Pastoren tauschen in Celle Erfahrungen aus

Barbara Hanusa zeigt sich beeindruckt, dass ein hochrangiger Kirchenvertreter wie Rathing die Frage, ob alle monotheistischen Religionen an denselben Gott glauben, mit einem gut begründeten „Ja“ beantwortete: „Diese Frage ist für mich zentral für den interreligiösen Dialog.“ Foto: Michael Schäfer

Üblicherweise hat man es mit einem Pastor zu tun. Eine herausgehobene Stellung im Gottesdienst und bei der Gemeindearbeit ist ihm garantiert. Wie es zugeht, wenn 280 Pastoren zusammenkommen und nicht nur miteinander, sondern auch mit ihren Vorgesetzten in den Dialog treten, war beim Generalkonvent des Sprengels Lüneburg am Mittwoch auf dem Gelände der Lobetalarbeit zu erleben.

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WIETZENBRUCH. Mit Landessuperintendent Dieter Rathing war die einmal jährlich stattfindende Veranstaltung bereits hochrangig besetzt. Aber in diesem Jahr kletterte man in der Kirchenhierarchie nach ganz oben. Die Gemeindegeistlichen konnten zum Auftakt einem von Landesbischof Ralf Meister abgehaltenen Gottesdienst beiwohnen, in dessen Predigt er sich der Kirche des Wortes als tiefe Rückkehr zu den Ursprüngen widmete. In das Thema des Konvents „Theologie, Kirche und Glaube in multireligiösen Kontexten“ führte erst der Vortrag des Hochschullehrers und ehemaligen Studienleiters an der Missionsakademie Hamburg, Michael Biehl, ein. „Dieses Thema war längst überfällig – als Bestärkung und Impuls für die Arbeit in den Gemeinden“, zeigte sich Pastor Renald Morié überaus zufrieden mit dem Motto.

Entsprechend praxisnah war das Thema der von ihm geleiteten Diskussionsgruppe, die sich als eine von acht Gesprächsrunden dem Impulsreferat anschloss. Drei Flüchtlinge berichteten, wie sie Kultur und Religion in Deutschland wahrnehmen. Rund 70 Teilnehmer entschieden sich für diesen Block, dicht gefolgt von Superintendent Rathing, der die Frage „Glauben Christen und Muslime an den selben Gott?“ in den Raum stellte. Auch wenn sich mehrheitlich Rathings Statement angeschlossen wurde, entspann sich eine lebhafte Diskussion. Anlass hierfür hätte auch der Eröffnungsvortrag gegeben. Der Referent wies auf die großen durch die Globalisierung ausgelösten Veränderungen hin: „Religion erhielt eine viel höhere Bedeutung.“ Er setzt auf die christlichen missionstheologischen Erfahrungen: „Die Partnerkirchen befinden sich seit Jahrzehnten in religiös-pluralen Situationen“, und hält es für geboten, auf Multireligiosität „mit mehr Evangelium anstelle von Zurückhaltung zu reagieren“.

Einmal im Jahr an einem Generalkonvent teilzunehmen, ist für jeden Pastor verbindlich. Von Pflichterfüllung war beim Celler Konvent nichts zu merken, vielmehr schien das theologische Fachpersonal es zu genießen, für Austausch unter sich zu sein. Was die Inhalte betraf, sprach Renald Morié sicher für seine Kollegen, wenn er als Fazit formulierte: „Wir haben uns vergewissert, wo wir als christliche Kirche in unserer Gesellschaft gefordert sind.“

Anke Schlicht Autor: Anke Schlicht, am 15.09.2016 um 18:02 Uhr
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