Baum-Streit unter Celler Nachbarn endet ohne gerichtliches Urteil

Am Celler Amtsgericht ist jetzt ein hartnäckiger Nachbarschaftsstreit ohne Urteil beigelegt worden. Das Verfahren gegen den strafrechtlich unbescholtenen Celler Emin Y. wurde auf Kosten der Landeskasse eingestellt. Y. war von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt worden, Mitte August seinen Nachbarn mit dem Tod bedroht und mit einem etwa sechs Zentimeter starken Ast angegriffen zu haben. Laut Attest hatte das 68-jährige Opfer eine fünf Zentimeter lange Kratzwunde und Bluterguss am Knie, sowie eine Schnittwunde an der Hand erlitten. Y. dementierte die Vorwürfe.

„Ich habe dem Mann nichts getan“, sagte der Angeklagte aus. Das sei gar nicht möglich gewesen, denn ein knapp zwei Meter hoher Sichtschutzzaun trenne beide Grundstücke. Der Zeuge habe Schmerzen simuliert. Er bereite ihm seit Jahren Probleme, weil er sich trotz wiederholter Ansprache nicht um seine über 20 Meter hohen Bäume kümmere, hieß es weiter. Bei Sturm würden oft große Äste abstürzen, auf seinem Grundstück landen und Frau und Kinder gefährden. Vereinbarungen, die Bäume jährlich zurück zu schneiden, würde der Mann ignorieren. Zudem sei der Zeuge Rassist und mache bei jeder Party Ärger, indem er die Polizei rufe.

Im weiteren Verlauf seiner Anhörung gab Y. einen durch abgefallenes Astwerk verursachten Sachschaden in Höhe von 1300 Euro zu Protokoll. Am Tag der vermeintlichen Attacke habe der Anzeigeerstatter auf die beiläufige Nachfrage, wie er den Schaden am Garagendach reguliere, mit Aggression reagiert. „Das ist nicht deine Sache“, habe er ihn lauthals angepöbelt und seiner kleinen Tochter Angst gemacht, sagte der Angeklagte. Er selbst sei ruhig geblieben, habe das weinende Kind auf den Arm genommen und sei ins Haus zurück gekehrt.

Der Geschädigte berichtete von einer Schlichtungsvereinbarung von 2013. „Die Bäume gehören mir, und was runterfällt und bei Y. landet, ist seins“, hieß es. Er schneide alle Äste ab, an die er heran komme, und alles Andere sei höhere Gewalt. Anstatt das zu akzeptieren, würde sich der Angeklagte weiter über Blätter und Äste aufregen, diese andauernd über die Grundstücksgrenze werfen und ihn bedrohen. „Wenn ich dir mal nachts begegne, bringe ich dich um“, habe ihm Y. am Tattag angedroht und durch ihm Buschwerk einen Ast gegen das Knie gerammt. Im Prozessverlauf sprachen sich beide Seiten zögerlich für eine Beuilegung des Konflikts aus. Der Staatsanwalt riet zu Mediation.

Anke Prause Autor: Anke Prause, am 09.01.2017 um 15:20 Uhr
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