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DSV-Adler hoffen auf Tournee-Überraschung

Severin Freund nimmt bereits zum zehnten Mal an der Vierschanzentournee teil. Foto: Jan Woitas Foto: Jan Woitas

Oberstdorf (dpa) - Bei Ente mit Maronenpüree stärkte sich Severin Freund an den Weihnachtstagen für die erste sportliche Herkulesaufgabe im WM-Winter.

Anders als am heimischen Herd hat der Hobby-Koch vor seiner zehnten Jubiläums-Tournee auf der Schanze allerdings noch nicht den richtigen Dreh gefunden. Weil der Skisprung-Weltmeister nach einer Hüftoperation im Frühjahr seiner Bestform hinterherläuft und sich im Kampf um die 20 000 Euro Siegprämie kaum Chancen ausrechnet, reist das DSV-Team am Mittwoch ohne große Illusionen zur 65. Internationalen Vierschanzentournee.

«Wir sind ein bisschen Außenseiter», sagte Bundestrainer Werner Schuster vor dem Auftakt an diesem Freitag in Oberstdorf. «Man kann bei der Tournee auch einen Lauf kriegen, aber natürlich kann man jetzt nicht reingehen und sagen: Wir wollen die Tournee gewinnen.»

Im vergangenen Jahr war das anders. Damals trat Freund in Topform an und entfachte mit dem ersten deutschen Auftaktsieg seit Sven Hannawald 2001 eine riesige Euphorie. Am Ende musste er nur dem überragenden Slowenen Peter Prevc, der die folgenden drei Wettbewerbe gewann, den Vortritt lassen.

Mit einer ähnlichen Top-Vorstellung des Team-Olympiasiegers ist anno 2016/17 nicht zu rechnen. «Es ist mein Ziel für die Tournee, dass ich besser rauskomme als ich reingehe. Wenn ich das schaffe, wäre ich sehr zufrieden», sagte Freund.

Nach dem grandiosen Saisonauftakt Ende November in Kuusamo, wo Freund trotz fünfmonatiger Verletzungspause erst Platz zwei belegte und dann seinen 22. Weltcupsieg feierte, gelangen ihm kaum noch anspruchsvolle Sprünge. Das beste Ergebnis war Rang neun bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg. «Es ist nicht einfach. Manchmal würde ich einige Schritte gerne überspringen. Es hatte ja in dieser Saison auch schon mal den Anschein, dass es geht. Aber es gibt auch mal solche Zeiten», sagte der 28-Jährige.

Er muss sich in Geduld üben, auch wenn ihm das manchmal schwer fällt. «Skispringen ist ein emotionaler Sport, da gibt es Momente, wo es einen anzipft, wo ich mal gegen den Berg renne. Aber in der Regel kann ich die Dinge richtig einordnen», sagte Freund.

«Im Moment stimmt das Auslösen des Sprunges nicht so. Es fehlt ihm ein bisschen die technische Basisarbeit vom Sommer», beschrieb Schuster die schwierige Lage seines Vorzeigespringers, dem er dennoch ein Extra-Lob aussprach: «Er reagiert auf diese Situation überhaupt nicht ungehalten.»

Kampflos wollen Freund & Co. der Konkurrenz um den bislang überragenden Weltcup-Spitzenreiter Domen Prevc aus Slowenien, der bereits vier Saisonsiege auf dem Konto hat, das Feld aber nicht überlassen. «Die Tournee ist sehr speziell, weil es aus der Weihnachtspause heraus passiert. Man muss in der richtigen Stimmung und Form sein, dann kann der Knopf aufgehen», sagte Freund. «Da haben wir ein paar Leute im Team, bei denen es klappen könnte. Auch bei mir könnte es klappen, aber ich stehe da weiter hinten auf der Liste.»

Weiter vorne sieht er Richard Freitag, Andreas Wellinger und vor allem Markus Eisenbichler. Der Bundespolizist aus dem bayerischen Siegsdorf, der in bisher sieben Weltcups nur einmal nicht in die Top Ten kam und als Gesamtsiebter anreist, ist der größte deutsche Hoffnungsträger. «Er ist jetzt schon aus eigener Kraft in diese Regionen reingesprungen», stellte Schuster fest.

Eisenbichler, der an den Feiertagen im Familienkreis Kraft für die Tournee tankte, geht mit der neuen Situation gelassen um. «Ich versuche, mich so schnell wie möglich auf jede Schanze einzustellen und mein Leistungsvermögen abzurufen», formulierte er das Ziel. Schuster wurde da schon etwas konkreter: «Wir wollen eine gute Tournee springen, und ich halte es auch für möglich, dass einer von uns unter den ersten Drei sind wird.»

Das DSV-Aufgebot:



Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Richard Freitag (Aue), Severin Freund (Rastbüchl), Karl Geiger (Oberstdorf), Stephan Leyhe (Willingen), Andreas Wellinger (Ruhpolding)

Eric Dobias, dpa Autor: Eric Dobias, dpa, am 26.12.2016 um 11:10 Uhr
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