Fachkräftemangel in Kitas: Celle geht neue Wege

Vom allgemeinen Fachkräftemangel sind auch die städtischen Kindertagesstätten betroffen. Die Stadt ist bereits dabei, Konzepte zu entwickeln und anzuwenden, um Mitarbeiterinnen langfristig zu binden. Foto: Sebastian Kahnert

Nach dem Vorbild von Langenhagen möchte die Celler SPD dem Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten der Stadt mit einer berufsbegleitenden Ausbildung begegnen. Das hatte der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Christoph Engelen, jetzt vorgeschlagen. Die Antwort dazu aus dem Neuen Rathaus fällt deutlich aus. „Ein einziger Anruf beim zuständigen Dezernenten hätte Herrn Engelen darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Verwaltung längst auf dem vermeintlich neuen Weg ist, den die SPD nun fordert“, so Stadtsprecher Wolfgang Fischer.

CELLE. Die Problematik des Fachkräftemangels sei im Neuen Rathaus bekannt. „Wir müssen die Stadt Celle in allen Berufsfeldern als attraktiven Arbeitgeber positionieren, um der Fluktuation und damit dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, sagt Fischer. Der Fachdienst Personal setze sich mit diesen Themen seit geraumer Zeit intensiv auseinander. So beschäftige sich eine von zwei Projektgruppen speziell mit Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen im Erziehungsbereich.

Die dabei erzielten Ergebnisse kommen dem Vorschlag der SPD sehr nahe. So biete die Stadt im Beschäftigungsfeld „Sozialassistent“ die Möglichkeit, nebenberuflich die Qualifikation als Erzieher zu erwerben. Außerdem würden Berufseinsteigern während der zweijährigen Ausbildung zur Sozialassistentin Praktikumsplätze zur Verfügung gestellt und Kontakte zu den potentiell künftigen Mitarbeitern geknüpft werden.

„Den zweiten Schritt, die zweijährige schulische Erzieher-Ausbildung, begleiten wir wieder mit Praktika. Hier denken wir darüber nach, bereits in dieser Phase Verträge mit den Aspiranten zu schließen. So besteht bereits während der Ausbildung ein fester Arbeitsvertrag, der durch eine Qualifizierungsvereinbarung flankiert wird. Damit wird man beiden Interessenlagen gerecht“, so der Stadtsprecher.

Mit anderen Kommunen unter anderem dem von Engelen genannten Langenhagen sei das Neue Rathaus ebenfalls in Kontakt, um Ideen auszutauschen. Die Fachkräftegewinnung erschöpfe sich weder in der Dauerausschreibung von Stellen, wie Engelen kritisch angemerkt hatte, stellte Fischer klar. „Es ist zu erwarten, dass das Land in absehbarer Zeit auch eine duale Ausbildung im Bereich der Tageseinrichtungen zulässt. Darauf sind wir vorbereitet. Dies resultiert nicht zuletzt aus einem Gespräch von Oberbürgermeister Jörg Nigge mit den Erzieherinnen“, sagt Fischer.

„Dass das alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, dürfte allen klar sein. Die dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten kostet etwa 45.000 Euro. Eine duale Ausbildung im Erziehungsbereich wird ähnlich viel kosten“, meint Fischer.

Gunther Meinrenken Autor: Gunther Meinrenken, am 21.04.2017 um 16:02 Uhr
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