Diskussion in Wienhausen: "Wolf nicht vermenschlichen"

Seit MT6, von vielen Kurti genannt, erschossen wurde, ist es medial etwas ruhiger um die Wölfe geworden. Doch das Thema bewegt weiter, wie eine Diskussionsrunde der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Rudolf-von-Bennigsen-Stiftung in Wienhausen zeigte.

WIENHAUSEN. Der Jurist und Jäger Florian Asche forderte in der Diskussionsrunde, „die Wölfe nicht zu vermenschlichen. Diese Tiere müssen wie auch andere Tierarten gemanagt werden“. Aus seiner Sicht gibt es eine Ungleichbehandlung in der Natur ohne wirklich stichhaltige sachliche Begründung. „Der Wolf ist dem Naturschutz ein willkommener Zuwanderer, der Rothirsch dagegen ein Waldschädling, der in Rotwildgebiete einzusperren ist“, so Asche. Das Füttern von Schalenwild in der Notzeit wird verteufelt, das Ausbringen von Igelfutter hingegen beworben. Diese Form der Ungleichbehandlung ist kaum durch wissensbasierte Beurteilung natürlicher Zusammenhänge zu erklären. Es stelle sich die Frage, warum im Naturschutz und Jagdrecht einige „ein wenig gleicher“ behandelt werden und fordert eine sachliche, aber einheitliche Lösung.

Tierhalter wiesen darauf hin, dass auch ihre Tiere „schützenswert“ seien. Sie kritisierten auch, dass nichtgewerbliche Züchter keine Entschädigungszahlung erhielten. Die bisher gemachten Schritte des Landes reichen nach Sicht vieler nicht aus. Das Wolfsbüro sei zu selten zu erreichen und die Veterinäre arbeiteten weder nachts noch am Wochenende. Außerdem seien es zu wenige. Es wurde vorgeschlagen, dass Tierärzte stärker eingebunden werden sollten.

Der FDP-Umweltexperte im Landtag, Gero Hocker, sieht die Lösung darin „den Wolf neben Waschbär, Nutria und Nilgans ins niedersächsische Jagdgesetz aufzunehmen, und zwar mit ganzjähriger Schonzeit, die nur im Bedarfsfall einfach aufzuheben ist“. Dann hätte man das Instrument, um eingreifen zu können. Bei entsprechender Gesetzesänderung hätten Jäger nicht nur das Recht zum Schießen, sondern auch die Pflicht zur Hege. In einigen Jahren, wenn sich die Zahl der Rudel vehement vermehre, könne dies allerdings anders zu bewerten sein.

Die Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Grüne) betonte, dass „der Wolf eine europaweit geschützte Art ist und deshalb im Natur- und Umweltrecht angesiedelt bleiben muss und nicht ins Jagdrecht übernommen werden darf“. Verhaltensauffällige Tiere können auch nach Artenschutzrecht entnommen oder in letzter Konsequenz getötet werden.

Die Sorge in der Bevölkerung aber bleibt. Das wurde von Zuhörern angesprochen. So werden die Kinder weiterhin zum Schulbus gebracht und der Wald für einen Spaziergang mit dem Hund gemieden.

Tore Harmening Autor: Tore Harmening, am 29.08.2016 um 18:48 Uhr
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