Gegen Sucht: "Vergessenen Kindern Stimme geben"

Der institutionsübergreifende Arbeitskreis zur Jugendprävention in Stadt und Landkreis Celle hat auch in diesem Jahr wieder die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien unterstützt. Dazu gehörten auch "Stolpersteine" in der Celler Fußgängerzone.

CELLE. Derzeit berät die Bundesregierung über die Reform des Sozialgesetzbuches, in dem die Kinder- und Jugendhilfe geregelt ist. Anlässlich der Aktionswoche wird gefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit Kinder suchtkranker Eltern ebenso wie Kinder psychisch kranker Eltern einen Rechtsanspruch auf präventive Hilfen sowie Therapie erhalten. Diese Hilfen müssten auskömmlich finanziert sein und flächendeckend als Regelangebot zur Verfügung gestellt werden.

Um diese Forderung zu unterstreichen, veranstalteten zahlreiche Einrichtungen, Initiativen und Verbände der Sucht-Selbsthilfe anlässlich der Aktionswoche erneut Veranstaltungen zum Thema „Kinder aus Suchtfamilien“.

Bei einer Präsentation von „Stolpersteinen“ in der Celler Innenstadt wurde die breite Öffentlichkeit informiert. Auf großen, rechteckigen Zetteln auf dem Boden der Fußgängerzone in Celle waren plakative Botschaften rund um das Thema „Kinder aus Suchtfamilien“ formuliert. Diese fanden viele interessierte Leser, die an Ort und Stelle über das Thema diskutierten. Mit ihrer Aktion in der Fußgängerzone wollten Simone Braun, Frauke Ristau, Sergej Reimchen und Jutta Krumbach die Bevölkerung für die Problematik sensibilisieren und Betroffenen sowie Angehörigen den Weg in das Hilfesystem aufzeigen.

"Das Aufwachsen mit suchtkranken Eltern bedeutet eine schwere Gesundheitsbelastung, von der schätzungsweise jedes sechste Kind in Deutschland betroffen ist", erklärten die Veranstalter. Der aktuelle Drogenbericht der Bundesregierung stellt fest, dass für Kinder aus suchtbelasteten Familien „flächendeckende Hilfe im Rahmen einer Regelversorgung notwendig“ ist. Mit rund 200 Angeboten für schätzungsweise 2,65 Millionen betroffene Kinder könne hiervon in Deutschland nicht die Rede sein, so die Organisatoren. Hauptgrund für die unzureichende Versorgungssituation sei die Tatsache, dass Hilfen für die Kinder bis heute eben nicht Teil einer Regelversorgung seien, weil es dafür keine gesetzlichen Grundlagen gebe.

Kinder aus Suchtfamilien sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung und lebenslang hochgefährdet für psychische Krankheiten sowie soziale Störungen. Die Schädigungen, die durch das Aufwachsen mit suchtkranken Eltern entstehen, führen bei den Kindern zu deutlich erhöhten Gesundheitskosten. ermessen.

Dagny Rößler Autor: Dagny Rößler, am 27.02.2017 um 15:41 Uhr
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