Mit Celler Kinderakademie Gummibärchen selbst machen

Vergangenen Dienstag wurde bei der Kinderakademie in der Celler CD-Kaserne über den Spinat in Gummibärchen gesprochen. Die Vorlesung, die gleichzeitig die letzte des Semesters war, gab Professor Dr. Sascha Rohn vom Institut für Lebensmittelchemie in Hamburg.

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CELLE. Rohn erinnerte die Kinderakademiebesucher an die Vielfalt der Farben von Gummibärchen. Am meisten enthalten in dieser Süßigkeit sind Glukosesirup, Zucker und Gelatine. Danach kommen Fruchtsäure, Aromen und Farbstoffe für den Geschmack und die jeweilige Farbe. Es werden nicht nur verschiedene Obstsorten dafür in Gummibärchen verwendet, sondern auch Gemüse wie Karotte, Paprika, Brennnesseln, Spirulina (eine Algenart) oder eben der bereits genannte Spinat.

Für die Kinder, die Gummibärchen einmal selber machen wollen, gab es ausführlich erklärt ein Rezept. Zunächst muss man etwa einen Tag Zeit einplanen und benötigt einen Kochlöffel, einen Trichter, ein Tablett oder Backblech, 90 Gramm Blattgelatine, 440 Gramm Zucker, 425 Milliliter Wasser, eine Messerspitze Weinsäure, eine Messerspitze Natron, ein Aroma nach Wahl, verschiedene Lebensmittelfarben und ein bis zwei Kilogramm Mehl.

Zuerst muss man 200 Gramm Zucker in 100 Milliliter Wasser lösen und die Weinsäure dazugeben. Das bleibt dann für 30 Minuten stehen, danach kann man das Natron dazugeben. Nach den dreißig Minuten ist es ein fertiger Glukosesirup. In der Zwischenzeit nimmt man die restlichen 240 Gramm Zucker und 75 Milliliter Wasser und vermischt dies, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Wenn das wiederum fertig ist, hat man eine perfekte Zuckerlösung.

Jetzt nimmt man die 90 Gramm Blattgelatine, die sich übrigens ein bisschen so verhält wie Plastik, und lässt sie für 15 Minuten in den letzten 250 Milliliter Wasser einweichen. Man muss nebenbei aber immer mal umrühren. Nach den fünfzehn Minuten ist dann eine ganz schön ekelige Masse dabei herausgekommen, die man Gelatinemasse nennt. Die drei fertigen Mischungen – also Glukosesirup, Zuckerlösung und Gelatinemasse – gibt man nun zusammen und verrührt sie miteinander. Wenn es gut verrührt ist, gibt man die gewünschte Lebensmittelfarbe und das Aroma dazu. Vom Aroma braucht man nur wenige Tropfen.

Um die richtige Form zu bekommen, gibt man jetzt noch ein bis zwei Kilogramm Mehl auf ein Tablett oder Backblech und drückt es fest an. Als Form kann man beispielsweise kleine Holzfiguren oder andere Gummibärchen nehmen, die man vorsichtig in das Mehl drückt und wieder herausholt. Das wiederholt man im ganzen Mehl. Jetzt gibt man die fertige Gummibärchenmasse in den Trichter und drückt mit dem Kochlöffel leicht dagegen, wenn man über einer Form ist. Wenn alle Formen gefüllt sind, muss man die Gummibärchen noch abkühlen lassen. Schließlich werden sie vorsichtig aus der Form genommen und mit einem Lappen abgetupft.

,,Mir hat es am besten gefallen, als ich auf die Bühne kommen durfte, um an dem Aroma zu schnuppern“, erzählte Elio, sieben Jahre alt, aus Sülze.

Text von Frieda Maecker:

Gummibärchen – selbstgemacht

Am vergangenen Dienstag bildete Prof. Dr. Sascha Rohn von der Universität Hamburg, Institut für Lebensmittelchemie, den süßten Abschluss des diesjährigen Sommersemesters der Kinderakademie.

Vor dem Start der eigentlichen Vorlesung wurden den jungen Studenten ihre Zertifikate überreicht, die es nach jedem Semester gibt. Dann ging es richtig los mit dem süßen Thema: Gummibärchen und ihre Herstellung.

„Es gibt ein Gesetz, das verlangt, dass jede Lebensmittelfirma auf ihre Produkte eine Zutatenliste drucken muss. So ist es auch bei führenden Gummibärchenfirmen wie Haribo oder Katjes.“, so Rohn. Die Zutaten, die ganz am Anfang dieser Liste stehen, sind am meisten enthalten. Das sind bei Gummibärchen immer Gelatine, Zucker und Glukosesirup; diese Bestandteile sorgen für Festigkeit und Süße. Die Gelatine ist ein Stoffgemisch aus geschmacksneutralen tierischen Proteinen. Dieses Fadenmolekül ist grundsätzlich hart und fest. Beim Erhitzen jedoch gehen die Fadenmoleküle auf und lassen Wasser hindurch, das dann gebunden ist; die Gelatine ist jetzt weich. Für Geschmack und Aussehen sind Fruchtsäuren, Aromen und Farbstoffe zuständig. Letztere werden nicht immer nur aus Obst, sondern auch aus Gemüse wie zum Beispiel Spinat oder Algen gewonnen.

Auch wie man Gummibärchen zuhause selbst herstellen kann, erklärte der Dozent den jungen Studenten ausführlich: Für die Herstellung hausgemachter Gummibärchen benötigt man die bereits oben genannten Zutaten Glukosesirup (200g Zucker, 100ml Wasser, eine Messerspitze Weinsäure und eine Messerspitze Natron), Zuckerlösung (240g Zucker und 75 ml Wasser), Gelatinemasse (,90g Blattgelatine und 250ml Wasser), Lebensmittelfarben, Aroma und Mehl. Nach der Zubereitung der einzelnen Lösungen wird alles zusammengemischt. Um eigene Förmchen für die Gummibärchen herzustellen, wird ein Backblech bis zum Rand mit Mehl gefüllt, das anschließend festgedrückt wird. Jetzt kann man beliebige Schablonen in das Mehl drücken, so dass eine Vertiefung entsteht, die anschließend mit der Gummibärchenmasse aufgefüllt wird. Nach einer kurzen Zeit kann man die hausgemachten Gummibärchen dann auch schon schnabulieren.

Mit diesem Wissen und der hohen Motivation, das Rezept zuhause gleich auszuprobieren, gingen die jungen Studenten mit ihren Collegium Cellense Zertifikaten nachhause.

Lea Madeleine Harbott und Frida Maecker Autor: Lea Madeleine Harbott und Frida Maecker, am 26.05.2017 um 14:11 Uhr
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Wie in der Vergangenheit auch,
berichten die CZ-Kinderreporter
Frida Maecker und Lea Madeleine Harbott (Foto) über die Kinder­akademie „Collegium Cellense“. Beide Artikel werden auf der Homepage der Celleschen Zeitung veröffentlicht, einer erscheint in der Printausgabe.


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