„Celler Schlosskapelle aus Dornröschenschlaf wecken“

Haben im Lutherjahr Großes in Celle vor: Jochen Meiners plant vier Ausstellungen an drei Orten, Andreas Döring bereitet einen Theater-Parcours vor und bei der LutherbeauftragtenElisabeth Schwenke und Uwe Schmidt-Seffers (von links) koordinieren alle 105 Veranstaltungen. Foto: Alex Sorokin

Zusammen mit den ökumenischen Partnerkirchen hat der Kirchenkreis Celle die Broschüre „500 Jahre Reformation“ herausgegeben. Alle Fäden liefen bei der Lutherbeauftragten Elisabeth Schwenke zusammen. Im Interview mit CZ-Redakteurin Dagny Rößler gibt sie einen Vorgeschmack auf das große Jubiläumsjahr.

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CELLE. 105 verschiedene Veranstaltungen sind in Stadt und Landkreis zum Lutherjahr geplant. Wie breit ist das Spektrum?

Es reicht vom Lutherfest am Pfingstsonntag auf der Stechbahn und den Angeboten der Evangelischen Jugend unter dem Titel „Luthercaches“ bis zum hochkarätigen Podiumsgespräch mit dem Ratsvorsitzenden der EKD und der Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts am 23. März in der Stadtkirche. Kabarett, Musik, Vorträge, Gottesdienste und Partys: Es gibt so gut wie alle denkbaren „Formate“ im Lutherjahr. Das ist für mich ein Zeichen, wie lebendig unsere Kirchen sind.

Auch der Landesbischof Ralf Meister hat sich für einen Gottesdienst am 25. Oktober in Schlosskapelle und Stadtkirche angekündigt...

Das wird, so hoffe ich, ein wichtiger Meilenstein werden, damit unsere Schlosskapelle aus ihrem Dornröschenschlaf aufgeweckt wird. Im Moment führen wir noch einige Vorgespräche, aber das grüne Licht von Seiten des niedersächsischen Denkmalschutzes gab es in der vergangenen Woche. Wir denken daran, den Gottesdienst um 19 Uhr in der Schlosskapelle zu beginnen. Der erste Teil wird dann direkt in die Stadtkirche übertragen, wo die Festgemeinde versammelt ist. Mit den Denkmalschützern haben wir vereinbart, dass 25 Personen an diesem Eröffnungsteil in der Kapelle teilnehmen dürfen. Für viele, die vor der Schließung der Kapelle dort noch Gottesdienste gefeiert haben, mag das eine außerordentlich geringe Anzahl sein, ich hätte mir auch ein anderes Szenario gewünscht – für die Denkmalsschützer ist das aber eine Revolution.

Wie wollen Sie die 25 Personen auswählen?

Ich denke, dass wir eine Art Verlosung von Sitzplatzkarten anbieten werden, so dass alle Interessierten die theoretische Möglichkeit haben, einmal als Gottesdienstbesucher in der Kapelle singen und beten zu können. 90 Personen werden vor der Glasscheibe stehend den Gottesdienst mitfeiern können. Im Laufe einer Musik wird sich die Gemeinde aus der Schlosskapelle auf den Weg in die Stadtkirche machen – und dort wird Bischof Meister wohl auch die Predigt halten.

Was bedeutet den Gemeinden das Reformationsjubiläum?

Jedes Jubiläum bietet die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wer man eigentlich ist und welche Rolle die eigenen Traditionen für den Weg in die Zukunft spielen sollen und können. Müssen vielleicht auch alte Zöpfe abgeschnitten werden? Insofern hat meinem Eindruck nach jedes Jubiläum die Aufgabe, die auch der Sonntag im Ablauf der Woche hat: Wir halten in inne, besinnen uns, wir feiern, wir schöpfen Kraft für den Weg, der vor uns liegt.

Wie kann man junge Menschen für Luthers Thesen begeistern?

Die Evangelische Jugend hat gerade moderne „95 Thesen“ aufgestellt. In unseren Kindertagesstätten hat Pastorin Helke Ricker, die Beauftragte für Religionspädagogik ist, gemeinsam mit den Erzieherinnen unserer 18 Einrichtungen das Projekt „Religion macht Kinder schlau - Martin Luther in der Kita“ initiiert und damit auch in der Landeskirche Maßstäbe gesetzt. Es geht uns nicht darum, historisches Wissen zu vermitteln, sondern Fragen aufzunehmen, die Luther am Herzen gelegen haben: Wie und wo finde ich Halt im Leben? Worauf können wir als Menschen vertrauen? Was bedeutet Freiheit? Was soll ich tun? Wer ist Gott? Das sind grundsätzliche Lebensfragen, die erstaunlicherweise ja schon von Kindern in veränderter Form, aber mit der gleichen Zielrichtung, zur Sprache gebracht werden.

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 17.02.2017 um 16:53 Uhr
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