Spannender Dreikampf um den Kreisliga-Aufstieg

Ein Finale um den Staffelsieg gab es am vorletzten Spieltag zwischen TuS Oldau-Ovelgönneund TuS Hermannsburg. Hier der Hermannsburger Kolja Heydecke (links) im Duell mit dem OldauerJames Henson. Das TuS-Team holte sich nach einem klaren 7:2-Sieg doch noch Platz eins. Foto: Oliver Knoblich

In der Abstiegsregion der 1. Fußball-Kreisklasse herrschte relativ schnell Klarheit über den Verlauf. Dafür sorgte in der abgelaufenen Saison der Aufstiegskampf für Spannung und Abwechslung.

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Celle. Der SSV Südwinsen entschied sich aufgrund akuter Personalknappheit, die zweite Vertretung in der Winterpause vom Spielbetrieb abzumelden. So gab es nur einen „echten“ Absteiger, der mit dem SV Altencelle II auch frühzeitig feststand. Die Kreisliga-Reserve hatte mit Kenny Wright (22 Tore) zwar einen verlässlichen Knipser, scheiterte aber letztlich an der schlechtesten Defensivleistung aller Mannschaften. 127 Gegentreffer sprechen eine deutliche Sprache.

Im Kampf um die begehrten Aufstiegsplätze war das Rennen lange Zeit offen. Vor der Saison wurden die drei Aufsteiger FC Unterlüß, TuS Hermannsburg und der MTV Eintracht Celle II genauso zum Favoritenkreis gezählt, wie die TS Wienhausen und der TuS Oldau-Ovelgönne. Nach dem Durchmarsch von der 4. bis in die 1. Kreisklasse gehörte der FC Unterlüß zu den stärksten Teams der Spielklasse, griff aber nicht ernsthaft in den Aufstiegskampf ein. Auch die Reserve des Landesliga-Meisters MTV Eintracht Celle fand sich eine Etage höher schnell gut zurecht, konnte sich in den Kampf um die beiden Eintrittskarten in die Kreisliga nie ernsthaft einmischen.

Drei Anwärter

Den lief vielmehr zwischen Hermannsburg, Oldau und Wienhausen ab. Bis zwei Spieltage vor Schluss war es ein offenes Rennen, das letztlich zu Ungunsten von Wienhausen ausfiel. Die TS spielte eine starke Saison, was auch durch das Erreichen des Kreispokal-Finals bestätigt wurde. Aber ebenso wie im Pokal (0:2 gegen SC Vorwerk), mussten die Kicker aus der Klostergemeinde auch in der Meisterschaft anderen Vereinen die Jubelfeiern überlassen. Wie in der Vorsaison landete das Team auf dem undankbaren dritten Tabellenplatz. „Die Niederlage im Pokalfinale war noch zu verschmerzen. Wir wären aber sehr gerne aufgestiegen“, sagte ein enttäuschter TSW-Coach Arne Lehmeier.

Zwei Aufsteiger

Beim TuS Hermannsburg war man sich schon vor Beginn der Serie bewusst, dass die Mannschaft das Zeug hat, in die Kreisliga durchzumarschieren. Die Planungen sahen nach dem Aufstieg aus der 2. Kreisklasse zwar nur einen einstelligen Tabellenplatz vor, insgeheim hofften die Blau-Gelben aber darauf, den nächsten Aufstieg zu realisieren. „Mit unserem Kader ist die Kreisliga absolut realistisch“, sagte Coach Sievert Asmussen vor der Saison.

Der Hauptgrund für den Erfolg ist in der Offensive zu finden, die mit Tobias Müller, dem 36 Treffern gelangen, auch den besten Torjäger stellt. Damit war die 1. Kreisklasse für Hermannsburg nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zurück in die Kreisliga. Als Meister kehrt die Asmussen-Elf nach acht Jahren Abstinenz zurück ins Celler Oberhaus und wird diese bereichern.

Mit dem TuS Oldau-Ovelgönne ist ein weiterer „alter Bekannter“ zurück in der Kreisliga. Zwar ließ sich die Elf von Trainer Stephan Wöhling am letzten Spieltag Platz eins und damit die Meisterschaft noch vom TuS Hermannsburg entreißen – im Vordergrund stand aber der Aufstieg. Und stand, der schon frühzeitig feststand. „Wir haben gemeinsam mit der zweiten Mannschaft alle Ziele erreicht“, sagte Wöhling, trotz der Finalniederlage der Zweiten im B-Pokal gegen TuS Eversen/Sülze II.

Mit jungen Akteuren, die zum Großteil im eigenen Verein ausgebildet wurden, begann Wöhling nach dem Abstieg vor fünf Jahren den Neuaufbau, der jetzt mit der Rückkehr ins Celler Oberhaus gekrönt wurde. Nach seinem freiwilligen Rücktritt übergibt Wöhling die Geschicke an seine Nachfolger Sven Mentkowski und Kurt Körtge.

Starke Konkurrenz

Auch in der folgenden Saison wird das Celler Unterhaus wieder mit Favoriten gespickt sein. Die beiden Absteiger VfL Wathlingen und SSV Südwinsen sind bestrebt eine gute Rolle zu spielen. Wobei sich Südwinsen nach dem Durchrutschen aus der Bezirksliga in erster Linie mit einer Stabilisierung befasst und erst mittelfristig eine Rückkehr plant. Demgegenüber kokettiert Wathlingen offen mit der Kreisliga, „unser Umfeld, insbesondere die Zuschauer, erhoffen sich den Aufstieg“, sagt Trainer Jens Gebler.

Nach einer guten Premierensaison in der 1. Kreisklasse visieren der FC Unterlüß und der MTV Eintracht Celle II den nächsten Schritt an. Für Unterlüß spricht die gewachsene Struktur, die Mannschaft spielt seit Jahren zusammen und wird jetzt noch punktuell verstärkt. Erfolgstrainer Horst-Dieter Pilot wird ins zweite Glied rücken und die Führung an Mustafa Ose übergeben. „Wir haben uns weiter stabilisiert und visieren jetzt den Aufstieg an“, so Pilot.

MTV Eintracht Celle will nach dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Oberliga einen funktionierenden Unterbau aufbauen und verstärkt die zweite Vertretung. Neuer Trainer wird Frank Weber, der mit Tjark Klindworth, Tino Großmann und Nico Mühter drei Akteure aus der Landesliga-Elf mitbringt. Zudem kehren Marcel Mundiens (aus Eversen) und Kai Meyer (aus Wietze) zurück. Mit Osan Yalcin aus Eschede wechselt ein „echter“ Neuer an die Nienburger Straße. Aufgrund der hohen Qualität im Kader, aber auch der gesunden Mischung aus erfahrenen und jungen Spieler, ist der Aufstieg das klare Ziel für neue Spielzeit. „Wir wollen aufsteigen“, lautet die klare Ansage von Weber.

Jens Tjaden Autor: Jens Tjaden, am 19.06.2017 um 16:06 Uhr
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