Forderung der Celler Tierhalter: Wolf muss ins Jagdrecht

Will seine Tiere schützen, sieht den Wolf aber auch als eine Gefahr für den Menschen: Heidschnuckenzüchter Carl-Wilhelm Kuhlmann aus Niederohe engagiert sich im neuen Aktionsbündnis. Foto: Anne Friesenborg

Schafhalter, Rinderzüchter und Pferdebesitzer: Die im Landvolk Niedersachsen zusammengeschlossenen Tierhalter haben ein „Aktionsbündnis“ gegründet. Sie fordern ein aktives Wolfsmanagement. Unter den Aktivisten ist auch der Vorsitzende des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter Carl-Wilhelm Kuhlmann. Die Forderung des Schäfers aus Niederohe ist eindeutig: „Der Wolf muss ins Jagdrecht aufgenommen werden.“

CELLE. Das Raubtier sei ein intelligenter Jäger, der sich ständig weiterentwickeln muss, um an Nahrung zu kommen. „Nach zwei Nächten weiß ein Wolf, dass ihm Flatterband nichts tut“, sagt Kuhlmann. Auch bei der Höhe der Zäune sei es eine Frage der Zeit, bis der Wolf diese bezwingen könne. „Der Wolf hat keine Angst vorm Menschen“, betont Kuhlmann. „Die Bejagung soll nicht dazu führen, dass der Wolf wieder ausgerottet wird, sondern, dass er Angst bekommt.“ Auf Deichen oder in Städten dürfe er einfach nicht sein.

Seiner Meinung nach ist der Wolf keineswegs vom Aussterben bedroht, wie immer wieder gesagt wird. Zur mitteleuropäischen Flachlandpopulation, zu der die Wölfe in Deutschland und Westpolen gehören, zählten zwar noch keine 1000 Tiere, aber die nordosteuropäisch-baltische Population hänge mit ihr zusammen. Das belegen auch neue Studien. „Außer ideologischen Interessen gibt es keinen Grund, den Wolf nicht ins Jagdrecht aufzunehmen“, so Kuhlmann. Er wolle keine Ängste schüren, aber schon heute würden viele, die am Waldrand wohnen, ihre Kinder nicht mehr im Garten spielen oder allein zur Schule gehen lassen.

Anfang der Woche hatte auch der Celler CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann eine Regulierung der Wolfspopulation als zwingend erforderlich eingestuft. Der Wolf solle ins Jagdrecht aufgenommen werden, heißt es in einem CDU-Antrag, der im Umweltausschuss beraten wird. Ein Rudel, das sich verstärkt Siedlungen nähere oder wiederholt Nutztiere reiße, könne durch das Töten oder das Wegnehmen eines Jungtiers verjagt werden. Problemwölfe, die dem Menschen zu nahe kämen oder wiederholt Weidetiere angriffen, müssten sofort getötet oder eingefangen werden.

Aus Kuhlmanns Herde, die mehr als 1000 Tiere umfasst, hatte ein Wolf 2009 zwei Schnucken gerissen. Die danach ergriffenen Schutzmaßnahmen waren bisher erfolgreich. Während er die Zäune noch selbst finanzieren musste, werden präventive Bauvorhaben inzwischen mit 80 Prozent Förderung bezuschusst – das Aktionsbündnis fordert, dass die Kosten künftig komplett übernommen werden. Er fragt aber auch: „Was wird aus der frei zugänglichen Landschaft, wenn überall Stacheldrahtzäune stehen?“

Die Forderungen der Tierhalter würde Kuhlmann gerne mit dem niedersächsischen Umweltminister diskutieren. Er hat Stefan Wenzel daher zur Bockauktion am 13. Juli nach Müden eingeladen. „Herr Wenzel sagt, dass die Wölfe keine Gefahr für die Menschen sind – das glaube ich nicht“, so Kuhlmann.

Christopher Menge Autor: Christopher Menge, am 03.03.2017 um 18:43 Uhr
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