Zumba-Kursus in Garßen: Kalorien verbrennen bei Tanzparty

Foto: Alex Sorokin (3)

In der Garßener Sporthalle steigt eine große Party. Lateinamerikanische Rhythmen erfüllen den Raum und lassen den Boden beben. Mehr als 30 Frauen bilden vier Reihen und bewegen sich im Takt der Musik. Einige tanzen ausgelassen, wechseln von einem Salsa-Schritt in die nächste Kombination – alles völlig mühelos und fließend. Andere zögern, orientieren sich am Nachbarn und schwingen die Arme weniger unbekümmert. Doch eines haben alle Frauen gemeinsam: Sie tanzen mit einem Lächeln im Gesicht. Das Lied wird langsamer und die fröhliche Salsa-Musik verklingt. Erwartungsvoll blickt die Gruppe zu Uta Rössel.

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GARSSEN. Die 45-Jährige unterrichtet seit fünf Jahren den Zumba-Kursus des SV Garßen, der jeden Montagabend zum gemeinsamen Tanzen und Schwitzen einlädt. Das Angebot spricht vor allem Frauen jedes Alters an, Männer verirren sich nur selten zum Zumba. „Hin und wieder ist mal ein Mann dabei, aber die bleiben nicht lange“, sagt Rössel. Tratsch im Dorf könnte für Herren ein Hindernis sein, vermutet sie.

So bleiben die Damen unter sich. Die Tanzgruppe ist bunt gemischt: Mütter kommen mit ihren Teenager-Töchtern zum Zumba, auch Senorinnen nutzen das einstündige Training für ihre Fitness. „Es ist schön, hier drei Generationen vereint zu sehen“, freut sich die Trainerin.

Auf die fröhliche Salsa-Musik folgt ein für den Kursus neues Stück: ein moderner Pop-Song vom britischen Künstler Ed Sheeran. Als Rössel den Titel seines aktuellen Hits „Shape of You“ nennt, jubeln einige Teilnehmerinnen. Sie kennen das Lied bereits aus dem Radio und freuen sich auf die passende Choreografie dazu.

Bevor gemeinsam getanzt wird, stellt Zumba-Instructor Rössel die wichtigsten Schritte vor. Sie steht den Frauenreihen gegenüber und fesselt mit ihrem Elan die ganze Gruppe. Passend zum Liedtext, in dem vom Körper der Angebeteten geschwärmt wird, formt Rössel mit ihren Händen ein Herz und zeichnet anschließend die Körperrundungen in der Luft nach. Wer sich die Bewegungsabläufe so schnell nicht merken kann, muss nicht verzagen: Die Trainerin gibt während der Musikstücke Hinweise, welche Schritte als nächstes folgen.

Dann erklingt zum ersten Mal das neue Lied in der Sporthalle. Das Lächeln wird auf einigen Gesichtern noch breiter. Obwohl die Choreografie für die Tänzerinnen neu ist, fällt es den meisten leicht, Rössels Bewegungen nachzumachen. Auch ich habe mir gewisse Schritte aus den vorherigen Stücken gemerkt, diese kommen nun wieder zum Einsatz. Bei allem anderen hilft Rössel: Zwei Schritte zur Seite – die Trainerin deutet auf ihren rechten Fuß und hält Zeige- und Mittelfinger in die Höhe. Und wenn wir einige Schritte nach vorne tanzen sollen, lockt uns Rössel mit Gesten zu sich. Als der Refrain einsetzt, weist sie uns mit dem erhobenen Zeigefinger auf den richtigen Moment hin: Herz, Körperrundungen – geschafft.

Hände und Füße in Einklang mit der Musik zu bringen, fällt mir in meiner ersten Zumba-stunde nicht leicht. „Am Anfang ist es ein Sprung ins kalte Wasser“, bringt Rössel meine leichte Orientierungslosigkeit auf den Punkt. „Erstmal auf die Füße konzentrieren und den Schickimicki weglassen“, gibt sie mir als Tipp. Letztlich sei es ohnehin egal, wie es aussieht: „Der Spaß steht im Vordergrund.“

Freude am Zumba haben auch Stefanie und Beverley Rakebrandt aus Lachendorf. Seit einem Jahr tanzen sie zusammen in Rössels Unterricht. „Fitnessstudio ist nichts für mich“, stellt Stefanie Rakebrandt klar. „Beim Zumba kann man Spaß mit Abnehmen verbinden.“ Damit spricht die Teilnehmerin einen zentralen Vorteil dieses Sports an, den auch Rössel betont: „Man bewegt sich, ohne dass man glaubt, dass es anstrengend ist. So benutzt man den gesamten Körper und verbrennt nebenher Kalorien.“

Manche Tanzelemente erinnern tatsächlich an klassische Fitnessübungen. Nach zwölf bis 16 Songs pro Training markiert ein ruhigeres Lied, bei dem wir uns dehnen, das Ende. Wie nach jedem Stück applaudieren die Teilnehmer ihrer Trainerin und sich selbst. „Wenn alle mit einem Lächeln nach Hause gehen, dann weiß man, wofür man es tut“, sagt Rössel. Mission erfüllt!

Amelie Thiemann Autor: Amelie Thiemann, am 07.02.2017 um 17:58 Uhr
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