Vespa World Days in Celle: In die Heide und in vergangene Jahrzehnte (mit Video)

Größer kann der Kontrast nicht sein: Erst verlassen die Polizisten auf ihren schweren, schwarzen Motorrädern den zukünftigen Famila-Parkplatz in Groß Hehlen und sehen – wie alle Fahrer dieser leistungsstarken Maschinen – cool aus, und dann folgen die kleinen Brüder und Schwestern. Bunt sind sie und laut, und eine spezielle Duftmarke hinterlassen sie auch. Es ist ein außergewöhnliches und beeindruckendes Schauspiel, den Start zu einem Ausflug in die Heide von mehreren tausend Vespa-Fahrern zu beobachten.

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CELLE. „Es sind weniger als sonst“, kommentiert der Vertreter eines ausländischen Fernsehsenders, der jedes Jahr über Treffen der Vespisti berichtet, fast ein bisschen enttäuscht. „Normalerweise dauert es 15 Minuten, hier waren es nur sieben.“ Den unerfahrenen Beobachter lässt das kalt. Wie sie auf den kleinen Rollern sitzen, lässig winken, die Haltung ebenso wie die der motorisierten Polizisten. An Coolness stehen sie ihnen in nichts nach.

Wie eine überdimensionierte Familie wirken sie, und dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit macht für viele Teilnehmer der Vespa World Days den Reiz der Veranstaltung aus. „Ich treffe hier auf fröhliche Leute, mit denen ich die Begeisterung fürs Vespa-Fahren teile. Und ich finde hier ganz viele unterschiedliche Modelle, die ich mir alle genau anschaue“, berichtet Peter Hähn aus Norwegen. Sein Freund Bengt Ovehagen hat ihn mit dem Vespa-Virus infiziert. „Ich habe mein italienisches Modell, Baujahr 91, getunt, ich komme auf 80 Stundenkilometer“, ergänzt der Norweger, der die Landschaft rund um Celle schon in Augenschein genommen hat und nicht nur für schön, sondern auch für „wie geschaffen für Vespas“ hält.

Die gestrige Ausfahrt mit 4000 Teilnehmern verlief aus Sicht der Polizei reibungslos. „Trotz einer Korsolänge von fünf bis sieben Kilomtern gab es keine nennenswerten Beeinträchtigungen“, so ein Sprecher: „Zu den befürchteten erheblichen Verkehrsstörungen kam es nicht, da sich die Kolonne zügig und störungsfrei fortbewegte. Die Teilnehmer verhielten sich durchweg diszipliniert und wurden von Anwohnern und anderen an der Strecke befindlichen Personen freundlich empfangen.“

Tunen kommt für den Italiener José Dias nicht in Frage, er liebt das Alte, das Originale. Und diese Modelle haben am Nachmittag ihren großen Auftritt in der Celler Altstadt, der Concours d‘Elélégance steht auf dem Programm. Frank Thöle lässt mit seiner Verkleidung – wie gefordert passend zum Baujahr des Vespa-Modells – eine Gewohnheit aus den 50er Jahren wieder aufleben. „Ich wollte zeigen, dass die Roller jede Lebenslage abdeckten“, erläutert der Mann mit Fliege, schneeweißem Hemd, feiner Stoffhose und Hut. „So fuhr man ins Büro, die Vespa war Teil des Alltags“, sagt er und präsentiert sein weinrotes Modell. „Originalzustand, Baujahr 1954 aus dem Hause Hoffmann.“

Thöle wirkt wie die übrigen 21 Teilnehmer am Wettbewerb um den schönsten Oldtimer samt Kostüm wie einem vergangenen Jahrzehnt entsprungen. Silke Küste und Begleiter auf dem Sozius schließen nahtlos an, Baujahr 1964, sie trägt Mini zu gemusterter Strumpfhose, er Pilzkopf, weißes Hemd und Krawatte, die Beatles lösten Elvis ab. Und die Vespa – die ist zeitlos.

Anke Schlicht Autor: Anke Schlicht, am 23.06.2017 um 19:39 Uhr
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Programm

Ein volles Programm wartet am Wochenende noch auf die Vespisti und die Besucher: Am Samstag ab 9 Uhr eine Jubiliäumsausfahrt mit 725 Fahrern, angeführt von Celles Oberbürgermeister Jörg Nigge, Start am Elektronikkaufhaus Saturn; eine Akrobatikshow um 16.30 Uhr auf der Stechbahn. Ein außergewöhnliches Vespa-Modell wartet als Preis der Tombola zugunsten der Celler Bürgerstiftung um 18 Uhr, den Abschluss bilden ein Feuerwerk um 22.30 Uhr am Samstagabend und ein gemeinsamer Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr, alles drei im Vespa Village auf dem Gelände der CD-Kaserne.

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