Celle in Heckers Hexenküche größer als Hannover

Am vergangenen Sonntag hat Joachim Hecker Kindern Lust auf Wissenschaft gemacht. In „Heckers Hexenküche“ führte er in einer Spezialausgabe der Kinderakademie „Collegium Cellense“ in der Celler CD-Kaserne spannende Experimente durch. Es war die erste Veranstaltung des Frühjahrsemesters.

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CELLE. Nach der Eröffnung stellte Hecker den Kindern eine ungewöhnliche Rechenaufgabe. "Heute müsst ihr mit allem rechnen, sogar mit dem Kopf“, so Hecker. Anschließend führte er mit den Kinderakademiebesuchern einen Tierversuch mit Fröschen aus Styropor durch. Er nannte die Tiere Celle und Hannover. Hannover steckte Hecker in einen Topf mit Wasser und ließ es zunächst hinter der Bühne kochen.

Währenddessen erzählte er: "Wenn man die Stimme mit einem Handy aufnimmt, hört sie sich ganz anders an, als wenn man sie selbst hört.“ Deswegen hat Hecker in den Kopf drei verschiedener Kinder „gehört“. Später wurde dann auch noch ein Elternteil nach vorne geschoben. Heraus kam, dass nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr mitisst.

Strom ist gefährlich, das weiß ja eigentlich jeder. Aber Hecker machte es noch einmal allen klar. Denn der Körper leitet sehr gut Strom. Haare dagegen leiten nicht so gut, weil sie trocken sind.

Bleistiftanspitzer und Essig sind gefährlich, denn wenn man sie mischt, entsteht Wasserstoff. Wasserstoff ist übrigens genauso alt wie unser Universum. Wenn sich Wasserstoff aber mit Sauerstoff vermischt, ergibt das Knallgas. Dieses schießt sogar Raketen bis zum Mond.

Für den nächsten Versuch brauchten der Vortragende und die Kinder einen 50-Euro-Schein. Dieser wurde zuerst in Spiritus getunkt und dann angezündet. Der Schein hörte aber schon nach wenigen Sekunden auf zu brennen. Dann konnten die Zuschauer feststellen, dass der Schein gekokelt hatte und jetzt feucht war.

Anschließend holte Hecker den Styroporfrosch Hannover wieder vom Herd. Dieser war sehr geschrumpft und steinhart. „Endlich ist Celle mal größer als Hannover“, wurde festgestellt.

Als Nächstes sahen die Kinder sich selber in einer Wärmebildkamera. Sie sahen sich also so, wie eine Schlange sie sehen würde. Ein Mädchen hielt sich einen Luftballon vor das Gesicht, aber in der Wärmebildkamera sah man nur die Umrisse des Luftballons.

Die Kinder versuchten herauszufinden, ob eine Wunderkerze im Wasser weiterbrennt. Eine geht gleich aus. Aber wenn man zehn nimmt, bleiben sie noch einen kleinen Moment lang an. Mit dem Superabsorber-Pulver kann man Wasser in Sekundenschnelle zu Gelee und Kunstschnee machen und damit sogar Feuer löschen.

"Mir gefiel das Kunstschnee-Machen eigentlich am besten. Aber auch sonst hat es mir sehr gut gefallen“, fand Marlen nach der Veranstaltung.

Am Dienstag, 14. Februar, ab 16.30 Uhr wird Professor Dr. Kaja Harter-Uibopuu von der Universität Hamburg, Fachbereich Alte Geschichte, etwas über die Antiken Olympischen Spiele erzählen.

Text von Frida Maecker: Monstermäßige Auftaktveranstaltung der Kinder-Uni

„Und siehe da, der Geldschein ist immer noch unversehrt!“ – Am Sonntag, 12.02.17, überzeugte der Dozent Joachim Hecker (von Beruf Diplom-Ingenieur und Wissenschaftsredakteur in Köln beim Westdeutschen Rundfunk) wieder einmal in der CD-Kaserne: Mit vielen, im wahrsten Sinne des Wortes, brennend interessanten Experimenten begeisterte er sein junges Publikum.

