Auflagen machen Traum bei Höfer zunichte

Die Bunker sind zwar da, ohne Genehmigung dürfen sie aber nicht genutzt werden.  Foto: Joachim Gries

Viele Gründe haben Rolf-Robert Gorzejewski bewogen, seinen Traum von den Wildpferden im Bunkerland auf dem Gelände des früheren Bundeswehr-Depots bei Aschenberg aufzugeben. Welche das waren, schilderte der Celler, der den knapp acht Hektar großen Bereich im November 2015 ersteigert hatte, jetzt der Celleschen Zeitung.

ASCHENBERG. Erst als sich Gorzejewski Anfang vergangenen Jahres mit seinem neuen Besitz beschäftigte, wurde ihm von den Behörden verdeutlicht, dass seine Pläne, auf dem ehemaligen Militärgelände Pferde zu züchten, zum Scheitern verurteilt waren. Für die Fläche existierten Auflagen und für die Nutzung der Bunker hätte er von der Gemeinde Eschede einen Bebauungsplan auf eigene Kosten erarbeiten lassen müssen.

„Der wirksame Flächennutzungsplan der Gemeinde Eschede stellt den Bereich des ehemaligen Militärgeländes als Fläche für die Land- und Forstwirtschaft dar. Eine gewerbliche oder Hobbynutzung würde diesen Darstellungen widersprechen und wäre bereits aus diesem Grund nicht zulässig“, zitiert Gorzejewski aus einen Schreiben.

Eine weitere Behörde habe festgestellt, dass es sich bei dem Flurstück um Wald handle. Das habe er auch gewusst, sagt der 64-Jährige. Was er allerdings nicht wusste: Wald darf nach der Gesetzeslage nicht eingezäunt werden, es sei denn, es handelt sich um eine Schonung. Das Gutachten, das der Versteigerung des Geländes im November 2015 zugrunde lag, hatte allerdings für die Reparatur des Maschendrahtzauns, der oben von Stacheldraht gekrönt ist, eine bestimmte Summe vorgesehen. „Dass der Zaun nach deutschem Gesetz normalerweise gar nicht da sein darf, ist scheinbar noch niemandem aufgefallen“, bringt Gorzejewsi das Dilemma auf den Punkt.

Sarkastisch formuliert er, welche Handlungsspielräume er unter diesen Umständen gehabt hätte: Entweder Zaun entfernen und Wildpferde an die Bäume binden. „Artgerechte Tierhaltung sieht anders aus“, stellt er fest. Oder Wald komplett abholzen und neu bepflanzen. Bei der Schonung hätte der Zaun dann bleiben dürfen. Die Wildpferde in den Bunkern unterzubringen, wäre aber auch nicht gegangen, weil er für deren Nutzung keine Genehmigung gehabt hätte.

Dass ein Zaun um das Gelände durchaus Sinn ergibt, geht aus der Tatsache hervor, dass im Boden immer noch Kampfmittel liegen, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs bei der Sprengung der Luftmunitionsanstalt Höfer großflächig verteilt wurden. Die Firma Schollenberger Kampfmittelbergung, von Gorzejewski im vergangenen Jahr beauftragt, wurde bei einer Absuche fündig.

Als weitere Gründe für seinen Rückzug nennt Gorzejewski den Vandalismus an Tor und Zaun sowie an den Bunkern. Mehrfach sei das Schloss am Tor geknackt worden. Auch der Bunker, den er als als Werkstatt genutzt hatte, sei aufgebrochen worden, daraus wurden Gegenstände entwendet.

Dass er sich von seinem Traum mit den Wildpferden im Bunkerland verabschieden musste, ist Gorzejewski durchaus nahegegangen, das ist bei seinen Aussagen zu spüren. Dennoch dankt er allen, die ihn mit Rat und Tat bei seinen Plänen unterstützten.

Joachim Gries Autor: Joachim Gries, am 12.01.2017 um 09:03 Uhr
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