halle zu spielen, in der ich mit Handball angefangen habe“, sagt der 29 Jahre alte Linksaußen von Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf vor dem Testspiel am Freitag um 19.30 Uhr gegen den weißrussischen Serienmeister HC Meshkov Brest. Nicht nur wegen der geografischen Nähe zur Spielstätte in seiner Heimat.

CELLE. Denn auf der Tribüne wird er gefühlt jeden zweiten Zuschauer persönlich kennen. „Wie ich gehört habe, haben sich viele Bekannte, Freunde und die Familie mit Karten eingedeckt“, sagt Lehnhoff vor seinem ganz persönlichen Heimspiel in dieser Saison. „Wenn die Halle voll und die Stimmung gut ist, macht es besonders viel Spaß, zu spielen.“ Er wird sicher auch von einigen früheren Mannschaftskollegen angefeuert, mit denen er dort gemeinsam spielte und den Grundstein für eine große Handballkarriere legte. „Ich verbinde viele positive Erinnerungen mit der Halle. Meine Eltern haben mich ja praktisch direkt nach der Geburt in der Handballsparte von Altencelle angemeldet“, sagt er mit einem Lächeln. Bei dem Test soll eine weitere positive Erinnerung dazukommen.

Werner Stein gründete einst die Handballabteilung beim SV Altencelle, der das Testspiel ausrichtet. Er war Abteilungsleiter, als Lehnhoff mit dem Handball anfing. „Ich freue mich sehr darauf, ihn wieder in Celle spielen zu sehen. Er ist menschlich und sportlich ein absolutes Aushängeschild für den Handballsport in der Stadt.“ Stein, der schon lange mit der Familie von Lehnhoff befreundet ist, hofft auf eine ausverkaufte Halle im „Duell von zwei absoluten Spitzenteams. So schnell werden die Celler nicht wieder die Chance haben, zwei so starke Mannschaften vor Ort zu sehen.“

Bei dem Bundesligisten laufen die Vorbereitung auf die Saison bereits auf Hochtouren. In rund vier Wochen starten die Schützlinge von Trainer Jens Bürkle bei Frisch Auf Göppingen in die neue Spielzeit. In dieser Woche arbeiteten die Recken im Trainingslager in der Sportschule Barsinghausen schon am Feinschliff. „Wir haben dort sehr gute Trainingsbedingungen gehabt und konnten hohe Umfänge fahren“, freut sich Bürkle. Die Mannschaft habe sehr gut mitgezogen bei den hohen Trainingsumfängen, sagt der 35 Jahre alte Trainer. „Ich habe viele gute Sachen gesehen, aber wir haben im Testspiel gegen Nordhorn noch zu viele Fehler gemacht, was für den Stand der Vorbereitung aber normal ist. Wir müssen jetzt weiter im Angriff an den Details arbeiten und im Abwehrbereich noch aggressiver werden.“

Allerdings gab es auch einige Verletzungen zu vermelden. So wird Joakim Hykkerud bei dem Härtetest in Celle nicht dabei sein. Hinter den Einsätzen von Mait Patrail und Torge Johannsen steht noch ein Fragezeichen. „Jeder Ausfall ist ärgerlich, länger fehlen wird uns aber nur Joakim Hykkerud mit seiner Knieverletzung“, sagte Bürkle. Bei Patrail und Johannsen sehe es besser aus. „Ich gehe davon aus, dass beide in Kürze wieder mit der Mannschaft trainieren können.“

Durch die Neuzugänge Fabian Böhm und Dominik Kalafut sei der Kader der Recken jedoch breiter geworden. „Dadurch haben wir im Training eine gute Intensität und Qualität trotz der Ausfälle gewährleisten können.“ Bürkle blickt deshalb zuversichtlich auf die Härtetests gegen Brest in Celle und Motor Saporoshje aus der Ukraine am 16. August in Burgdorf, auch wenn er noch nicht weiß, was auf ihn zukommt. „Diese Gegner sind schwer einzuschätzen, denn wir wissen nicht, ob sie mit ihrem besten Kader anreisen werden.“ In jedem Fall seien es Torgegner, da beide Mannschaften in der Champions League spielen. „Brest hat beispielsweise in dieser Woche die Füchse Berlin geschlagen. Da wartet ordentlich Qualität auf uns und wir werden wertvolle Testerfahrungen sammeln.“

Das gilt auch für die neuen Regeln im Handball zum siebten Feldspieler sowie die Neuerung mit sechs Pässen und die Einführung der Blauen Karte. „In der Vorbereitung haben wir dazu sehr viel probiert“, sagt Lehnhoff. „Wie sich das neue Regelwerk auswirkt, wird man wahrscheinlich erst während der Saison richtig beurteilen können“, befürchtet sein Trainer. „Wir wissen noch nicht, welche Dinge gut klappen, da wir sie im Wettkampf noch nicht probiert haben.“ Zudem fehlen ja noch einige Spieler. Daher sei es schwierig, die Neuerungen auch zu trainieren.

Die beiden Mannschaften treten laut Vereinbarung mit dem bestmöglichen Kader zu dem Test in Celle an. Bei dem Bundesligisten werden neben Hykkerud auch Kai Häfner, Morten Olsen und Casper Mortensen fehlen, die mit Deutschland beziehungsweise Dänemark bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro antreten. „Ich hoffe natürlich, dass alle drei mit einer Medaille zurückkommen“, sagt Bürkle. Deutschland und Dänemark hätten jeweils „sehr gute Chancen, etwas zu holen“.

Auch wenn einige Spieler fehlen, freut sich Lehnhoff auf den Härtetest in Celle. „Es wird ordentlich zur Sache gehen“, ist er sich sicher. Brest sei der hochkarätigste Gegner der Recken in der Vorbereitung auf die neue Saison. „Wir werden sehr viel lernen und aus dem Spiel mitnehmen können“, sagt der Linksaußen vor dem Duell gegen die Weißrussen, die in der Champions League mit den Rhein-Neckar Löwen unter anderem auf den aktuellen Deutschen Meister treffen.

Lehnhoff will mit Hannover-Burgdorf in der neuen Saison erneut unter die besten zehn Mannschaften kommen. Es darf sogar etwas mehr sein. „Es wäre schön, wenn wir noch einen Schritt nach vorne machen würden im Vergleich zur Vorsaison“, sagt der Publikumsliebling des Bundesligisten. Heißt im Klartext: Nach dem siebten Platz in der abgelaufenen Spielzeit möchte der Celler mit seinem Klub am liebsten unter die ersten sechs Mannschaften in der Abschlusstabelle.

Nach kleineren Verletzungen in der Vorsaison ist der Linksaußen wieder ganz gesund. „Ich habe die Vorbereitung komplett durchgezogen und bin topfit.“ Was für die Recken eine gute Nachricht ist, klingt für die Konkurrenz wie eine Drohung.

Christoph Zimmer Autor: Christoph Zimmer, am 10.08.2016 um 19:10 Uhr
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