Hambührenerin bleibt Verhandlung fern

Foto: Michael Schäfer

Weil sie ihre eigene Entführung erfunden haben soll, sollte sich am Donnerstag eine 18-jährige Hambührenerin vor dem Celler Amtsgericht verantworten. Doch sie erschien nicht. „Das Verfahren ist ausgesetzt worden“, sagte anschließend Amtsgerichtsdirektor Dieter Philipp Klass. Als neuer Termin wurde Dienstag, 2. Mai, angesetzt. Zwangsmaßnahmen, um das Erscheinen der Angeklagten zu erzwingen, waren nicht angeordnet worden.

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HAMBÜHREN. Martin Fricke, Anwalt der 18-Jährigen, sagte, seine Mandantin sei aufgrund eines Missverständnisses nicht erschienen. Sie habe gedacht, das Verfahren werde verschoben. „Sie hat sich damit sicherlich keinen Gefallen getan“, sagte Fricke. Er könne zu 99 Prozent sicherstellen, dass seine Mandantin am 2. Mai vor Gericht erscheinen werde. „Ich gehe davon aus, dass dann ein Ergebnis erzielt wird, damit der Rechtsfrieden wiederhergestellt wird. Wir alle sind daran interessiert, das Kapitel zu einem Abschluss zu bringen, mit dem jeder leben kann“, so Fricke.

Verhandelt werden sollte vor dem Jugendschöffengericht. Vorrangig sollte es um die inszenierte Entführung gehen. Die Anklage beinhaltete auch den Vorwurf, die 18-Jährige habe Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet sowie zwei Fälle von Sachbeschädigungen. Weil sie in einem Fall noch keine 18 Jahre alt war, sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden.

Die Hambührenerin war Ende November 2016 gefesselt im Celler Ortsteil Boye entdeckt worden. Später räumte sie ein, die vermeintliche Entführung selbst inszeniert zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr die Vortäuschung einer Straftat vor. Dafür sieht der Gesetzgeber einen Strafrahmen vor, der von einer Geldstrafe bis zu einer dreijährigen Haftstrafe reicht. Anwalt Fricke geht aber davon aus, dass Jugendstrafrecht angewendet wird.

Die junge Frau wird mit über 100 Straftaten in Verbindung gebracht. Im Dezember verurteilte das Amtsgericht die junge Frau wegen Sachbeschädigung, Diebstahls von Autokennzeichen und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einem Wochenende Freizeitarrest und 40 Arbeitsstunden. In Hambühren hatte es immer wieder Kritik gegeben, dass die Ermittlungsbehörden es nicht schafften, die kriminellen Handlungen zu beenden.

Simon Ziegler Autor: Simon Ziegler, am 20.04.2017 um 14:54 Uhr
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