Celler Kinderakademie: Daddeln am Handy endet im Straßengraben

Mark Vollrath von der TU Braunschweig ließ die Jungen Studenten am Fahrsimulator testen, was passiert, wenn man während der Fahrt mit dem Handy spielt. Foto: Michael Schäfer

Bei der Celler Kinder-Uni war jetzt Profesor Dr. Mark Vollrath, Technische Universität Braunschweig, Abteilung Ingenieur- und Verkehrspsychologie, als Dozent zu Gast. „Warum ist Autofahren so langweilig, dass wir ständig aufs Handy schauen müssen?“ – Mit dieser Frage startete sein Vortrag.

CELLE. Zu Beginn erklärte Vollrath, was alles zu seinem Berufsfeld gehört: Verkehrspsychologen beschäftigen sich mit den Bereichen Mensch, Technik und Verkehr. Beispielsweise sterben pro Jahr 4000 Deutsche im Straßenverkehr. Vollrath und seine Kollegen untersuchen bei diesen Unfällen unter anderem, ob die Unfallursache womöglich das Handy gewesen sein könnte.

Nach dieser Einführung ging es weiter mit einer kleinen Umfrage, bei welcher der Professor die jungen Studenten zum Thema „Handynutzung beim Fahrradfahren“ befragte. An dieser Stelle fühlten sich sicherlich einige Zuhörer ertappt, was aber keiner (bis auf die Verfasserin dieses Artikels) öffentlich zugeben wollte. Grundsätzlich stellte sich heraus, dass nur wenige im Publikum beim Radfahren Musik hören, telefonieren oder E-Mails abrufen. Denn dabei kann es zu gefährlichen Zusammenstößen, kaputten Handys und auch zu einer saftigen Geldstrafe kommen. Das aktuelle Bußgeld bei diesem Delikt beträgt 25 Euro.

Um das Verhalten der Erwachsenen zu überprüfen haben sich Vollrath und seine Mitarbeiter an stark befahrene Kreuzungen gestellt, in die Autos hineingeschaut und das Fahrerverhalten beobachtet. Und tatsächlich haben sich viele Fahrzeugnutzer gerne mit ihrem Handy beschäftigt.

Die Hauptgründe, weshalb Erwachsene gerne auf ihr Handy gucken, sind folgende: Das Handy ist für uns Menschen generell sehr spannend, wir möchten immer erreichbar sein und sofort wissen, wer uns eine Nachricht geschickt hat. Der Hauptgrund aber ist die Langeweile. Der Psychologe Yerkes Dodson hat dazu ein Gesetz aufgestellt: „Bei mittlerer Beanspruchung ist die Leistung am höchsten“.

An das Beispiel der Vorlesung angepasst, könnte das in etwa so lauten: „Auf normalen Landstraßen kann man am besten Auto fahren. Ist der Mensch aber unterfordert, wie zum Beispiel beim langweiligen Warten an einer Ampel, lässt er sich schnell ablenken und schaut deswegen auf sein Handy.“ Zum Schluss durften die jungen Studenten selbst am Fahrsimulator Auto fahren. Schnell stellte sich heraus, dass das „Daddeln“ am Handy die Fahrleistung ungemein beeinträchtigt und man ruckzuck im Straßengraben landen kann. Das Bußgeld bei diesem Delikt beträgt übrigens 60 Euro.

Frida Maecker Autor: Frida Maecker, am 18.11.2016 um 14:52 Uhr
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