Bürgerbus in Eschede droht ohne neue Fahrer das Aus

Foto: Joachim Gries

Seit gut zwei Jahren ist er unterwegs, über 6000 Fahrgäste hat er inzwischen befördert, doch die Zukunft des Escheder Bürgerbusses ist unsicher. Der Grund: Finden sich keine neuen ehrenamtlichen Fahrer, droht im Jahr 2020 die Einstellung des Fahrbetriebs. Deshalb war die Jahreshauptversammlung des Vereins vom dringenden Appell geprägt, dass sich jüngere Escheder als Fahrer zur Verfügung stellen.

ESCHEDE. Im Juli 2016 war die Erde bereits laut Kilometerstand zweimal umrundet, im November überschritt der Neunsitzer, der seit dem 13. April 2015 im Einsatz ist, die 100.000-Kilometer-Marke. Bis Ende dieses Jahres soll der 10.000 Fahrgast zugestiegen sein. Diese Zahlen nannte in seinem detaillierten Jahresbericht der Bürgerbus-Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Soltendieck.

Finanziell war 2016 überaus erfolgreich. Einnahmen von gut 31.000 Euro standen Ausgaben von 18.000 Euro gegenüber, so dass ein Überschuss von mehr als 13.000 Euro erzielt wurde. Positiv bemerkbar machten sich auf der Einnahmenseite die Theater-Abo-Fahrten nach Celle. Abonnenten werden direkt vor das Schlosstheater befördert, 1765 Euro spülte dieses besondere Angebot in die Kasse des Vereins. Zudem wurde das Schlosstheater für die kommenden drei Jahre als neuer Werbepartner gefunden. Damit belaufen sich die Einnahmen aus der auf dem Bus platzierten Werbung künftig auf knapp 7000 Euro im Jahr. Größter Einzelposten bei den Ausgaben ist der Kraftstoff, 6368 Euro wurden 2016 für Diesel ausgegeben.

An 252 Tagen absolvierte das 14-köpfige Fahrerteam im vergangenen Jahr rund 2900 ehrenamtliche Einsatzstunden. 3989 Fahrgäste wurden befördert. Drei Fahrer haben inzwischen ihren 100. Einsatz hinter sich. Soltendieck richtete ein ausdrückliches Dankeschön an die Damen und Herren, ohne die das nicht ginge. Mitglied Astrid Nebelsieck schloss sich an: „Supertoll, superfantastisch“ nannte sie das Engagement der Ehrenamtlichen.

Im Wirtschaftsplan 2017 wurden vorsichtige Ansätze getätigt. So wird ein steigender Dieselpreis ebenso berücksichtigt wie sinkende Einnahmen im Linienverkehr. Bei einem möglichen Ausgabenüberschuss von 2630 Euro sind allerdings Zuschuss-Zusagen der Gemeinde Eschede über 5000 Euro noch nicht berücksichtigt.

Finden sich keine neuen Fahrer, wird beim Bürgerbus Eschede im vierten Quartal 2019 nur noch ein eingeschränkter Fahrbetrieb möglich sein. Der Grund: Die meisten Fahrer sind heute schon zwischen 76 und 69 Jahre alt; der jüngste ist 52. Bei der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2019 müsse dann die Entscheidung fallen. Wird ein „Abwicklungsvorstand“ gewählt, wie sich Soltendieck ausdrückte, wäre dann ein Jahr später Schluss. Der Bus hätte bis dahin 250.000 Kilometer zurückgelegt, Zuschüsse an die Landesnahverkehrsgesellschaft müssten nicht zurückgezahlt werden. Es wäre schlimm, wenn der Verein abgewickelt werden würde, so der Vorsitzende. Für die, die nicht mehr mobil und damit benachteiligt seien, würde eine Dienstleistung entfallen.

Joachim Gries Autor: Joachim Gries, am 20.04.2017 um 18:07 Uhr
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