Celler auf Weihnachtsmarkt: "Ein mulmiges Gefühl bleibt"

Foto: Oliver Knoblich

Seit Montagabend kommt bei vielen Cellern auf dem Weihnachtsmarkt schwerlich besinnliche Stimmung auf. Doch die Menschen, die sich noch einen Glühwein genehmigen oder letzte Geschenke besorgen, wollen sich von Terroristen nicht die Freude an der Adventszeit nehmen lassen. Das ergab eine CZ-Umfrage auf dem Großen Plan.

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ALTSTADT. Eine Deutschlandflagge über dem Alten Rathaus weht auf Halbmast. Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Attentats in Berlin flattert an 80 Ständen ein Trauerflor. Gerade die neue Polizeistreife, die vom Großen Plan zur Stechbahn zieht, ist mit ihren knallgelben Jacken nicht zu übersehen. Außerdem trägt einer der beiden Beamten eine Maschinenpistole, über das Funkgerät am Kragen steht er im direkten Kontakt mit seinen Kollegen. Nur die schusssicheren Westen unter den Jacken werden verdeckt.

"Wir haben unsere Präsenz sichtbar erhöht", sagt Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. "Das heißt konkret, dass wir bis zum Ende des Weihnachtsmarktes mehr Personal einsetzen und die Kollegen der Citywache während der Öffnungszeiten der Marktstände unterstützen." Auch die Ausrüstung der Beamten gehöre nicht zum Regeldienst.

"Dennoch wollen wir keine Hysterie schüren", betont Wallheinke. "In Celle liegen keine konkreten Anhaltspunkte für eine erhöhte Terrorgefahr vor". Auch in vielen anderen Städten habe die Polizei das Personal aufgestockt. "Im Fokus stehen die Orte, wo sich viele Menschen aufhalten und das sind im Moment die Weihnachtsmärkte", so der Polizeisprecher.

Den direkten Kontakt zur Celler Polizei hält auch der private Sicherheitsdienst, den die Celle Tourismus und Marketing GmbH betreut. "Auch wir haben das Personal aufstocken lassen. Nun wird der Weihnachtsmarkt vom Sicherheitsdienst 24 Stunden am Tag überwacht", sagt Marcus Feuerstein. Dieser drehe häufig Runden und halte nach verdächtigen Personen und Spuren von Vandalismus Ausschau. Absagen oder Rückmeldungen von Busgruppen und Händlern habe die CTM nicht erhalten.

Gestern war an den Ständen auf dem Großen Plan etwas weniger Betrieb. Doch die Menschen, die sich noch einen Glühwein genehmigen oder letzte Geschenke besorgen, wollen sich von Terroristen nicht die Freude an der Adventszeit nehmen lassen.

Das ergab auch eine CZ-Umfrage auf dem Celler Weihnachtsmarkt. Alle sechs Befragten sagen übereinstimmend, dass sie am Tag nach dem Anschlag in Berlin ein mulmiges Gefühl hätten beim Gang durch die Innenstadt. Doch alle haben am Ende ihre Angst überwunden, haben das Haus verlassen und lassen sich in ihrem Alltag nicht beirren. "Das wäre ja genau der Effekt, denn die Terroristen sich erhoffen", sagt Harald Wilga aus Boye.

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 20.12.2016 um 18:45 Uhr
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