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Martin Kahle zieht beim SVG Celle einen Schlussstrich

Martin Kahle hat enttäuschtund freiwillig den Trainerstuhlbeim SVG Celle geräumt. Foto: Marco Wolf

Sowohl für die Mannschaft als auch das Management kam die Nachricht aus heiterem Himmel. Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte Martin Kahle als Trainer des Handball-Bundesligisten SVG Celle mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Seiner Entscheidung lag offenbar auch ein großes Maß an Enttäuschung im Umgang mit seiner Person zugrunde.

CELLE. Denn ganz so überraschend dürfte Kahles Entscheidung insbesondere für das SVG-Management nicht gekommen sein. Nach der Niederlage gegen Nellingen war Kahle in einem Gespräch, in dem es um die wirtschaftliche und sportliche Situation ging, noch aufgefordert worden, ein sportliches Konzept für die zweite Liga zu erarbeiten. Doch schon zu diesem Zeitpunkt liefen hinter den Kulissen Gespräche, deren Tenor war, dass man Kahle einen Neuaufbau nicht mehr zutraute. Man war sich nicht sicher, ob der jetzige Trainer noch den nötigen Schwung bringt. „In der jetzigen sportlichen Situation ist das doch ganz normal“, so Jörg Oehus, Leiter für den Sponsoringbereich beim SVG. „Natürlich sind wir mit nur vier Punkten nicht zufrieden.“ Er bestätigte, dass - wenn auch noch ohne Ergebnis - im Zuge einer Bestandsaufnahme auch über mögliche Nachfolge-Kandidaten für Kahle diskutiert worden sei. „Natürlich denkt man darüber nach, wie man neue Impulse setzen kann“, so Oehus.

Als Kahle von den fortgeschrittenen Überlegungen durch einen Zufall Wind bekam, sah er das Vertrauen zwischen Management und sportlicher Leitung derart stark belastet, dass er seine Konsequenzen zog. „Meine Entscheidung hat keinesfalls etwas mit der wirtschaftlichen Lage zu tun“, so Kahle. Böse sei er den Verantwortlichen nicht, sagt er. Er wisse nur zu genau, was diejenigen, die die Geschicke beim SVG im Frühjahr 2016 übernommen, für einen Einsatz an den Tag gelegt haben, damit es überhaupt weitergehen konnte. Enttäuschung über die Art und Weise, wie an seiner Demission nach 24 Jahren auf dem SVG-Trainerstuhl gearbeitet wurde, sei aber schon vorhanden.

„Ob ich nach all den Jahren in dem Amt verbraucht bin, müssen andere entscheiden“, so Kahle. „Ich für meinen Teil bin mit mir in Sachen Training, Spielvorbereitung und Motivation der Mannschaft im Reinen“, sagte er. Die Auffassung, dass man ihm nunmehr einen Neuanfang mit der Mannschaft nicht zutraue, müsse er als Trainer aber akzeptieren.

Letztlich werde er nunmehr Opfer seiner eigenen Vorhersagen. „Denn als im vergangenen Jahr feststand, dass Berlin nicht für die 1. Liga melden würde und dadurch für den SVG die Möglichkeit bestand, trotz des sportlichen Abstiegs weiter in der Bundesliga zu spielen, war ich aus einer Fünferrunde der Einzige, der sich dagegen ausgesprochen hatte“, so Kahle. Er hatte damals Befürchtungen geäußert, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation, die einen harten Sparkurs nach sich zog, keine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt werden kann. Immerhin stand zu dem Zeitpunkt fest, dass man wichtige Spielerinnen verlieren würde.

Überraschung, aber auch Verständnis für den Entschluss ihres bisherigen Trainers gibt es bei den Spielerinnen. „Ich war fassungslos und traurig darüber“, sagt Natasha Ahrens. „Aber wenn es Differenzen zwischen ihm und dem Management gibt, kann man seine Entscheidung nachvollziehen.“ Auch Mannschaftskapitänin Renee Verschuren bedauert die Situation: „Ich habe lange mit ihm zusammengearbeitet. Es ist schade, dass es zu so einem solchen Ende kommen musste. Momentan läuft irgendwie alles schief.“

Wer das Team als verantwortlicher Trainer durch den Rest der Saison führen soll, stand gestern noch nicht fest. „Wir sind in Gesprächen und werden in Kürze eine Lösung präsentieren“, so Oehus.

Uwe Meier Autor: Uwe Meier, am 21.03.2017 um 13:15 Uhr
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