"Fatima und der Traumdieb" in Celle aufgeführt

Foto: Alex Sorokin

Eine herrlich gestaltete Kulisse, ein stimmungsvolles Lichtbild und die Klänge einer kurdischen Kemence: Das Stück "Fatima und der Traumdieb", das im Schlosstheater gezeigt wird, entführt den Zuschauer in eine Welt wie aus Tausendundeiner Nacht.

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CELLE. Erzählt wird die Geschichte von Fatima, die sich aufmacht, die Träume ihres Bruders Hassan zu befreien. Die hatte er an einen mysteriösen Schlossherren verloren, als er für ihn arbeitete, um Geld für seine Familie zu verdienen. Für eine Woche Arbeit sollte Hassan ein Goldstück bekommen, allerdings nur, wenn er es schafft, sich nicht zu ärgern. Am letzten Tag piesackt der Schlossherr ihn so sehr, dass dieser sich doch ärgert, keinen Lohn erhält und seine Träume verliert. Das will seine Schwester Fatima sich nicht gefallen lassen und begibt sich ebenfalls in die Dienste des Traumdiebs. Sie fordert zwei Goldstücke von ihm, wenn er sich ärgert, und die Träume ihres Bruders will sie auch befreien.

Eine Geschichte über Mut, Familie und Zusammenhalt, die auf dem Buch „Fatima und der Traumdieb“ von Rafik Schami basiert und von Regisseurin Sonja Schroeder fantasievoll fürs Theater inszeniert wurde. Gespielt wird Fatima von Verena Saake, die zusammen mit Niyazi Acar es schafft, ihren Rollen mit Puppen, Spiel und Erzählung Leben einzuhauchen.

Der besondere Clou an dem orientalischen Stück: Es wird zweisprachig aufgeführt. Während die von Saake verkörperten Rollen vorwiegend Deutsch sprechen, ist von den Figuren, die Acar darstellt, meist nur Kurdisch zu hören. Dennoch ist es für große und kleine Zuschauer kein Problem, der liebevollen Geschichte zu folgen. „Es ist ein orientalisches Märchen für alle“, sagt Saake, die ebenso wie die Regisseurin hofft, dass nicht nur deutsche Zuschauer Freude an dem Stück haben werden. „Wir hoffen, dass auch ganz viele Kurden kommen und sich das Stück ansehen, dann gibt es noch eine ganz andere Dynamik unter den Zuschauern“, sagt Schroeder. „Wir hatten zwei Kurdisch sprechende Männer, die haben sich sehr gefreut. Denn die erkennen vieles, wie die Lieder in dem Stück, aus ihrer Heimat wieder.“

Und auch den anderen der etwa 60 Besucher scheint die Vorführung gefallen zu haben, wie der minutenlange Applaus am Ende der ausverkauften Premiere zeigte. „Die Buchvorlage ist sehr fantasievoll und ist sehr gut vom gesamten Ensemble umgesetzt worden. Es hat mir auf jeden Fall gefallen“, sagt Zuschauer Karl-Heinz Oberbeck. „Zauberhaft und total schön“, sagt auch Mirija Bienek, die sich das Stück zusammen mit ihrer Tochter Siri angesehen hat, die besondere Freude an den komödiantischen Szenen des Stücks hatte. „Wunderbare Ideen, die mit einfachen Mitteln eine kleine Zauberwelt auf der Bühne erschaffen“, sagt Bienek. „Egal, ob man die Sprache versteht oder nicht, man wird in den Bann der Geschichte gezogen.“

Michael Ottinger Autor: Michael Ottinger , am 09.01.2017 um 18:37 Uhr
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