Altenceller Triathleten mit Tränen in den Augen ins Ziel

Der „Challenge Roth“ gilt als ältester und bester Langdistanz-Triathlon der Welt. Unter dem Motto „We are Triathlon“ infiziert er jedes Jahr eine komplette Region mit dem Triathlon-Fieber. 260.000 Zuschauer, so viele wie bei keiner anderen Sportveranstaltung in Deutschland, feuerten die etwa 5000 Starter aus 60 Nationen an. Mittendrin im Getümmel waren die Triathleten Britta Dressler und Bert Escher vom SV Altencelle. Bei subtropischen Bedingungen bewältigten sie die Strecke von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometern Laufen nicht nur mit Bravour, sie erzielten auch beide persönliche Bestzeiten.

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ROTH. Als die Ausdauerathleten Britta Dressler und Bert Escher früh morgens entsprechend angespannt am Main-Donau-Kanal stehen, wo in wenigen Minuten ihr Schwimmstart erfolgen wird, liegt eine lange, schwierige und entbehrungsreiche Vorbereitungszeit mit Tausenden von Trainingskilometern hinter ihnen. Ein langer Wettkampftag, der Jubel, Schweiß und Tränen bringen soll, steht nun bevor. Schon jetzt sorgen Zehntausende von Zuschauern für eine Gänsehautatmosphäre. Bei der ersten Disziplin geht es den beiden Altencellern vor allem darum, zwar zügig durchzuschwimmen, sich dabei aber nicht „zu verheizen“. Das gelingt Escher mit einer Zeit von 1:08 Stunden gut. Auch Dressler, die sich hin und wieder von kleinen Rangeleien im Wasser aus dem Konzept bringen lässt, kann letztlich mit ihrer Leistung (1:23 Stunden) noch zufrieden sein.

Auf dem Rennrad heißt es bei der schon jetzt aufkommenden Hitze, sowie dem auffrischenden Wind kontrolliert zu fahren und regelmäßig zu essen und zu trinken. Auf der schnellen, aber trotzdem nicht einfachen Strecke wollen sich die Altenceller speziell an den Steigungen nicht übernehmen. Am „Solarer Berg“ in Hilpoltstein, wo unglaubliche Zuschauermassen dicht gedrängt an der Rennstrecke stehen, ist dann die Hölle los. „Es ist der absolute Hammer, wenn man über 500 Meter durch so ein extrem enges Spalier fahren muss. Das ist wie bei der Tour-de-France – Gänsehaut pur“, sagt Britta Dressler, die mit 5:52 Stunden eine hervorragende Radzeit hinlegt. Auch Escher fährt wie Dressler eine persönliche Bestzeit und stellt seine Zeitfahrmaschine nach 5:37 Stunden in der Wechselzone ab.

Die erstmals geänderte Laufstrecke hat es dann allerdings in sich. Denn im Gegensatz zum alten flachen Profil entlang des Main-Donau-Kanals, geht es wiederholt ziemlich böse bergan. „Das hat besonders auf der zweiten Laufrunde zu einer wahren Völkerwanderung geführt“, erinnert sich Escher. Die anspruchsvolle, aber dafür sehr zuschauerfreundliche Strecke verlangt Escher und Dressler alles ab. Bei 32 Grad wird die Versorgung mit Getränken sowie die Kühlung mit Coolpacks und nassen Schwämmen enorm wichtig. Doch die beiden Altenceller lassen sich von den widrigen Bedingungen nicht unterkriegen und laufen den Marathon ganz ohne Gehpausen durch.

Die letzten Kilometer vor großer Zuschauerkulisse gleichen dann einem Schaulaufen und entschädigen für die Strapazen des langen Wettkampfs. „Als ich auf den letzten Kilometer über den roten Teppich ins Stadion eingelaufen bin, hatte ich Tränen in den Augen“, erzählt Dressler, die nach ihrem abschließenden Marathon in 4:21 Stunden mit der Endzeit von 11:45:29 Stunden (15. Platz/AK45) ihre alte Bestzeit um 13 Minuten unterbietet. Auch Teamkamerad Escher ist nach einem starken Marathon in 3:45 Stunden so schnell wie nie zuvor. „Dass mit 10:37:13 Stunden eine neue persönliche Bestzeit herausspringt, ist ein echter Knaller“, jubelt Escher.

Jochen Strehlau Autor: Jochen Strehlau, am 16.07.2017 um 18:49 Uhr
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