Trommelfell aus Papprolle, Papier und Gummiband bei Kinderakademie in Celle

Bei der Vorlesung über das Hören experimentierten die Kinder auch mit einer Stimmgabel. Anschließend bauten sie ihr eigenes „Trommelfell“. Foto: Alex Sorokin

Am Dienstag startete die vorletzte Vorlesung des diesjährigen Semesters der Kinderakademie Collegium Cellense. Professor Dr. Anke Lesinski-Schiedat, Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in Hannover, brachte den jungen Studenten das Thema Hören näher.

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CELLE. Zunächst erklärte die Dozentin, wie wir überhaupt Töne wahrnehmen können: „Die Schallwellen treffen im Gehörkanal ein und bringen das Trommelfell zum Schwingen. Das Trommelfell schwingt in der Frequenz des Schalls. Die Schwingungen gelangen über die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel in die Cochlea (Hörschnecke). Die Schwingungen versetzen die Flüssigkeit in der Cochlea in Bewegung.

Infolge der Bewegung der Flüssigkeit „biegen“ sich die Haarzellen. Die Haarzellen lösen neurale Signale aus, die vom Hörnerv aufgefangen werden. Die Haarzellen an einem Ende der Cochlea senden tieffrequente und die Haarzellen am anderen Ende der Cochlea senden hochfrequente Schallinformationen. Der Hörnerv übermittelt die Signale an das Gehirn, wo sie als akustische Ereignisse interpretiert werden, die wir uns merken.“

Ein junger Zuhörer wollte daraufhin wissen, was eigentlich in unserem Ohr passiert, wenn wir laute Musik hören. Nach dem Hören sehr lauter Musik knicken die Haarzellen ab und man kann einen Tinnitus erleiden. Ein Tinnitus ist als
Ohrensausen oder Ohrgeräusch bekannt und kann chronisch werden. Meistens erholen sich die Haarzellen jedoch in der Nacht, so dass sie am nächsten Morgen wieder voll einsatzfähig sind. Bei Menschen hingegen, die in Nachtschichten regelmäßig laute Musik hören, ist die Gefahr, im Alter gehörlos zu werden, wesentlich höher, da die Haarzellen diesem unnatürlichen Rhythmus nicht gewachsen sind.

Im weiteren Verlauf der Vorlesung bastelten sich die Zuhörer ihr eigenes Trommelfell aus einer leeren Toilettenpapierrolle, einem Stück Backpapier und einem Gummiband. Das Papier wird hierbei einfach über die Rolle gespannt und mit einem Gummiband befestigt; fertig ist das Trommelfellmodell. Beim Summen in die vorgefertigte Konstruktion konnten die Studenten ein Vibrieren spüren – Schall sendet Druckwellen aus.

Mit neuem Wissen und der Tatsache, dass laute Musik über einen kurzen Zeitraum zum Glück doch gar nicht so gefährlich ist, machten sich die jungen Studenten beruhigt auf den Weg nach Hause.

Die nächste Vorlesung zum Thema „Wie kommt der Spinat in die Gummibärchen?“ findet am 23. Mai um 16.30 Uhr in der CD-Kaserne statt.

Frida Maecker Autor: Frida Maecker, am 11.05.2017 um 17:58 Uhr
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Collegium Cellense

Wie in der Vergangenheit auch 
berichten die CZ-Kinderreporter Frida Maecker (Foto) und Lea Madeleine Harbott über die Kinder­akademie „Collegium Cellense“. Beide Artikel werden auf der Homepage der Celleschen Zeitung veröffentlicht, einer erscheint in der Printausgabe.

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