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Nach Premieren-Gold: Biathlet Doll steht stramm

Grundstellung bei der Siegerehrung: Weltmeister Benedikt Doll. Foto: Martin Schutt Foto: Martin Schutt

Hochfilzen (dpa) - Bei seiner ersten Siegerehrung auf ganz großer Biathlon-Bühne stand Benedikt Doll stramm. Mit Absicht. «Ich bin Soldat. Deshalb bin ich in Grundstellung gegangen», sagte der 26-Jährige mit der Goldmedaille um den Hals.

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Nach seinem Titel-Coup mit seinem ersten Weltcupsieg überhaupt war das sein Dank an die Bundeswehr-Sportfördergruppe für jahrelange Unterstützung. Auch wenn es mal nicht die Top-Resultate gab. Nach der Nationalhymne ließ er mit dem Zweiten Johannes Thingnes Bö und Bronze-Gewinner Martin Fourcade die Korken knallen. Auch ein Novum. «Das können nicht nur die Rennfahrer, sondern auch die Biathleten» sagte Doll lachend.

Bisher war WM-Silber mit der Staffel im Vorjahr sein größter Erfolg. Immer wieder war der Hobbykoch nah dran, aber kam nie richtig durch. Jetzt darf er sich Weltmeister nennen. «Darauf habe ich 17 Jahre hingearbeitet. Es ist ein Moment, wo ich mich noch lange dran erinnern werde. Einfach ein geiler Tag», sagte der Schwarzwälder, der der erste Sprint-Weltmeister seit Arnd Peiffer 2011 und der sechste Deutsche insgesamt ist.

Erst einmal in seiner Weltcup-Karriere schoss Doll fehlerfrei. Im März 2014 bei einem Sprint in Kontiolahti. Jetzt schaffte er es wieder - genau zum richtigen Zeitpunkt. Auch weil er sich vorher mit dem Hörbuch Känguru-Chroniken entspannte. Denn einer der schnellsten Läufer war er schon immer. Aber das Stehendschießen ist sein Problem - dieses Jahr hat er eine schwache Quote von 70 Prozent.

«Ich habe dieses Mal vorher gesagt: Du gewinnst heute», sagte der 26-Jährige, der am Samstag den deutschen Skijägern im dritten WM-Rennen in Tirol nach Mixed-Gold und Dahlmeier-Silber im Sprint schon die dritte Medaille bescherte.

Weil dem nach dem letzten Schießen führenden Norweger Bö die Puste ausging, hatte Doll am Ende minimale 0,7 Sekunden Vorsprung. «Ich wäre auch mit Silber zufrieden gewesen. Ich dachte nicht, dass Johannes das noch hergibt», bekannte «Rennsemmel» Doll, der nach seinem Triumph im Zielraum ausflippte.

Genau wie der sonst eher ruhige Bundestrainer Mark Kirchner. «In mir ist eine tiefe Freude und Genugtuung», sagte Kirchner und stellte nach dem denkbar knappen Triumph seines Schützlings fest: «Es ist einfach geil, dass er das geschafft hat. Ich habe immer an ihn geglaubt.» Kirchner, selbst Sprintweltmeister und Olympiasieger, sah nach einem denkwürdigen Rennen einige Parallelen zu sich selbst. «Ich habe es auch geschafft, einmal im Jahr Null zu schießen», sagte er mit einem Augenzwinkern. Er beschrieb Doll als «Frohnatur, absoluten Unruhegeist und Stimmungsmacher».

Am Sonntag konnte Doll in der Verfolgung indes seinen Erfolg nicht wiederholen, am Ende landete er mit drei Schießfehlern auf Platz elf. Auch für die restlichen deutschen Starter reichte es beim souveränen Sieg des Franzosen Martin Fourcade nicht zu einer Medaille.

Seine Eltern, der Vater war Sternekoch, unterstützten ihn vor Ort. «Meine Mutter war aber nicht auf der Tribüne, sie verkraftet das nicht, sie geht auch daheim immer in den Keller, wenn ich an den Schießstand komme», erzählte der 1,7er-Abiturient lachend. Bisher lichtete der Hobbyfotograf oft seine Teamkollegen ganz oben auf dem Podest ab. Jetzt war es anders rum. «Das ist die schönere Option», sagte Doll, der auch gerne am Herd steht.

Der Hobby-Koch hat sogar einen eigenen Blog, wo er vielfältige Rezepte vorstellt. Sein Lieblingsgericht nach einem Erfolg ist Rehrücken mit Spätzle, Rotkohl und Maronen. «Den wird es sicher bald mal wieder geben», sagte er nach der denkwürdigen Siegerehrung.

Sandra Degenhardt und Volker Gundrum, dpa Autor: Sandra Degenhardt und Volker Gundrum, dpa, am 12.02.2017 um 15:43 Uhr
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