Stefan Wille zeigt in seiner Ausstellung im OLG die Welt von oben

Stefan Wille zeigt im Celler Oberlandesgericht abstrakte Landschaftsreliefs. Foto: Rolf-Dieter Diehl

„Die Welt von oben – abstrakte Landschaftsreliefs in Form und Farbe“ ist die aktuelle Ausstellung betitelt, die seit Mittwoch im Übergang zum Hochhaus des Oberlandesgerichts Celle zu sehen ist.

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CELLE. Sie zeigt rund zwanzig Arbeiten des derzeit am Amtsgericht Celle tätigen Richters Stefan Wille, die in einer faszinierenden Acrylmischtechnik auf Leinwand gefertigt sind. Eine Mischtechnik, bei der Wille nicht nur auf Farbpigmente und Acrylbinder zurückgreift, sondern unter anderem auch Strukturpaste, Marmormehl, Fliesenkleber, Sand, Kreide und natürlich Wasser mit einfließen lässt.

Im Ergebnis zeichnen sich die Exponate durch eine abstrahierte Verbindung von natürlichen Farben, Formen und Strukturen aus, die in vielen Fällen den Eindruck einer Draufsicht auf Landschaften entstehen lassen. Man muss sich allerdings erst zurechtfinden in Willes Wasser-, Gebirgs- und Wüstenlandschaften. Geradeso, als würde man sich tatsächlich aus einem Flieger heraus orientieren müssen. Doch dann werden sie mehr und mehr sichtbar, die sich verzweigenden Gebirgsflüsse, die Bäche, Gletscher, Sandbänke und Inseln und die ausgetrockneten, versandeten Flussbetten und die aufgebrochene Erde.

Könnten wir uns als Betrachter der haptischen Landschaftsreliefs ganz klein machen und auf der Oberfläche der Bilder herumspazieren, so würden wir dort auf gewaltige Landschaften stoßen. Denn die Oberflächen gleichen Hügeln, Bergen, Tälern und zerklüfteten Canyons. Von zunächst nur vagen Vorstellungen bis zu Satellitenfotos reichen die Vorlagen, bei deren Umsetzung Wille seine Leidenschaft für die Farben- und Formensprache der Natur zum Ausdruck bringt.

Diese Art der Abstraktion wirkt äußerst spannend und fordert vom Künstler Ideen, Fantasie und eines hohes Maß an Kreativität. Denn die abstrakte Malerei kann auf keine Vorbilder aus der Natur zurückgreifen. So gelten für den Maler Wille ähnliche Voraussetzungen für das „Aufnehmen“ eines Bildes wie für den ebenso leidenschaftlichen Landschaftsfotografen Wille: Das Innehalten, das genaue Beobachten, ein sich selbst zurücknehmendes, unbestechliches, nüchternes Schauen, das frei von konkreten Erwartungen ist. Auf dieser Basis hat er eine Bildsprache entwickelt, die eine unwiderstehliche Ästhetik beinhaltet.

Mit zehn bis zwanzig Farbschichten gibt er seinen mitunter biomorphen Landschaftsreliefs eine brüchige Tiefe, der er jedoch durch „sympathische“ Farbkompositionen und verschwimmende Farbverläufe ihre Morbidität nimmt. Es ist fantastisch, wie er eine eigentlich gegenstandslose Komposition aus Farben und Formen trotz einer stark verfremdeten Realität zu einem Bilderlebnis von grundsätzlichem Wiedererkennungswert werden lässt. Denn kaum ein Vernissage-Besucher vermochte nicht „irgendeine“ Wasser- oder Gebirgslandschaft in den Bildern zu erkennen.

Rplf-Dieter Diehl Autor: Rplf-Dieter Diehl, am 18.05.2017 um 13:40 Uhr
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