In Celle geht es fair an der Scheibe zu

Bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren im Ultimate-Frisbee im Otto-Schade-Stadion gab es spannende Zweikämpfe in den Partien zwischen Catch ,em All und Disckick (linkes Bild) und zwischen den Bad Raps und den Cultimaters (rechtes Bild). Foto: Alex Sorokin (2)

Das Celler Otto-Schade-Stadion war am Wochenende das Epizentrum des Ultimate-Frisbee-Sports: 43 Mannschaften aus ganz Deutschland traten in drei Divisionen (U14, U17 und U20) gegeneinander an und bestimmten die Deutschen Juniorenmeister. Während es für das U20-Team „Catch 'em All“ vom MTV Eintracht Celle nur für den elften Platz reichte, freute sich das Hermannsburger U17-Team „Äitschbees“ über den neunten Platz. Die jüngeren Hermannsburger Mannschaftskollegen der „Äitschbees“ setzten sich in der U14-Division durch und schafften es mit ihrem dritten Platz aufs Treppchen.

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CELLE. Das Wetter war den Ultimate-Frisbee-Spielern zunächst nicht wohlgesonnen: Die Eröffnungsspiele in der Gruppenphase fanden am Samstag in strömendem Regen statt. „Da haben wir ein bisschen Angst gehabt“, gibt Turnierdirektor Jörn Grünert zu. Dann aber riss der Himmel auf und die Teilnehmer konnten den Wettkampf auch am Sonntag in vollen Zügen genießen.

Bei dem Kleinfeldturnier standen pro Mannschaft fünf Spieler auf dem Platz, die in 35 Minuten versuchten, bis zu elf Punkte zu erspielen. Wurde die Maximalpunktzahl vor Ablauf der Zeit erreicht, war das Spiel frühzeitig beendet.

Das Celler Team „Catch 'em All“ bekam es in der Vorrunde mit starken Gegnern zu tun. „Das erste Spiel haben wir im Regen gespielt, da war der Boden extrem rutschig und die Scheibe nass“, beschrieb Fabian Fleischer die Widrigkeiten. Doch auch bei besseren Bedingungen lief es für das Celler U-20-Team nicht rund: Die Mannschaft verlor alle vier Partien, drei davon knapp. „Wir haben viele Fehler gemacht, die vermeidbar waren“, stimmte Lena Fiedler ihrem Teamkollegen zu. Und Spielertrainer Jasper Suttmeyer brachte es auf den Punkt: „Von unser Qualität her war mehr in der Gruppenphase möglich. Dass wir kein Viertelfinale gespielt haben, ist sehr ärgerlich.“

Das Hermannsburger U17-Team „Äitschbees“ ärgerte sich ebenfalls über Fehler und verlorene Spiele, hatte aber ein klares Ziel vor Augen. „Wir wollen den neunten Platz machen“, sagte Philip Hogrefe. Bevor sie ihre letzten Spiele bestritten und tatsächlich mit dem neunten Platz nach Hause fuhren, unterstützten sie ihre jüngeren Mannschaftskollegen in der U14-Division von der Seitenlinie.

Schiedsrichter suchte man bei dem Turnier vergeblich. „Das ist ein super faires Spiel. Man klärt alles allein“, erläuterte Hogrefe, der 2011 durch seine Brüder zu dem Sport gekommen ist. Diese Eigenständigkeit funktionierte: Nur selten diskutierten die Teilnehmer über Spielzüge oder Punkte, eine Einigung wurde stets schnell gefunden. Die Kameradschaft lebten die Sportler auch abseits des Spielfelds, sodass die Deutsche Juniorenmeisterschaft im Ultimate Frisbee die Atmosphäre eines friedlichen Ferienlagers in Celle verströmte.

Amelie Thiemann Autor: Amelie Thiemann, am 19.09.2016 um 19:28 Uhr
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