Lichtkunst-Schau: Biotop mit Aha-Effekt

Zu sehen im Celler Kunstmuseum: Materialcollage aus Sound und Licht von Klaus Geldmacher. Foto: Alex Sorokin

Auf überwältigende Resonanz stieß am Sonntag die Eröffnung der aktuellen Lichtkunstausstellung im Kunstmuseum Celle. Unter dem Titel „SIGNAL“ präsentiert das Haus eine faszinierende Auswahl aus dem eigenen Bestand.

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CELLE. Die 51 ausgestellten Werke und Installationen von 36 Künstlerinnen und Künstlern sind eindrucksvolle Beispiele für die Entwicklung von Robert Simons Sammlungsschwerpunkt „Lichtkunst“. Für den Museumsgründer ist das Licht „ein Medium von großer Gegenwärtigkeit und zugleich in rasendem Wandel“. Bei der ersten Ausstellung 1995 noch als „Revolution“ bezeichnet, hat das Konzept mittlerweile weltweiten Respekt und Anerkennung erfahren. „Damals“, so erinnerte Kuratorin Julia Otto in ihrer Einführungsrede an die Anfänge des Kunstmuseums, „gab es nur eins, was leuchtete: die Deckenstrahler.“ Seitdem hat die spannende, ideen- und facettenreiche Fülle künstlerischer Handschriften nicht nur dem Museum, sondern auch der Stadt Celle zu internationaler Ausstrahlung verholfen.

Das vorrangig Faszinierende und Interessante an der Lichtkunst sei die damit verbundene Möglichkeit, „nicht nur die Entwicklung der Lichttechnik, sondern vor allem die Formen und Funktionen, das Wesen und die Bedeutungen des Mediums Licht in immer neuen Facetten, aus immer neuen Blickwinkeln zu entdecken“, schwärmte Otto. Dabei verwies sie aber auch auf die Erkenntnis, wie schnell sich Gegenwart in Geschichte verwandelt. Etwa bei der fast schon ausgestorbenen Glühbirne, die – vor kurzem noch „preisgünstiger Allerweltsgegenstand“ – heute für die Verwendung in der Lichtkunst bei Bedarf aufwendig reproduziert werden müsse. Man könne also die Lichtkunst einerseits durchaus als „Biotope für aussterbende Lichttechniken“ bezeichnen. Andererseits aber auch als Entwicklungsfelder für neue. Denn die auf Lichttechniken spezialisierten Unternehmen, die vornehmlich im Dienste der Industrie und der Medizin, aber auch von Show-Events tätig sind, sehen sich zwischen Laser, LED und Zukunftstechnik mit der ständigen Herausforderung durch innovative Künstler konfrontiert.

Eine spannende Konfrontation übrigens auch für die Haustechniker des Museums, die sich „mit viel Fachkunde, Einfallsreichtum und Herz um unsere Lichtkunst kümmern“, wie Otto betont. Mitunter eine außerordentliche Herausforderung, etwa bei Klaus Geldmachers Material-Collage aus Sound und Licht. Auf der Suche nach dem „handgemachten Charme des Alltäglichen“ entdeckt dieser „virtuose Improvisateur“ sogar in Scheibenwischermotoren, Ampelschaltungen und alten Plattenspielern ästhetische Qualitäten, wenn er seine Lichtkunst-Skulpturen mit ruckelnden Motoren und schnarrenden Schaltmechanismen in Bewegung setzt. In diesem Sinne bietet die Ausstellung nicht nur dem Betrachter im Schein von Leuchtdioden, Bildschirmen, Beamern und Neonröhren eine spannende Entdeckungsreise zwischen rätselndem Kopfzerbrechen und begreifenden „Aha“-Effekten.

Rolf-Dieter Diehl Autor: Rolf-Dieter Diehl, am 20.03.2017 um 15:34 Uhr
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