Beim Versuch „brennender Geldschein“ handelt es sich um einen in Spiritus getauchten 50 Euro Schein, der zuvor etwas widerwillig vom Publikum „gespendet“ wurde. Als Hecker den Schein anzündete, sah man eine Stichflamme, aber seltsamerweise verbrannte der Geldschein nicht. Wieso das? Hecker erklärte, dass in dem Spiritus noch eine kleine Menge Wasser beigemischt war. Denn nur ein bisschen Wasser genügt, um einen Löscheffekt zu erzeugen. Generell benötigt ein Feuer Sauerstoff, die richtige Entzündungstemperatur und Brennmaterial, was vielen Studenten aus dem Auditorium bereits aus dem Sachkundeunterricht der 4. Klasse bekannt war.

Weiter ging es mit dieser Frage: „Warum klingt unsere eigene Stimme mit der Mailbox aufgenommen so komisch?“. Die Antwort darauf war: Wir können mit einem Aufnahmegerät nur bestimmte Geräusche aufnehmen. Das, was in unserem Kopf vorgeht bzw. die Nebengeräusche im Kopf, können wir nicht aufnehmen. So klingt unsere aufgenommene Stimme immer etwas höher als normal. Es gibt aber doch eine Möglichkeit, in seinen eigenen Kopf hineinzuhören. „Man nehme das untere Teil eines Stethoskops und einen Verstärker. Diese beiden Teile verbindet man. Jetzt legt man sich den unteren Teil des Stethoskops auf den Kopf.“

An dieser Stelle war Aktion auf der Bühne gefragt: Statt der ursprünglich geplanten zwei, stürmten gleich drei freiwillige Kinder nach vorne, um am Experiment teilzunehmen. Mit dem Stethoskop auf dem Kopf aßen sie knusprige Sachen, wie z. B. Chips, Hanuta und Zwieback. Die restlichen Zuschauer hatten das Gefühl, dass ein Monster und nicht ein Kind kaute…

Ein weiterer Versuch zeigte, dass Wunderkerzen sogar unter Wasser brennen. Aber halt, so einfach ist das nicht: Eine einzelne Wunderkerze erlischt bei Kontakt mit Wasser sofort. Mehrere Wunderkerzen brennen aber ohne Probleme im Wasser weiter. Aber warum ist das so? Die Erklärung ist ganz einfach: Das Wasser, in das man die Kerze taucht, kann ganz schön viel Wärme schlucken. Physiker sagen, es habe eine sehr hohe Wärmekapazität. Das heißt, dass sehr viel Wärme aufgewendet werden muss, um Wasser zu erhitzen. Es leitet die Wärme der brennenden Wunderkerze so schnell ab, dass die Entzündungstemperatur der Wunderkerze unterschritten wird. Dann kann die einzelne Wunderkerze nicht mehr brennen, es wird ihr rasch zu kalt – und sie erlischt. Erst wenn man zehn Wunderkerzen dicht zusammen anzündet, erzeugen sie genug Hitze, um auch im Wasser brennen zu können!

Den krönenden Abschluss bildete selbst hergestellter Kunstschnee in der CD-Kaserne, als kleiner Ausgleich sozusagen für den aktuell schneelosen Winter. Letzten Endes gingen viele junge Studenten mit einer großen Vorfreude auf die Fächer Chemie und Physik, die ja schließlich erst ab der fünften Klasse unterrichtet werden, nach Hause.

Nächster Collegium Cellense Termin: Dienstag, 14.02.2017, 16.00 h, CD-Kaserne

Lea Madeleine Harbott Autor: Lea Madeleine Harbott, am 13.02.2017 um 15:44 Uhr
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Collegium Cellense

Wie in der Vergangenheit auch, berichtet
CZ-Kinderreporterin
Lea Madeleine Harbott über die Kinder­akademie „Collegium Cellense“.

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