Cup geht auf die Insel: Manchester City siegt in Eicklingen

Die Top-Talente des englischen Premier-League-Clubs Manchester City haben das hochkarätig besetzte Fußball-Jugendturnier in Eicklingen gewonnen. Im Finale des internationalen Spitzentreffens besiegten die Himmelblauen den portugiesischen Traditionsverein Benfica Lissabon mit 2:0. Etwa 2000 Spieler, Eltern und Besucher hatten am Samstag und Sonntag viele spannende Partien der mehr als 70 Vereine gesehen. Für die Organisatoren des TuS Eicklingen gab es nur lobende Worte.

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EICKLINGEN. Als beim TuS Eicklingen im Verein über die Ausrichtung des „Raddatz-Cups“ abgestimmt wurde, waren längst nicht alle Mitglieder vom Konzept überzeugt. Es wurde kontrovers diskutiert und beraten, ehe sich am Ende die Mehrheit für die Veranstaltung des Jugendfußball-Turniers aussprach. Zum Glück, wie sich am vergangenen Wochenende auf der Sportanlage des Eicklinger Sportvereins herausstellte. „Es wird nichts passieren, was diese Veranstaltung noch beeinträchtigen kann“, war sich Turnierorganisator Fritz Raddatz bereits am Samstagnachmittag sicher.

Über 2000 fußballbegeisterte Fans, Eltern und Jungkicker hatten sich jeweils am Samstag und Sonntag auf der Anlage am Bannkamp versammelt, um bei besten Bedingungen den Fußball zu zelebrieren. Auf zehn Spielfeldern verglichen sich mehr als 70 U11-Mannschaften aus aller Welt, unter anderem die europäischen Topteams von Manchester City, Benfica Lissabon, Olympique Lyon, Inter Mailand, FC Sevilla und Besiktas Istanbul. Aus der Bundesliga war mit der Jugendakademie des FC Schalke 04 ebenso ein prestigereicher Verein vertreten. „Die Organisation sowie das sportliche Niveau sind sehr gut“, erklärte Manchester City-Trainer Mark Rees. „Wir freuen uns darauf, gegen die Top-Teams zu spielen.“ Und auch aus Spanien gab es Lob für das Turnier: „Sportlich ist es hier sehr ausgeglichen, das ist gut für die Mentalität. Es gefällt uns sehr“, so Juan Luis Redondo vom FC Sevilla.

Eine besonders große Chance auf den Titelgewinn sicherten die Eicklinger Verantwortlichen Manchester City und Benfica Lissabon zu. Dieser Tipp erwies sich als besonders treffsicher, da am Sonntagabend die beiden Nachwuchsteams aus England und Portugal im Finale um den Turniersieg spielten. Den Pokal bei der gut 90-minütigen Siegerehrung durften am Ende die Himmelblauen aus Manchester in den Himmel recken, nachdem sie sich mit 2:0 gegen die Adler aus Portugal durchgesetzt und zuvor im Turnierverlauf nicht ein Spiel verloren hatten.

„Das waren schon Teams mit herausragenden Fähigkeiten. Das hat man gesehen“, erklärte TuS Eicklingen-Jugendleiter Frank Böse. Dritter wurde PAOK Thessaloniki aus Griechenland, das OFK Sport Banja Luka A aus Bosnien und Herzegowina mit einem 1:0-Sieg auf den vierten Rang verwies. Als bestes deutsches Team schnitt der FC Schalke 04 auf Platz sechs ab. Auch wenn es für die lokalen Vereine wie für das Team des TuS Eicklingen nicht für das große Treppchen reichte, ging niemand traurig nach Hause: „Auch für die Heimatvereine war es ein unvergessliches Erlebnis“, stellte Hartmut Krause, Vorsitzender des TuS Eicklingen, heraus.

Dort zeigte man sich über den Verlauf des größten Events der Vereinsgeschichte begeistert: „Es ist ein toller Erfolg für den Verein. Wir sind super stolz“, freute sich Krause. „Alles lief tadellos, die Ausrichtung wurde von mehreren Teams gelobt“, schloss sich Böse an. Die Gründe für eine Ausrichtung des Turniers lagen dabei auf der Hand: „Es ist zum einen eine Herausforderung, alles zu organisieren. Am schönsten ist es aber, den Kindern eine Freude zu machen“, so Krause. Dass dies dem achtköpfigen Organisationsteam gelungen ist, wurde von allen Seiten bestätigt: „Großes Kompliment an den TuS Eicklingen“, so NFV-Schiedsrichter Osman Vaybil. „Ich würde Eicklingen als Austragungsort für das kommende Jahr sofort wieder vorschlagen“, erklärte der Hannoveraner, der seit vielen Jahren als Hauptschiedsrichter beim Raddatz-Cup dabei ist. Und auch von oberster Stelle wurden wahre Loblieder auf das Engagement des TuS gesungen. Turnierorganisator Raddatz war begeistert: „Überragende organisatorische Leistung des TuS Eicklingen. Das ist einmalig, in der Form hab ich es noch nicht erlebt.“

Da konnten auch kleinere Probleme die Euphorie bei allen Beteiligten nicht bremsen. Nachdem der computergestützte Spielplan einen Programmfehler aufwies, mussten alle Spiele am Samstag um zwanzig Minuten nach hinten verschoben werden. „Es handelte sich um einen Systemfehler, den die präzise arbeitende Regie schnellstens behoben hat“, erklärte Raddatz. Ebenfalls ohne Schuld blieben die Organisatoren bei der Panne rund um den französischen Topclub Olympique Lyon: Das Team reiste ohne Koffer an, da diese auf dem Flughafen verloren gingen. Schnell wurden die Spieler nach der ersten Partie mit Fußballschuhen versorgt, doch der Trikotkoffer blieb verschollen. Hilfsbereit liehen sich die Spieler untereinander ihre Schienbeinschoner aus, so dass die Spiele dennoch stattfinden konnten.

Die Ausrichtung des Turniers erwies sich als absoluter Erfolg für den TuS. „Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt“, erklärte Geschäftsführer Andreas Sinnig. Der Eicklinger Sportverein hat sich mit der Organisation eines solchen Großevents für weitere Aufgaben empfohlen. Nun dürften auch die letzten Kritiker innerhalb des Vereins verstummt sein – und froh, dass man sich für eine Austragung des Turniers entschied hat.

Noah Heinemann Autor: Noah Heinemann, am 18.06.2017 um 21:22 Uhr
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