Aufzug in Celler Ärztehaus: "Türen öffnen sich nur zur Hälfte"

Seit Monaten klagen Mediziner und ihre Patienten über den defekten Aufzug im Ärztehaus am Alten Bremer Weg. Der SoVD sieht die Patientenversorgung in Frage gestellt. Die Eigentümergemeinschaft macht nun Nägel mit Köpfen und tauscht den Aufzug aus.

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CELLE. Seit Monaten leiden Patienten unter dem defekten Aufzug im Ärztehaus am Alten Bremer Weg. „Bestenfalls ächzt und quietscht er nur furchterregend, sodass man freiwillig gar nicht mehr einsteigen mag“, berichtet Tanja Schwerdtner, die häufiger das Ärztehaus besucht. „Ab und zu geht das Licht aus während der Fahrt. Oder die Türen öffnen sich nur noch zur Hälfte.“ Immer wieder stehe der Aufzug ganz still.

„Ich habe glücklicherweise zwei gesunde Beine und Füße, aber was ist mit Menschen, die eine Gehbehinderung haben oder gar auf den Rollstuhl angewiesen sind?“, fragt Schwerdtner. Auch Bernd Skoda, Experte für Barrierefreiheit beim SoVD, sieht die Patientenversorgung in Gefahr: „Vielfach haben Patienten den Arztbesuch abbrechen müssen, da ohne Hilfe die Treppe nicht zu bewältigen war.“ Skoda spricht von einem „eklatanten Bruch“ der Behindertenrechtskonvention und der gültigen Bauregeln. „Bei allem Verständnis auch für die wirtschaftliche Komponente, kann und darf nicht Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden“, betont Skoda und fordert, schnellstmöglich eine dauerhafte Lösung herbeizuführen.

Einem Arzt, der namentlich nicht genannt werden möchte, fehlt es an jeglicher Kommunikation seitens der Eigentümergemeinschaft und Verwaltung hinsichtlich aller Instandsetzungsarbeiten. Zudem seien nicht nur der Fahrstuhl, sondern auch Heizung, WC-Spülkästen und Parkschranke ständig kaputt.

Bei der CZ hat sich eine Eigentümerin gemeldet, die für den Großteil der Gemeinschaft spricht. Ihren Namen möchte sie ebenfalls nicht in der Zeitung lesen. Wenn der Aufzug in der Vergangenheit nicht richtig funktioniert habe, habe man immer sofort reagiert. „Die Reparaturen haben nur leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht“, betont die Eigentümerin. „Nun machen wir Nägel mit Köpfen.“ Am 22. Dezember sei ein neuer Aufzug in Auftrag gegeben worden, der Ende April geliefert werde. Für den Einbau müsse man sich dann noch ungefähr zwei Wochen gedulden.

Der Großteil der Eigentümergemeinschaft, zu der auch einige Ärzte gehören, verwahre sich gegen die Unterstellung, „aus wirtschaftlichen Gründen“ nicht gehandelt zu haben. „Die Sanierungsarbeiten der vergangenen zwei Jahre haben Millionen gekostet, da stehen die geplanten 48.000 Euro für einen neuen Aufzug in keinem Verhältnis“, so die Eigentümerin. Die weiteren aufgeführten Mängel seien auf ein Problem mit einem einzelnen Mieter zurückzuführen.

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 17.02.2017 um 17:37 Uhr
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