Facebook-Gruppe "Unser Eschede": Nur wenige junge Leute bei Auftaktveranstaltung

Sascha Alius (Foto) will mit anderen Eschedern den Ort attraktiver machen. Die Pläne reichen von Müll sammeln und Obst ernten – doch kaum junge Leute wollen mitmachen. Foto: Oliver Knoblich

„Wenn ich nachher mit 20 Leuten hier sitze, bin ich schon zufrieden“, hatte Sascha Alius, Gründer der Facebook-Gruppe „Unser Eschede“, kurz vor Beginn der Info-Veranstaltung gesagt. In der Hoffnung auf Gleichgesinnte, die den Ort durch gemeinschaftliches Engagement attraktiver machen wollen, hatte der 36-Jährige die virtuelle Initiative Anfang Juni ins Leben gerufen. Bis Samstag waren 143 Personen der Facebook-Gruppe beigetreten – zum ersten Kennenlernen am selben Abend kamen dann schließlich rund 25 Interessierte.

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ESCHEDE. Auffällig: Das Durchschnittsalter aller Anwesenden, die sich im Deutschen Haus eingefunden haben, um erste Ideen für ein attraktiveres Eschede zu sammeln, ist relativ hoch. „Schade, dass so wenig junge Leute dabei sind“, bedauert Alius. „Von den Mitgliedern der Facebook-Gruppe ist heute offenbar kaum jemand hier.“ Stattdessen unter den Teilnehmern: Viele alteingesessene Escheder, die zum großen Teil auf mehr als 30 Jahre ehrenamtliche Vereinsarbeit zurückblicken können. Es fehle eben die Jugend, so der allgemeine Konsens. Es seien immer wieder dieselben Leute, die Veranstaltungen organisieren würden.

Alius will sich hier auch ein wenig als Mittler zwischen Alt und Jung verstanden wissen – und hat sich zum Ziel gesetzt, das Gemeinschaftsgefühl im Ort zu stärken: „Ich finde, hier kocht jeder sein eigenes Süppchen. Das sollten wir ändern.“ Der gebürtige Escheder, der aus beruflichen Gründen einige Jahre an der Deutschen Weinstraße verbracht hat und Mitte vergangenen Jahres mit Frau sowie zwei Kindern wieder zurück in die Heimat gezogen ist, stellte auch gleich drei konkrete Projekte vor, die er mit Freiwilligen baldmöglichst in die Tat umsetzen möchte: Müllsammelaktionen, das Auflesen von Obst der gemeindeeigenen Bäume sowie die Veranstaltungsreihe „Kultur im Hof“. „Man könnte die Escheder fragen, ob sie nicht ihren Privatbesitz für eine Veranstaltung öffnen möchten“, erklärt er letzteren Vorschlag. „Dann stellen wir ihnen Biergartengarnituren hin, lassen Musiker auftreten oder veranstalten einen Poetry Slam – kostenlos, natürlich.“

„Man sollte als Erstes mal die ganzen Einzelaktionen im Ort einschmelzen“, findet dagegen Eschederin Heike Baumeister. „Für junge Eltern ist das gerade vor den Sommerferien oder vor Weihnachten ein Megastress, wenn jeder Verein seine eigene kleine Feier veranstaltet – da wäre etwas Vereinsübergreifendes viel sinnvoller.“

Wie genau es Alius mit seiner Facebook-Initiative schaffen will, Vereine sowie Verbände zu mehr Miteinander zu bewegen, blieb am Samstag allerdings noch ein wenig unklar. Hier dürften wohl weitere Zusammenkünfte und vor allem moderierte Diskussionen nötig sein, um „Unser Eschede“ nachhaltig mit Leben zu erfüllen. „Man muss wahrscheinlich viel wollen, damit man wenig kriegt“, sagt Alius abschließend.

Christina Matthies Autor: Christina Matthies, am 16.07.2017 um 18:48 Uhr
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